Ach, Level-5! Was hat uns dieses Entwicklerstudio schon für schöne Stunden bereitet. Ob nun mit Ni No Kuni, Professor Layton oder Inazuma Eleven, ein Level-5-Logo auf der Verpackung ist meist ein Garant für einen Spielehit. Jetzt ist mit Yo-Kai Watch 2 der Nachfolger zum eher durchschnittlich bewerteten ersten Teil erschienen. Ob die Fortsetzung es schafft, an die Wertungserfolge der anderen Level-5-Spiele anzuknüpfen, lest ihr in unserem Test.

Noch nie etwas von Yo-Kai Watch gehört? Da hilft unser Einführungs-Trailer weiter!

Yo-Kai Watch - Einführungs-TrailerEin weiteres Video

Ich sehe tote Filmreferenzen

Zunächst ein paar Worte zur Geschichte. Yo-Kai Watch 2 startet sehr einsteigerfreundlich, denn die Geschichte des ersten Teils wird gekonnt überspielt: Zwei feindlich gesinnte Hexen stehlen eure Yo-Kai Watch und damit auch eure Erinnerungen an die Ereignisse von Yo-Kai Watch 1. Amnesie als beliebtes Stilmittel, um eine Story zu beginnen, das kennen wir ja. Allerdings hatten die Hexen damit wenig Erfolg, und so findet ihr eure geliebte Uhr in der tiefsten Ecke eines Antiquitätenladens wieder - die Gremlins lassen grüßen. Nachdem ihr eure beiden Yokai-Kumpanen Jinbaiyan und Whisper wieder eingesammelt habt, macht ihr euch gleich wieder an die Arbeit, um verschiedenste Charaktere von den Flüchen kleiner Geister, den sogenannten Yokai, zu befreien.

Yo-Kai Watch 2 - An den falschen Ecken gespart?

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Voll fies: Die Hexen die euch eure Yo-Kai Watch klauen
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Die eigentliche Geschichte des Spiels geht aber erst etwas später los: Im Verlauf der Story reist ihr nämlich in der Zeit zurück, um euren Großvater im Kindesalter zu treffen, als der gerade die allererste Yo-Kai Watch baut. Zurück in die Zukunft lässt… Lassen wir das. Insgesamt ist die Geschichte von Yo-Kai Watch 2 leider ein Schwachpunkt des Spiels - die Ideen sind teilweise gut umgesetzt, teilweise aber eben auch zu ausgelutscht und damit nicht die treibende Kraft des Spiels.

Aber wen interessiert schon die Story, wenn das Gameplay stimmig designed ist? Schließlich ist die Geschichte bei den meisten Super Mario- oder Pokémon-Teilen ebenfalls vollgepackt mit Klischees, doch letztlich kommt es auf die Spielerfahrung an! Aber gerade bei diesem wichtigen Punkt muss Yo-Kai Watch 2 erneut Abstriche machen: Statt rundenbasierter Kämpfe oder einem kontrollierten Action-Kampfsystem, attackieren eure drei ausgewählten Yo-Kai automatisch (sechs Yokai befinden sich insgesamt im Team). Lediglich das Ziel könnt ihr bestimmen, Spezialattacken und Items auswählen, ansonsten schaut ihr euren gespenstischen Freunden beim Kämpfen zu. Schade. Man merkt, dass Yo-Kai Watch sich jüngeren Spielern anbiedern will, die möglicherweise kein Interesse daran haben, alles selber auszuwählen. Oft ist die Vorbereitung vor einem wichtigen Kampf deutlich entscheidender, als eure Entscheidungen innerhalb des Kampfes selbst. Zufällig auftauchende Gegner werden meistens gedanken- und anstrengungslos erledigt.

Yo-Kai Watch 2 - An den falschen Ecken gespart?

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Alles auf einfach: Das Kampfsystem in Yo-Kai Watch 2
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Apropos zufällig auftauchende Gegner: Natürlich könnt ihr versuchen, die Gegner in euer Team aufzunehmen, ähnlich wie in Pokémon oder Persona. Allerdings müsst ihr dafür die Leibspeise des jeweiligen Geistes dabei haben, was oft nicht der Fall sein wird. Mit ganz viel Glück schließt sich ein Yokai automatisch eurer Truppe an, aber erneut fehlt dem Spieler die Kontrolle, wann er welchen Yokai aufnehmen möchte. Bei Gegnern, denen ihr oft begegnet, ist das weniger schlimm, bei seltenen Gegnern hingegen kommt schnell Frust auf. Auch hier herrscht definitiv Verbesserungsbedarf.

Yo-Kai Watch hat einige Stärken aber auch Schwächen. Letztere sind leider zu gravierend, um eine hohe Wertung zu rechtfertigen.Fazit lesen

Charmant wie George Clooney

Das war jetzt viel Kritik auf einmal, dennoch schafft es Yo-Kai Watch 2 immer wieder, den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Das liegt vor allen Dingen am Design des Spiels, sowohl was die Yokai als auch die generelle Spielwelt angeht. Alleine die erste Stadt Lenzhausen ist verhältnismäßig riesig. Dank weiterer Städte sowie der Möglichkeit, zwischen den Jahrzehnten zu wechseln, kommt viel Abwechslung auf. Diese Gebiete sind brechend voll mit Nebenmissionen, Rätseln und natürlich auch aufzuspürenden Yokai. An Inhalt sollte es Fans definitiv nicht mangeln, auch wenn ein paar der Nebenmissionen in nervigem Backtracking resultieren. Das Ganze wird von einem fantastischen Anime-Stil untermauert, grafisch gesehen ist Yo-Kai Watch 2 ein feiner, abgerundeter Titel geworden.

Die Yokai selbst wurden ebenfalls mit viel Liebe konzipiert, Freunde des Landes der aufgehenden Sonne dürfen sich auf einige Referenzen bezüglich japanischer Kultur und Mythologie freuen. In diesem Bereich liegt die Stärke dieses Titels: Die Welt lädt zum Erkunden und Sammeln ein, stetig hofft man auf neue, noch skurrilere Yokai zu treffen. Zwar sind die vorher genannten Kritikpunkte weiterhin vorhanden, dennoch lässt einen Yo-Kai Watch 2 diese Dinge fast vergessen, sobald man sich in der wundervollen Spielwelt verliert.

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Von links nach rechts: Ein Waschogun, eine Nörgelika, ein Samureis und, kein Witz, ein Pupsi. Verrückt und kreativ zugleich!
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Das visuell stimmige Spiel wird von einem wunderschönen Soundtrack untermalt, der Level-5-typisch absolut keine Wünsche offen lässt. Ob Violinenklänge, ein funkiges Intro oder entspanntes Geplänkel im Hintergrund, es ist immer wieder erstaunlich, wie gut die Kompositionen von diesem japanischen Entwicklerstudio sind.