Autor: Nedzad Hurabasic

Die Yakuza gelten gemeinhin als das japanische Gegenstück zur italienischen Mafia. Ebenso in Familien und Clans organisiert, haben sich die in Nippon seit dem 17. Jahrhundert existierenden Gangstersyndikate aber schon jeher auch den Regeln von Blut, Ehre und Respekt unterworfen.

Nun wurde das in Japan bereits als Ryu Ga Gotaku erschienene PS2-Actionabenteuer Yakuza auch in Europa veröffentlicht. Wir haben uns für euch unter die Gangster gemischt und es mit blutiger Nase aber allen Fingern an der Hand geschafft, diesen Bericht zu tippen.

Yakuza - Trailer

Die Yakuza gelten gemeinhin als das japanische Gegenstück zur italienischen Mafia. Ebenso in Familien und Clans organisiert, haben sich die in Nippon seit dem 17. Jahrhundert existierenden Gangstersyndikate aber schon jeher auch den Regeln von Blut, Ehre und Respekt unterworfen.

Nun wurde das in Japan bereits als Ryu Ga Gotaku erschienene PS2-Actionabenteuer Yakuza auch in Europa veröffentlicht. Wir haben uns für euch unter die Gangster gemischt und es mit blutiger Nase aber allen Fingern an der Hand geschafft, diesen Bericht zu tippen.

In Europa eher zum Modetrend geworden, sind (großflächige) Tattoos in Yakuza-Kreisen häufig ein Ausdruck von Gruppenzugehörigkeit und können deshalb schon mal den Zutritt zu öffentlichen Einrichtungen verhindern.

Solcherlei Probleme kennt unser Held Kazuma jedoch nicht. Er ist als der kaltblütige Knochenbrecher und Dragon seines Clans bekannt und wird auf den Straßen gefürchtet. Die Anerkennung im Gangstermillieu geht so weit, dass er kurz vor der Gründung eines eigenen Clans steht. Doch wie das Schicksal so will, kommt es nicht mehr dazu.

Kazuma ist im Grunde seines Herzens ein guter Kerl. Deshalb deckt er seinen vermeintlich besten Freund, als dieser ihren gemeinsamen Boss erschießt und nimmt den Mord auf seine Kappe. Ein hartgesottener Yakuza wie er sitzt 10 Jahre auf einer Arschbacke ab und kommt ohne erkennbare äußere Veränderung wieder aus dem Knast.

Selbst die alten Klamotten sitzen noch ohne eine einzige Falte am Astral-Körper. Während sich der Protagonist kein bisschen verändert hat, hat sich die Welt jedoch weitergedreht. Nicht nur, dass plötzlich alle Handys haben, die nicht mehr in einem Koffer mitgeschleppt werden müssen.
Die einst überschaubare Syndikatslandschaft ist dabei, ins Chaos abzudriften: Streitigkeiten bis hin zum Mord sind keine Seltenheit mehr - und Kazuma steckt mittendrin.

Erzählt wird diese Geschichte anhand von vielen Cutszenen, die das Spielgeschehen immer wieder unterbrechen. Vor allem zu Beginn ähnelt das Spiel eher einer mit Action angereicherten überlangen Zwischensequenz. Glücklicherweise wird das Verhältnis zwischen Agieren und Konsumieren schon nach dem ersten von 13 Kapiteln gerade gerückt.

Ich spaziere daher mit meiner Spielfigur durch das Tokioter Stadtviertel Shinjuku, das im Mittelpunkt meiner Abenteuer steht. Da alle Welt davon ausgeht, dass ich damals den Mord verübt habe, bin ich unter den meisten Yakuza ein Geächteter und auf den Straßen Freiwild.

Yakuza - Blut, Ehre und Respekt: Knallharte Nahkampf-Action in Fernost.

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Das wirkt sich auch stark auf das Spielgeschehen aus: Ständig pöbeln mich halbstarke Yakuza oder andere Straßengangs an und wollen mir eine Tracht Prügel verpassen. So stolpere ich von einem Fight in den Nächsten, habe aber keinen Einfluss darauf wann und wo sie stattfinden.

Dumm für die Großmäuler, dass ich im Gefängnis nichts verlernt habe. Selbst die Tatsache, dass ich meist gegen eine deutliche Überzahl antreten muss, zwingt mich nur selten in die Knie. Dafür meine überdurchschnittlichen Nahkampffähigkeiten. Mit rabiaten Mitteln kann ich Schläge verteilen, treten oder Würgegriffe und Würfe anwenden, die den Kontrahenten mächtig einheizen. Geht ein Gegner zu Boden, trete ich natürlich noch mal nach, um die Wirkung zu verstärken. Sicher ist sicher. Nichts für Weicheier, so läuft das auf der Straße nun mal!

Packshot zu YakuzaYakuzaErschienen für PS2 kaufen: Jetzt kaufen:

Die Feinde sind dabei nicht gerade von der hellen Sorte - die KI ist relativ schwach. Angriffe lassen sich häufig vorausahnen und die 08/15 Schläger können nicht besonders viel einstecken. Erst mit fortschreitender Spieldauer treffe ich gelegentlich auf Gegner, die meine Angriffe Kontern oder Abblocken und die Kämpfe dadurch herausfordernder gestalten.Doch ich habe natürlich noch einige Asse im Ärmel. Zum einen lerne ich auch dazu und kann meine Kombos, Schläge und Tritte mit erworbenen Erfahrungspunkten ausbauen. Da steckt dann richtig Schmackes hinter und selbst die dicksten Gegner riskieren eine geschwollene Lippe.

Sollte sie das nicht beeindrucken, greife ich zu anderen Methoden: Viele Objekte lassen sich als Waffen ge- und missbrauchen. Golfschläger, Eisenstangen, Baseballschläger, Getränkekisten, Sitzbänke, Schwerter, Regenschirme usw. Allerdings muss ich dabei beachten, dass die Gegenstände nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Einige geben schon nach einem Schlag den Geist auf, andere überstehen auch mehr als ein Dutzend Anwendungen. Das kann ich bequem anhand einer speziellen Anzeige ablesen und mich darauf einstellen.

Sollte das immer noch nicht ausreichen, werde ich richtig wütend! Habe ich nämlich genügend Attacken ins Ziel gebracht, wird der "Heat Mode" aktiviert.Gerate ich in Rage, entfalten meine Angriffe eine extrastarke Wirkung. Außerdem kann ich in dieser kurzen Zeit auch Finishing-Moves anbringen, mit denen ich die Gegner zu Brei kloppe. Ich klatsche sie gegen Wände oder schlage ihre Schädel im Würgegriff zu Klump. Während dieser geskripteten Aktionen kann ich übrigens auch nicht von weiteren Kontrahenten attackiert werden.

All diese Faktoren führen dazu, dass trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit eigentlich kaum einmal die Gefahr besteht, Kämpfe zu verlieren. Ausnahmen bilden besondere Boss-Kämpfe, wo die Feinde teilweise auch Schusswaffen einsetzen oder spezielle Angriffstechniken draufhaben. Zur Not bietet mir das Spiel bei einigen Niederlagen am Stück die Herabstufung des Schwierigkeitsgrads an - pah!Der Spielablauf ist davon abgesehen relativ frei aufgebaut und nicht strikt linear. So habe ich die Möglichkeit neben der Hauptgeschichte auf meiner "Wanderschaft" durch den Stadtteil auch andere Aufgaben zu übernehmen, mein Konto per Glücksspiel aufzubessern und mich mit verschiedenen NPCs zu unterhalten. Ab und zu erhalte ich dabei wichtige Informationen, in anderen Fällen gestalten sich die Dialoge aber ergebnislos und langweilig.

Bei den meisten Nebenquests geht es aber schließlich auch nur um das Eine: Wer haut wem zuerst die Fresse blutig? Eine große Abwechslung zur Hauptgeschichte wird nicht geboten. Leider wird auch der Spannungs-bogen der Hauptgeschichte nicht konsequent auf einem hohen Niveau gehalten. Zwischenzeitlich driftet die Story ins belanglose ab und motiviert nicht immer zum Weiterspielen. Technisch macht Yakuza vieles richtig, aber auch einiges falsch. Nervig sind das ständige Neu- und Nachladen und die insgesamt langen Ladezeiten, die durch Bildchen kaschiert werden sollen. Gut sind die Zwischensequenzen, bei denen häufig so etwas wie Spielfilmatmosphäre aufkommt. Inhaltlich, nicht optisch.Visuell hat Yakuza zwar einiges zu bieten, so z.B. eine schöne Gestaltung Tokios mit Neon-Reklamen und belebten Straßenzügen. Dafür wirken die Bewegungen der Spielfiguren bisweilen hölzern und die Details verwaschen.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein positiver Eindruck. Vom Sound hätten wir jedoch mehr erwartet, Asia-Flair kommt nur selten auf. Die Kämpfe sind mit rockigen Melodien unterlegt, ansonsten überwiegen sich wiederholende Straßengeräusche in den Straßenschluchten. Technisch macht Yakuza vieles richtig, aber auch einiges falsch. Nervig sind das ständige Neu- und Nachladen und die insgesamt langen Ladezeiten, die durch Bildchen kaschiert werden sollen. Gut sind die Zwischensequenzen, bei denen häufig so etwas wie Spielfilmatmosphäre aufkommt. Inhaltlich, nicht optisch.Visuell hat Yakuza zwar einiges zu bieten, so z.B. eine schöne Gestaltung Tokios mit Neon-Reklamen und belebten Straßenzügen. Dafür wirken die Bewegungen der Spielfiguren bisweilen hölzern und die Details verwaschen.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein positiver Eindruck. Vom Sound hätten wir jedoch mehr erwartet, Asia-Flair kommt nur selten auf. Die Kämpfe sind mit rockigen Melodien unterlegt, ansonsten überwiegen sich wiederholende Straßengeräusche in den Straßenschluchten.