Warum immer nur die anderen sabbeln lassen, wenn man selbst ein Review zu einem Xbox-One-Spiel erstellen kann? Oder ein ausführliches Let's Play mit authentischen Reaktionen? Im Zeitalter der neuen Konsolen ist das alles kein Problem mehr. Microsofts Konsole bringt von Haus aus nützliche Werkzeuge mit, die euch das Aufnehmen von Videos und Gameplay leichter macht als je zuvor.

Auf der Xbox One ist es sehr einfach, den Spaß an Videospielen mit Freunden zu teilen, ja womöglich sogar zur gefragten Web-Persönlichkeit aufzusteigen, denn Microsofts Konsole zeichnet permanent auf, was ihr spielt. Genau genommen werden konstant die letzten fünf Minuten eurer Sitzung im internen Speicher festgehalten. Zusätzlich steht Xbox Live direkt mit dem Streaming-Service Twitch in Verbindung, sodass ihr auf Knopfdruck live auf Sendung geht. Wie das alles funktioniert und welche Alternativen zur Verfügung stehen, erfahrt ihr in diesem Tutorial.

Xbox One Videos mit Game DVR aufzeichnen

Kein großartiger Moment geht euch mehr durch die Lappen, dank Game DVR. Diese App gehört standardmäßig zur Ausrüstung eurer Xbox One und zeichnet permanent die letzten fünf Minuten Gameplay auf. Um dieses Video dauerhaft zu speichern, müsst ihr der Xbox nur den entsprechenden Hinweis geben. Habt ihr gerade einen irren Stunt hingelegt, einen Boss in Rekordzeit niedergemäht oder eine Bestzeit herausgefahren, dann bedient euch dieser drei Optionen.

1) Sofern ihr die Kinect-Sprachsteuerung verwendet, sagt ihr einfach „Xbox, aufzeichnen!“.
Ein Menü erscheint, in dem ihr auswählt, wie lang die Aufzeichnung sein soll. Maximal fünf Minuten sind möglich. Achtung: Ihr wählt nicht die zukünftigen fünf Minuten aus, sondern die vergangenen.

2) Andernfalls drückt ihr den runden Xbox-Button auf dem Controller und wählt im Hauptmenü die Game-DVR-Kachel aus. Auch hier erscheint das Menü, in dem ihr auswählt, wie lang die Aufzeichnung zurückreichen soll.

3) Die dritte Möglichkeit, das Game-DVR-Menü zu erreichen, findet ihr anhand des Optionen-Knopfs am Controller – der frühere Start-Knopf.

Xbox One - Tutorial: Gameplay-Videos aufnehmen, Game DVR und Elgato

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Mehr Leistung, nicht nur für Spiele: Die Xbox One zeichnet permanent die letzten fünf Minuten Gameplay auf, was überaus praktisch ist.
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Mit Schnipseln zu je fünf Minuten könnt ihr zwar nicht viel auszeichnen und seid auf eine Auflösung von 720p beschränkt, doch die Bildqualität der Aufnahmen ist ziemlich gut. Ihr müsst allerdings damit rechnen, dass Microsoft und Spiele-Hersteller das Aufzeichnen gewisser Szenen nicht zulassen (um Spoiler zu vermeiden) oder notfalls die Hintergrundmusik ausblenden können, um Probleme mit Lizenzen und Nutzungsrechten zu vermeiden. In der Regel bekommt ihr selbstverständlich einen unveränderten Clip. Nun müsst ihr lediglich entscheiden, was ihr mit den Aufnahmen anstellen wollt.

Upload Studio – Videos zuschneiden, bearbeiten und hochladen

Die Game-DVR-Funktion der Xbox One ist vornehmlich für Highlights gedacht. Wollt ihr längere Videos festhalten, dann müsst ihr auf Alternativen zugreifen, die in späteren Kapiteln dieses Tutorials angeführt werden.

Um euren Zuschauern langatmige Einleitungen zu ersparen, könnt ihr gespeicherte Clips direkt nach dem Festhalten bearbeiten und veröffentlichen. Dazu benötigt ihr die kostenlose App Upload Studio. Ihr findet sie im Online-Store von Xbox Live – es wird keinerlei Abonnement benötigt, also auch kein Gold-Account.

Öffnet ihr Upload Studio, so dürft ihr euch aussuchen, welches Video ihr bearbeiten wollt, es an entsprechenden Stellen kürzen oder nachkommentieren. Die entsprechenden Optionen sind eindeutig und leicht zu verstehen – schneidet einfach die Passagen am Anfang bzw. Ende eures Clips heraus, die wegfallen sollen, und speichert das Resultat ab. Wer Kinect angeschlossen hat, darf nachträglich ein Kommentar-Video aufzeichnen und es per Bild-in Bild-Funktion einfügen. Wahlweise klemmt ihr es auch vor oder nach euren Gameplay-Clip. Bis zu fünf Clips dürft ihr in eine Sequenz packen. So bekommt ihr in Windeseile ein brauchbares Video gezaubert.

Xbox One Videos speichern: Upload und Cloud (OneDrive)

Gespeicherte Videos könnt ihr leider nicht direkt von der Konsole kopieren, wie auf der PS4 – etwa über einen USB-Stick. Aber es stehen zwei andere Möglichkeiten zur Verfügung.

Einerseits könnt ihr eure Videos direkt für die Xbox-Community verfügbar machen, indem ihr die Share-Funktion nutzt. So können all eure Freunde Aufzeichnungen an eurer Neuigkeiten-Wand einsehen und kommentieren. Microsoft plant zudem für die Zukunft direkte Uploads auf YouTube und Facebook.

Wollt ihr eure Clips extern bearbeiten oder auf eurem PC speichern, so bleibt euch der Zugriff über Microsofts Cloud mit dem Namen OneDrive. Auch diese Funktion benötigt kein Gold-Abo und ist für jeden verfügbar.

Einmal eure Videos in die Wolke hochgeladen, braucht ihr euch nur noch an einen PC zu setzen und diese Webseite anzusteuern. Logt euch mit euren Microsoft-Zugangsdaten, die ihr auch für den Gold-Account nutzt, dort ein. Eure Clips liegen im Karteireiter Dateien im mp4-Format vor und können problemlos heruntergeladen werden.

Xbox Gameplay aufzeichnen: Capture Devices

Euch genügen fünf Minuten Aufnahmezeit bei 720p nicht und ihr wollt auch keine Live-Sendungen übertragen? Dann bleiben nur noch externe digitale Aufnahmegeräte, sogenannte Capture Devices. Das Prinzip ist einfach: Das Aufnahmegerät greift das Bild- und Tonmaterial vom HDMI-Kabel ab und codiert daraus ein Video, das die meisten PC-Schnittprogramme bearbeiten können. Damit ihr gleichzeitig am großen Fernseher spielen könnt, gibt das Gerät das Bild auch gleich wieder per HDMI aus – das Signal wird sozusagen durchgeschleift.

Die Xbox One ist allgemein sehr capturefreundlich und verweigert lediglich das Abgreifen von Spielfilm-Material. Legt ihr also eine Blu-ray ein oder startet einen Download-Film, dann wechselt die Konsole in den HTCP-Modus, der das Bild verschlüsselt. Bei Spielen ist die Verschlüsselung standardmäßig deaktiviert.

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Capture Devices gibt es in unterschiedlichen Ausführungen zu diversen Preisen. Der Hauptunterschied zwischen den Modellen besteht in der Art, wie und wo die abgegriffenen Videos abgespeichert werden. Es gibt Modelle, die einen eingebauten Speicher verfügen beziehungsweise den Anschluss eines USB-Sticks erlauben. Alles Weitere übernehmen sie nach dem Aufnahmekommando selbsttätig. Diese Geräte sind bequem und stromsparend, dafür aber auch etwas teurer und mit einem kleinen Nachteil behaftet: Man kann nicht sofort einsehen, ob Aufnahmen womöglich misslungen sind oder falsch codiert wurden. Ist der Speicher einmal voll, hilft zudem nur noch Platz schaffen, indem man die Daten woanders ablegt. Dadurch kann der Spielfluss bei längeren Sitzungen unterbrochen werden.

Die günstigeren Varianten solcher Geräte setzen einen PC voraus, der während der Aufnahmen im Betrieb ist. Statt Videos sofort intern abzuspeichern, übertragen sie das Videomaterial per USB-Kabel an den PC. Das dort installierte, zugehörige Programm codiert die Videos in Echtzeit und legt sie auf der Festplatte ab, was allerdings erheblich zeitverzögert passiert (circa zwei Sekunden). Man kann also nicht auf das Durchschleifen des Signals an den Fernseher verzichten. Der verfügbare Speicher allerdings nur noch von der Größe der verwendeten Festplatte ab.

Wichtige Hinweise
Geräte, die über einen PC 1080p und 30 Bilder die Sekunde bei hoher Qualität aufzeichnen sollen, funktionieren nur mit dem USB-3.0-Standard. Der verwendete PC darf also keinen Staub angesetzt haben. Manche Geräte erlauben zusätzlich eine Aufzeichnung in 60 Bildern pro Sekunde. In dem Fall solltet ihr eine schnelle Festplatte verwenden und ein paar Reserven beim Arbeitsspeicher mitbringen. Das entsprechende Model von Elgato, das wir bei gamona verwenden, setzt zusätzlich einen Hauptprozessor auf dem Entwicklungsstand der Intel-i5-Serie voraus.