Fast ein ganzes Jahr hat SEGA gebraucht, um Yakuza Zero in den Westen zu bringen – obwohl für die Übersetzung des japanischen Titels nur Minimalaufwand betrieben wurde. Die Fans sind das bereits gewöhnt und froh, überhaupt in den Genuss des nischigen Action-Adventures zu kommen…

Yakuza 0 - Gameplay - Die ersten 48 Minuten2 weitere Videos

Wer kennt das nicht? Man steht in einer schäbigen Gasse, verprügelt einen säumigen Schuldner bis zur Unkenntlichkeit und ein paar Stunden später findet die Polizei denselben Typen mit einer Kugel im Kopf. Ein erfolgreicher Arbeitstag wird so völlig zunichte gemacht, denn jemanden halbtot zu prügeln gehört in Yakuza-Kreisen bekanntermaßen zum guten Ton, aber ein Mord geht überhaupt nicht. Da unser Held Kiryu Kazuma keine Schusswaffe besitzt, ist schnell klar, dass er Ziel einer fiesen Verschwörung wurde. Selbstlos beendet er seine Yakuza-Mitgliedschaft, um keine Schande über die Familie zu bringen und als Zivilist nach den wahren Schuldigen zu suchen.

Yakuza Zero ist ein Prequel, das im Jahr 1988 und somit noch vor dem ersten Teil der Serie angesiedelt ist. Fans erleben viele Aha-Momente und treffen dabei selbstverständlich auch bekannte Gesichter. Neueinsteigern wird sicherlich die ein oder andere Anspielung entgehen, aber das schmälert das Gesamterlebnis nicht wirklich. Ich habe alle Teile gespielt (sogar die rein japanischen) und aufgrund meines löchrigen Gehirns ist dabei kaum etwas hängengeblieben. Dennoch wurde ich bestens unterhalten, denn weder die Story, noch das Gameplay, setzen Wissen über die Vorgänger voraus.

Yakuza 0 - Verbrechen lohnt sich

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Die Prügeleien sind schnell, wuchtig und fühlen sich dank unterschiedlicher Kampfstile abwechslungsreich an.
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Viel Spaß, wenig neues

Um Kiryus Unschuld zu beweisen, durchstreift ihr das fiktive Viertel Kamurocho, wo sich eine Menge Vergnügungssüchtige und schillernde Vertreter der Halbwelt herumtreiben. Viele meiner Kollegen reden hier von einer offenen Spielwelt aber im Endeffekt handelt es sich nur um eine Handvoll Straßen, Gassen und Plätze. Die Spielfigur betrachtet Ihr aus der typischen Verfolgeransicht, möchtet Ihr euch in Ruhe umschauen, lässt sich jederzeit in eine Ego-Perspektive wechseln. Die Interaktion mit der Umwelt oder den Mitmenschen beschränkt sich dabei auf ein Minimum. Während sich beispielsweise in GTA auch einfache Passanten malträtieren lassen, ist das in Yakuza nicht möglich. Die meisten Zivilisten sind eigentlich nur bewegliche Fassaden und erlauben (bis auf seltene Ausnahmen) keinerlei Interaktion.

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Eines unserer favorisierten Mini-Games ist das Disco-Dancing. Es ist anspruchsvoller als man denkt!
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Wie in einem Rollenspiel gibt es dafür feindliche Zufallsbegegnungen. Ihr werdet quasi urplötzlich von Gegnern in Schlägereien verwickelt. Das Kampfsystem ist wuchtig und intuitiv, die Prügeleien gegen einen oder mehrere Gegner machen einfach Spaß. Dabei geht es nicht gerade realistisch, dafür aber umso unsportlicher zur Sache. Yakuza haben keine Probleme damit, am Boden liegenden Opfern ordentlich ins Gesicht zu treten und das dürfte manchen Leuten sauer aufstoßen. Ich kann glücklicherweise zwischen Spiel und Realität unterscheiden, finde die beinharten Fights extrem befriedigend und schäme mich nicht, dies öffentlich zuzugeben.

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Normalerweise kämpft man gegen mehrere Gegner gleichzeitig, doch hin und wieder ist auch 1on1-Geprügel angesagt.
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Je nach eingestelltem Schwierigkeitsgrad, verlangen die Kämpfe entweder plumpes Knöpfchengedrücke oder ein anspruchsvolles Wechselspiel von Offensiv- und Defensivtaktiken. Beides hat seinen Reiz, doch wer das Kampfsystem in seiner gesamten Tiefe ergründen möchte, sollte keinesfalls die „Easy“-Option wählen. Es ist sooooo motivierend, Gegnern nicht einfach nur aufs Maul zu hauen, sondern die Bad Guys auszutricksen, Angriffe im richtigen Moment zu blocken, effektvoll zu kontern und so weiter. Natürlich stehen dem Spieler dafür auch wieder jede Menge Waffen zur Verfügung, die sich einsammeln, kaufen oder den Gegnern wegnehmen lassen.

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Hier werden Skills und Upgrades freigeschaltet und wie Ihr sehen könnt, sind auch die Menüs komplett Englisch gehalten.
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Eure Spielfiguren (Kiryu is not alone!) beherrschen gleich mehrere Kampfstile und diese bieten wiederum jede Menge Upgrade-Optionen. Das können neue Angriffe oder Kombos sein, aber auch größere Gesundheitsleisten und andere Vorteile. Ihr schaltet diese einfach mit Geld frei. Das ist zu Beginn recht günstig, wird aber schnell zur kostspieligen Angelegenheit. Glücklicherweise lässt sich Knete auf vielfältige Art und Weise verdienen. Zum Beispiel könnt ihr im Casino pokern, Roulette spielen, beim Black Jack richtig viel Asche gewinnen oder Ihr verprügelt einfach Bad Guys. Jeder Gegner, den ihr auf die Matte schickt, bringt euch bares Geld. Ein Novum sind besonders große Gegner, die sehr selten, sehr stark und extrem gut betucht sind. Ein Sieg gegen einen solchen Riesen, sorgt für einen fetten Geldregen, doch solltet Ihr verlieren, ist die gesamte Kohle futsch, die Ihr gerade bei Euch habt.

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Krazy Kyo erhält Verhaltenstipps, die das Image seiner Punk-Band aufwerten sollen.
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