Es ist nicht leicht, rundenbasierte Taktik zu präsentieren, doch wenn es um Spiele wie XCOM 2 geht, dann sind die schmuck inszenierten Gefechte ja immerhin nicht nur nett anzusehen, sondern auch, was die Fans sehen wollen. Mindestens ebenso wichtig für die Spielerfahrung in XCOM ist aber seit jeher der strategische Teil – Aufbau, Management, Einteilung von Ressourcen, Verwaltung der Truppen und Ausbau der Basis. Nicht so spannend für Außenstehende. Aber für die ist XCOM eh nichts.

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Wie schon ab und an erwähnt: Wir waren auf der gamescom 2015 alle froh, wenn eine Präsentation nicht einfach das exakt selbe oder leicht recycelte Material von der E3 ist, insofern war ich auch durchaus glücklich, als Pete Murray von Firaxis seine Präsentation (nur Video, weder Hands-On noch Live-Gameplay) mit der Ankündigung begann, sich diesmal nicht auf taktische Gefechte und die Klassen zu konzentrieren. Stattdessen wolle man den strategischen Part etwa genauer zeigen.

XCOM 2 - Auf Tuchfühlung – ganz nah am Soldatentod

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ADVENT und die Aliens müssen besiegt werden - doch das geht nicht ohne ein ordentliches Maß an Logistik.
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XCOM 2 beginnt damit, dass der originale Commander des ersten Teils von einem Alien-Chip und aus einer Art Stase befreit wird. Ein vernarbter, älterer und verbitterter Officer Bradford erklärt die Lage: Die Aliens haben gewonnen, und die natürlich resultierende Resistance gegen die Okkupation durch die Greys hat jetzt erstmals die Gelegenheit, zurückzuschlagen – durch die Entfernung und anschließende Erforschung und Entschlüsselung der Kontrollchips.

Zu dem Zweck reist die Widerstandsbewegung in einem gigantischen gekaperten Alien-Kreuzer, dem Avenger. Dieser dient gleichzeitig als Basis und als Möglichkeit, über den Globus zu gurken und anlässlich diverser Notrufe verzweifelt zu entscheiden, wer gerettet wird und wer nicht. Der Avenger hat natürlich kein Erdreich, das untertunnelt und mit allerlei nützlichen Räumen gefüllt wird, aber ein paralleles System gibt es sehr wohl: das prächtige Raumschiff ist riesig und nicht alle potentiellen Räume erobert und angeeignet. Das gilt es zu ändern.

Nun war es im direkten Vorgänger so, dass trotz der Notlage die Ressourcenlage zwar schwer zu managen war, aber insgesamt fühlte es sich eben doch so an, als ob die ganze Welt an einem Strang ziehe. Neue Kadetten waren fast jederzeit verfügbar, Wissenschaftler zur Forschung und Ingenieure zur praktischen Umsetzung neuer Technologie spazierten in Gruppen zur Türe hinein, wenn man die richtigen Gebäude errichtet hatte. Diese Zeiten, kann man sagen, sind endgültig vorbei.

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Nur sehr spärlich findet und rekrutriert man neue Männer und Frauen in die Organisation. Man entscheidet nach ihren Eigenschaften und Spezialitäten selbst, wie man sie einsetzt, danach sieht man sie werkeln, forschen, trainieren. Man ist wesentlich näher am Geschehen, es ist eine weniger distanzierte Form der Organisation.

XCOM 2 - Auf Tuchfühlung – ganz nah am Soldatentod

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Den Besatzungstruppen der Erde tritt XCOM in einem gekaperten Alien-Schiff entgegen.
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Sowohl Forschung als auch Bau tragen wieder Gesichter. Zwar ist die Zeit von Dr. Vahlen mit ihrem abartig schlechten Deutsch und dem resignierten Dr. Shen abgelaufen, doch Shens Tochter Lily und ein neuer Wissenschaftler übernehmen das Ruder. Und um das Quartett zu vollenden: Auch der ominöse Schattenmann mit Glatze und Kehlkopf-Krebs-Stimme lässt ein wohliges "Welcome back, Commander." dröhnen. Cool.

Auch an seinen Soldaten ist man näher als je zuvor. Nicht nur ist ein wesentlich größerer (aber auf gleiche Weise handzuhabender) Grad an Customizing verfügbar, sowohl für die Soldaten, ihre Stimmen, Farbpaletten, ihre Rüstungen und diesmal sogar Dinge wie Tattoos und ihre Waffen. Man kann sie auch individuell besser trainieren, was jeweils mit eigenen Animationen versehen ist, so rückt man rein menschlich wesentlich näher an sie heran – was es natürlich später umso schwerwiegender macht, wenn ihnen eine gut platzierte Energiekugel auf dem Feld der Ehre die Visage wegfräst.

Man wird auch strategisch näher denn je an der Action sein - komplett mit vielen neuen spielerischen Optionen.Ausblick lesen

Auf der von früher her bekannten Weltkarte müssen diesmal nicht nur Notfälle beantwortet werden, sondern es können auch Orte untersucht werden (ein kleiner "XCOM-gamescom"-Witz kam zustande, als der Avenger auf der Weltkarte Köln untersuchte), um Ressourcen und derlei zu finden. Das System scheint wesentlich offener gestaltet zu sein, man ist jetzt schon gespannt, was da noch auf uns zukommt.