XCOM ist eine komische Marke. Totgesagt, aber mit Heldenstatus, erlebte es mit der Neuauflage eine ungeahnte Wiederauferstehung. Wer hätte gedacht, dass Rundenstrategie in Zeiten von Echtzeit und Action mehr Spieler als ein paar Civilization-Nerds hinterm Hexfeld hervorlocken kann?

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Fast überall kam XCOM: Enemy Unknown gut bis exzellent an, was auch mit der stimmungsvollen Gestaltung zu tun hat: Kalte, bläuliche Farben, das Flair der Invasions-Filme der 1950er und 1960er Jahre im modernen Anstrich. Im November lässt Firaxis die erste Erweiterung auf die Verteidiger der Menschheit los. Dabei könnte der leicht veränderte Titel der Rundenstrategie ein Fingerzeig sein, worum es in XCOM: Enemy Within geht: Der Feind, der aus den eigenen Reihen kommt? Infiltration? Verrat?

Sicher ist nach der Anspielstunde: Hier sind einige Neuheiten drin. Das fängt beim Logo an, das nun in feuriges Orange getaucht ist. Das geht weiter mit Fähigkeiten der XCOM-Krieger, frischen Waffen im Arsenal, einer neuen Soldatenklasse sowie neuen Karten. Rund 50 neue Schauplätze soll das zuweilen karge Kartenangebot erweitern.

Auf der gamescom präsentiert wird mir zunächst ein Szenario auf dem Kamm eines Staudamms. Die XCOM vermutet nur eine schwache Außerirdischen-Präsenz und schickt zwei Frischlinge los. Die werden jedoch mit wenigen Schüssen niedergestreckt. So ein Ärger. Zeit also für die neue Kampfklasse, eine Art Mech mit einer Menge Trefferpunkte. Passender Name: MEC, das für „Mechanized Exoskeletal Cybersuit“ steht.

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Hurra, die Aliens sind zurück! Zeit, sie zu zermatschen.
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Auf dem Weg zur anderen Seite stellen sich immer wieder Thin Men und die Sektoiden in den Weg, aber den neuen Waffen haben sie kaum etwas entgegenzusetzen. Drei Trefferpunkte gegen die kinetische Nahkampfattacke des MEC mit 12 Schadenspunkten führt zu einem eindeutigen Ergebnis: Alienmatsch. Eigentlich reicht da sogar schon die neue Nagelgranate, die völlig frei geworfen werden kann und innerhalb eines bestimmten Radius eben solche drei Punkte bei allen – auch eigenen Kämpfern – abzieht, die sich nicht in Deckung befinden.

Praktisch sind auch neue Augmentierungen für bewährte Klassen: Der Scharfschütze mit entsprechend präparierten Beinen etwa kann auch ohne Gogo-Gadget-O-Beine auf höhere Punkte springen und das vermaledeite extraterrestrische Vieh aufs Korn nehmen. Für telepathische Attacken der Sektoiden gibt es nun auch ein Gegenmittel, über das sich die außerirdische Brut im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf zerbricht. Genetisch gepimpte Soldaten reflektieren den Strahl einfach.

Packshot zu XCOM: Enemy WithinXCOM: Enemy WithinErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Gummibärchen im Alienkampf

Nach dem Staudamm-Level gehe ich eigenhändig auf die „Operation Forgotten Skull“: An der Absturzstelle eines Ufos in den Vereinigten Staaten – wobei zumindest im Zusammenhang mit XCOM eigentlich der Name geändert werden müsste, denn unbekannt sind die Flugobjekte der Sektoiden je eigentlich nicht mehr – sichere ich in ein paar Runden zwei unbekannte Artefakte.

Das wird sofort mit einer akzentvollen Danksagung aus dem Labor des heimische Ameisenbaus quittiert. Zu Recht: Die Artefakte enthalten die „Meld“-Ressource, die bei der Forschung hilft, wenn sie innerhalb eines vorgegebenen Rundenlimits eingesammelt wird. Das verführte, ehrlich gesagt, zu ein paar Harakiri-Aktionen, machte das Spiel aber dadurch nervenkitzliger.

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Am eigentlich Spiel hat sich wenig verändert - warum auch? Die Verbesserungen liegen im Detail und einen riesigen Batzen neue Inhalte gibt's obendrauf.
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Der Technologietransfer findet aber offenbar in beide Richtungen statt. Kaum habe ich mich darüber gefreut, dem Gegner nun mit meiner MEC-Klasse in verbrannten Grund und Boden eines Bauernhofes zu stampfen, tauchen Äquivalente der Sektoiden auf. Mehrere schleimige Außerirdische haben sich sowie meine Krieger mit Maschinen gepaart. Aus dem Exoskelett lugt ein großgehirniger Schädel hervor. Kalkül könnte die Kraftbalance in Mehrspielerpartien sein.

Mehr, mehr, mehr – Enemy Within sieht nach sinnvollem Nachschlag aus.Ausblick lesen

Ob im Nah- oder Fernkampf: die Kraftprotze müssen auf beiden Seiten einiges aushalten, denn Deckung und Schutz vor feindlichem Feuer zu finden ist schwierig. Was bei der XCOM die MECs, sind auf Seiten der Außerirdischen die Mechtoiden. Haben sich mehrere Gegner auf engem Raum versammelt, holt einer meiner MECs den Flammenwerfer raus und brutzelt das gräuliche Geviechs einfach weg. Am Ende ballere ich auch den letzten schwächlichen Sektoiden aus dem Raumschiff. Mission erfolgreich.

Zur Beruhigung der Nerven stellten Firaxis für die Pressemeute übrigens genügend Gummibärchen und saure Weingummi-Pommes bereit. Doch nach dem Blick auf den Namen einer meiner MECs hätte ich mir keine Sorgen machen müssen: Selbst der hintertriebenste Sektoid dürfte es nicht wagen, „'Unruhe' Heinrich Wagner“ umzublasen.

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