Es ist nicht immer einfach, ein Alien zu sein. Oder ein Zaunkönig. Oder eine Eidechse. Ein Feind, ein unbekannter Feind. Und ein alter noch dazu. Manchmal auch ein runzeliger. Die erste Umsetzung vom „XCOM“ hat rund zwei Jahrzehnte auf dem Buckel, die erste Eidechse wesentlich mehr: Nun kommt „Enemy Unknown“, das zwar kein Remake des in Deutschland unter dem Titel „UFO“ veröffentlichten Rundenstrategiespiels ist. Aber eine Neuinterpretation.
XCOM taugt zum würdigen, zeitgemäßen Relaunchtitel der Kultserie. Ich hatte Spaß, Ja.AusblickWie im Kulturteil jeder Zeitung die x-te Neuninszenierung einer Wagner-Oper besprochen wird, sind wir nun mit dem Kultspiel um extraterrestrische Invasoren, die Verteidiger der menschlichen Kultur und Aktionspunkten an der Reihe. Wobei eben diese Punkte wegfallen, zumindest die sichtbaren.
Vielmehr rechnet die dreidimensionale Hatz aus Iso-Perspektive nach den schmalgliedrigen Eindringlingen in Handlungen. Zwei davon sind pro Runde möglich, etwa Deckung suchen und schießen. Genau diese beiden Aktionen sind die Hauptbestandteile von XCOM. Es gibt Ausnahmen – Sprints, Schwere Waffen abfeuern, Zaunkönige rupfen, Eidechsen schmoren.
Vergesst die beiden letzten, die sind natürlich himmelschreiender Humbug.
XCom ist zurück. Doch wird es seinem Vorgänger gerecht?Kein Humbug ist das menschliche Super-Special-Spezialisten-Team, das in einer Art Ameisenbau trainiert. Die Besten der Besten haben die Länder der Welt geschickt,Wissenschaftler für die Forschung, Soldaten für den Kampf. An der Oberfläche sind die Außerirdischen los.
Der unbekannte Feind hat die Regierungen zusammengeschweißt und dazu veranlasst, eine neue Einsatzgruppe zu gründen. Ihr Name: XCOM. Im unterirdischen Einsatzzentrum verfeinern die Rekrutierten ihre Fähigkeiten, damit nicht die erste „Alien Activity“ dazu führt, dass die konfrontierten Menschen vor Angst aus den Militärstiefeln kippen.
Während oben die Kugeln den Invasoren um die Ohren fliegen, untersuchen Forscher die Technologie der Eindringlinge. Sie nehmen die in städtischen oder industriellen Umgebungen gesammelten Waffenteile unter die Lupe oder wühlen in den Körpern von erledigten Außerirdischen herum, bis das Blut herumspritzt. Natürlich grünes, stilecht.
Kämpfen, forschen und erkunden. Ganz im Geiste von XCom.Und wenn der Kommandeur mit Controller, Maus und Tastatur bewaffnet vom Einsatz wiederkommt, gibt es eventuell neue, helfende Gegenstände für die internationale Truppe. Sie machen die Errungenschaften der ausgezehrten Peststelzen mit den großen, schwarzen Augen und dem noch größeren Schädel (damit auch das superintelligente Überhirn hineinpasst, das unerdenhafte Psi-Kräfte anwenden kann) für die XCOM nutzbar.
Die erste Mission der Kampagne? Verschlägt mich nach Köln. Dass das billige Anbiederung für die Gamescom-Besucher sein könnte, dementieren die XCOM-Macher von Firaxis entschieden: „Es ist nur ein Zufall“, wird mir auf Nachfrage versichert. Mit einem Grinsen.
Die Farbgebung der Polizeiautos ist realistisch, die Nummernschilder auch, sogar die Werbeplakate sind auf Deutsch – wenn auch etwas hölzern. An der Bushaltestelle, hinter der ich mich mit einem meiner Kämpfer in Deckung werfe, steht auf einer Leuchtwand: „Wir hatten Spaß, nicht?“
von 2K Games, Firaxis
The Last of UsPS3: 14.6.2013 Vorschau lesen
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Diablo 3
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