Die Kritik an dem hohen Stromverbrauch von Konsolen ist nicht neu – jährlich kommen immer wieder neue negative Stimmen hervor. Die US-Umweltschutzorganisation Natural Resources Defense Council (NRDC) ist aktuell über den Energieverbrauch der Xbox One ganz und gar nicht glücklich und prangert dabei den Standby-Modus an.

Xbox One - US-Umweltschutzorganisation kritisiert Energieverbrauch der Xbox One

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Standardmäßig ist dieser aktiviert, wenn man sich bei der Konsoleneinrichtung von Microsoft hat überzeugen lassen, dass dieser doch ganz komfortabel sein kann. Denn die Konsole startet dadurch nicht nur deutlich schneller als bei einem Kaltstart, sondern man kann das Gerät auch einfach mit einem Sprachbefehl über Kinect aufwecken oder Downloads im Schlafzustand durchführen. Was ganz angenehm für den inneren Faulpelz sein kann, ist für die Stromrechnung alles andere als vorteilhaft.

Interessanterweise ist es so, dass das europäische Gesetz die Hersteller dazu verpflichtet, einen energiesparenden Modus einzubringen. Daher können die Nutzer in Europa auch anfangs entscheiden, ob sie den 'Instant On'-Modus nutzen wollen oder nicht. Da in den USA kein solches Gesetz existiert, gibt es bei den US-Konsolen keine entsprechende Option bei der Einrichtung. Sie laufen also von Anfang an im 'Instant On'-Modus.

NRDCs Senior Scientist Noah Horowitz bezeichnet den Standby-Modus als "dürftig gestaltet", während die Konsole beim reinen Spielen durchaus effizient arbeite. Wenn sich die Xbox One in diesem Standby-Modus befindet, so verbraucht sie nach wie vor 12,5 Watt. Hochgerechnet seien das laut Horowitz (theoretisch) bis zu 250 Millionen US-Dollar im Jahr, die Spieler alleine für dieses Feature insgesamt ausgeben.

Dieser 'Instant On'-Modus verbraucht gut 40 Prozent der Gesamtenergie der Konsole – also schon fast die Hälfte: "Es ist einfach lächerlich, dass eine Option, über die sich viele Nutzer wahrscheinlich keine Gedanken machen, so viel Energie verschwendet."

Im vergangenen Jahr kritisierte NRDC bereits die Standby-Modi der Xbox One und PS4. Dabei machte man deutlich, dass die beiden Konsolen zwei bis drei Mal so viel Energie wie ihre Vorgänger verbrauchen.

Horowitz betonte, dass Sony bereits einen gewissen Fortschritt gemacht hat, indem die Energie quasi gekappt wird, wenn der DualShock 4 über die USB-Ports voll aufgeladen wurde. Und auch Microsoft habe Fortschritte gemacht: von 18 Watt im Standby-Modus konnte man den Verbrauch auf 12,5 Watt senken. Dennoch habe Microsoft einige Aufforderungen ignoriert, um noch den einen oder anderen Schritt weiterzugehen.

Ein Sprecher von Microsoft antwortete, dass die Xbox One eine skalierbare Struktur besitze und nur die Rechenkapazität nutze, die für eine Aufgabe benötigt werden. Wenn die Konsole bereit für den Sprachbefehl 'Xbox an' ist, dann verwendet sie rund 12 Watt. Doch in ihrem niedrigsten Energiezustand würde sie ein halbes Watt verbrauchen.

Horowitz meinte darauf, dass es keinen triftigen Grund dafür gebe, dass die Geräte ständig auf die Stimme der Nutzer hören und dadurch gut 12 Watt verbrauchen. Selbst dann, wenn die Konsole nicht laufe und der Nutzer nicht Zuhause wäre. Microsoft habe einige der klügsten Ingenieure im Team, die es schnell schaffen sollten, dies zu beheben. Noch hat er die Hoffnungen nicht aufgegeben.