"Wunder gibt es immer wieder", sagte Katja Ebstein mal. Und vielleicht hat sie ja recht. Wer hat wirklich damit gerechnet, dass ein neuer XCOM-Teil die Welt erblickt, der allem Anschein nach in die Fußstapfen des Originals tritt, ohne dabei nach billiger Kopie zu riechen?

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Traf XCOM auf Fallout und Halo...

Da glaubt man gerade noch, dass man wieder einmal einen Spieltitel zu Grabe tragen muss und Tausende Fanherzen enttäuschen wird, da schlagen einem 2K und Fireaxis Games ins Gesicht und brüllen: Nix da. Wir freuen uns, dieses Spiel machen zu können. Da strengen wir uns auch gleich an!

Und genau danach sieht es auch aus. Das Spiel erstrahlt zwar in einem neuen, ganz eigenen Glanz, erinnert aber doch so stark an die Vorlage, dass ein wenig Retro-Gefühl aufkommt. Im Groben: Die Welt wird von Aliens angegriffen, die eine Stadt nach der anderen dem Erdboden gleichmachen. Aber nicht mit uns.

Schnell wird ein Eliteteam aus viel Soldaten in das Krisengebiet geschickt, um den Feind zurückzudrängen, Alien-Artefakte zu sammeln und mehr über die Bedrohung herauszufinden. Als das Shuttle die Jungs zu seinem Einsatzort bringt, fühlt man sich ein bisschen an Halo erinnert. Die Umgebung wiederum lässt sofort an Fallout denken. Es ist bedrückend. Unangenehm. Voller Endzeitknistern.

Hat man den Ort seiner Wünsche erreicht, könnt ihr euer Team frei bewegen. Der rundenbasierte Modus startet erst, wenn ihr Feindkontakt habt. Und das dürfte nicht lange auf sich warten lassen, denn wie es scheint, wartet hier an jeder Ecke ein neuer Stoßtrupp. Und bei dieser Begegnung fällt auch gleich die erste große Änderung zum Original auf: Die Aktionspunkte fallen weg.

XCOM: Enemy Unknown - Tritt E.T. in den Arsch

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Jetzt sollte jeder Schritt gut überlegt werden.
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Um den Charakteren mehr Spielraum zu ermöglichen, habt ihr nun eine Bewegungs- und eine Aktionsphase. Der dicke Gunny mit der gewaltigen Wumme wird also erst einmal in Richtung Feind bewegt, wo er hinter einer Wand in Deckung geht und den Befehl bekommt, Feuerschutz zu geben. Und genau das wird er auch tun, fröhlich weiterfeuernd, bis die erste Runde beendet ist und er neue Befehle bekommt.

Packshot zu XCOM: Enemy UnknownXCOM: Enemy UnknownErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Einen zweiten Soldaten schicken wir gleich mal etwas weiter und verzichten dafür auf eine zweite Aktion. Stattdessen rennt er, so weit ihn seine Füße tragen. Vielleicht können wir dem Feind ja in den Rücken fallen. Dem Scharfschützen beispielsweise bleibt da gar keine andere Wahl. Er darf in einer Runde sowieso nicht laufen und schießen. Wäre also clever, ihn so zu positionieren, dass er mehrere Runden lang ein Gewinn für die Gruppe ist und eine gute Sicht auf den Feind hat.

Doch egal, wer da kommt. Sei es der schwere "Heavy" mit den dicken Wummen, der einfache, aber bewegliche Soldat, der eben bereits erwähnte Sniper oder der Support – der Feind schläft nicht. Und sobald ihr fertig seid, wird er euch das Leben zur Hölle machen. Feuerschutz, in Deckung gehen, Position wechseln, in den Rücken fallen und noch viel mehr.

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Grafisch nicht der Überflieger, aber im Detail schon echt hübsch.
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Das Arsenal der intergalaktischen Gegenspieler ist groß, ihre Möglichkeiten noch größer. Bereits beim ersten Reinschauen schien die KI recht clever und passte sich der Taktik unserer Jungs gut an. Es fordert etwas Geschick, graue Hirnzellen und Mut, um den kleinen grünen Jungs zu zeigen, wer der Boss auf diesem Planeten ist. Und das Ganze in einer zerstörbaren Umgebung, die in ihrem Verfall neue taktische Möglichkeiten freischaufelt.

Der Geist von XCOM wurde eingefangen. Jetzt muss er nur noch gehalten werden.Ausblick lesen

Wenn ihr diese geschickt nutzt, wird euer Team zur Belohnung immer stärker. Neue Fähigkeiten machen die einzelnen Kämpfer wirkungsvoller, erfahrener. Doch das bringt nicht viel, wenn sie im Kampf sterben. Wir sind hier nämlich leider nicht bei einem Wunschkonzert und wenn eure Leute fallen, dann für immer. Mit Vorstürmen und „einen auf Helden machen“ ist hier also nichts zu gewinnen. Taktisches Vorgehen und reifliche Überlegungen sind hier das A und O. Ganz wie in alten Zeiten.

Tritt E.T. in den Arsch

Wie kurzlebig das Dasein im Kampf gegen die kleinen grünen Männchen sein kann, sieht man vor allem an den Berserkern. Die sind nämlich einer der Hauptgründe dafür. Groß, stark und unglaublich widerstandsfähig, sind sie der Albtraum der Menschheit. Und nebenbei sieht man an ihnen, dass die Kämpfe so schwer wie eh und je sind.

Freudig über den Sieg gegen erste bewaffnete ALFs, zieht der kleine Trupp weiter und trifft erneut auf Widerstand. Da dieser Trupp keine zwanzig Meter vom ersten Kampfgebiet entfernt positioniert war und wir eben eine ganze Tankstelle in die Luft jagen mussten, weil die gegnerische KI einfach zu verbissen gekämpft hat, gehen wir einfach mal davon aus, dass es sich hier um schwerhörige Außerirdische handelt.

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Home sweet Home. Die eigene Basis erinnert ein wenig an einen Ameisenbau.
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Erneut positionieren wir also unseren Sniper, lassen mit dem "Heavy" Unterdrückungsfeuer regnen und stürmen mit dem Soldaten, während der Support sich auf Abruf bereithält. Doch diesmal haben wir ein Problem. Der Koloss stürmt durch die Wand, neben der wir eben noch kauerten und auf unsere Gelegenheit gewartet haben, und zerfetzt sein armes Opfer buchstäblich in der Luft.

Wer nicht aufpasst, verliert eben. Und das ist bei XCOM besonders hart. Wer schon mit vier Leuten Probleme hat, wird jetzt bestimmt nicht besser dastehen. Höchstens etwas klüger. Ja, durch Fehler lernt man. Manchmal muss es eben die harte Tour sein. Und damit die nicht auf Dauer euer Interesse verliert, wurden die Kämpfe hier und da mit kleinen Animationen verfeinert. In etwa so wie früher, wenn die Kamera dem Flug der Gewehrkugel gefolgt ist.

Das ganze Gemetzel wird mit einer ansehnlichen Grafik dargestellt, zwar nichts bahnbrechend Aufregendes, aber gut genug und wunderbar ansehnlich. Unterstrichen von den Retro-Sounds der Waffen, darf man wohl von einem gelungenen Mix aus Alt und Neu sprechen.

Und wenn einem das eigene Team schon wegsterben kann, dann aber bitte auch mit Stil. Also könnt ihr vor einer Mission eure eigenen Leute anwerben, die ihr zuvor komplett erstellen könnt. Vom Geschlecht über Haut- und Haarfarbe bis hin zu vielen kleinen Details. So kann man, ganz wie in alten Zeiten, seine Bekannten und Freunde nachbasteln und die Welt retten schicken.

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Zeit, die Welt zu retten.
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Das Gleiche gilt für die gesamte Einsatzzentrale. In einem Querschnitt dürft ihr euer Hauptquartier bewundern, seht eure Leute wuseln, geschäftig forschen, trainieren, faulenzen und, und, und. Gleichzeitig erweitert ihr die Basis mit den Räumlichkeiten, die ihr für nötig haltet, erforscht die Daten, die ihr für nützlich befunden habt, und individualisiert, so viel eben geht.

Habt ihr gebastelt, was das Zeug hält, könnt ihr den Planeten nach Feinden und UFOs absuchen und so eure nächste Mission planen. Der Ablauf der Aufträge soll nicht linear sein und sich bei jedem Durchspielen ändern. Wie das im Detail aussehen wird, konnte man leider noch nicht sehen, doch darf man gespannt sein.