Hat Microsoft das ursprünglich restriktive DRM doch nicht abgeschafft? Microsoft sagt Nein, aber ein Vorfall mit Call of Duty: Ghosts spricht da eine andere Sprache.

Xbox One - Restriktive DRM immer noch aktiv? Microsoft sagt Nein

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Was ist dran an den Aussagen?
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Microsoft hatte eigentlich nach heftigen Protesten und der drohenden Aussicht, gegenüber Sony den Kürzeren zu ziehen, das restriktive DRM und den 'Always on'-Zwang abgeschafft.

Erst vor kurzem teilte Albert Penello, Microsofts Senior Director of Product Management, über NeoGAF mit, dass es definitiv keine Rückkehr zu den alten DRM-Richtlinien und auch keinen erzwungenen 24-Check geben wird, da diese Richtlinien in erster Linie für digital erworbene Güter gedacht waren. Da Microsoft nun aber von diesen Richtlinien zurückgetreten ist, sehe Penello keine Gefahr für Spieler, die sich heute Inhalte kaufen, weder auf Disc noch digital.

Eine Rückkehr zu einigen der Richtlinien könne er sich ohnehin nur dann vorstellen, wenn sich Microsoft dazu entscheiden würde, das Family Sharing wieder einzuführen. Dann allerdings, bestünde durchaus die Möglichkeit, dass zwei Richtlinien-Modelle nebeneinander bestehen könnten.

Doch nun hat André Weingarten, der unter seinem Twitter-Account Moonlightswami am vergangenen Wochenende Informationen und Details zur Xbox One veröffentlichte, nachdem ihm der US-Händler Target aus Versehen bereits seine Konsole lieferte, über Twitter mitgeteilt, dass er derzeit so gut wie gar nichts mit der Xbox One anfangen könne. Nicht einmal in die Settings könne er gehen.

  • "Nur ein schnelles Update, mit meinem temporären Konsolen-Bann kann ich Ghosts NICHT offline spielen. Es wird eine Internetverbindung verlangt, und der Konsolen-Bann verhindert Live."
  • "Nur um es mal klarzustellen, es wurde schon vor Monaten mitgeteilt, dass eine Internetverbindung benötigt wird. Kann wegen dem Konsolen-Bann nicht wirklich etwas anstellen, nicht sicher."

Interessanterweise kursieren gerade im Internet Vergleichsbilder zu den PS4- und 'Xbox One'-Versionen. Zu sehen sind die Rückseiten der Hüllen. Nur auf der PS4-Version wird explizit darauf hingewiesen, dass Offline-Spielen möglich ist.

Daran, dass er den 'Day One'-Patch noch nicht installiert hat, ohne den die Xbox One nicht funktioniert, kann es nicht liegen, denn Weingarten teilte bereits mit, dass sich der Patch sofort nach Booten sofort selbstständig herunterlädt und installiert.

Entweder sorgt der Konsolen-Bann also nicht nur für den Ausschluss von Xbox Live, sondern auch für eine komplette Sperre der gesamten Konsole oder aber, nicht Microsoft, sondern der Publisher bestimmt, ob für sein Spiel eine Online-Anbindung zwingend vorausgesetzt wird. Eine weitere Möglichkeit wäre aber auch, dass der Patch, den Weingarten heruntergeladen und installiert hat, nicht etwa der 'Day One'-Patch war, sondern nur ein temporärer Patch, der mittlerweile bereits veraltert und durch einen weiteren Patch ersetzt wurde. Ohne Onlinezugang ließe sich hiermit allerdings nicht erklären, wieso Weingarten Call of Duty: Ghosts nicht mal offline spielen kann.

Penello hat sich jedenfalls auf Anraten eines Twitter-Followers ins NeoGAF-Forum begeben, wo die Thematik diskutiert wurde und folgendes mitgeteilt:

"Wir haben noch zwei Wochen bis zum Launch. Die Konsole befindet sich in einem Pre-Release-Zustand. Wir machen regelmässig Updates - ich habe erst vor einigen Minuten ein Update ausgeführt, bevor er (Weingarten) twitterte. Sein Build ist jetzt veraltert. Deswegen wollten wir ja nicht, dass sich die Leute zu früh einloggen - es ist noch nicht fertig. Dieses Verhalten gibt es nur, weil wir uns noch im Pre-Release befinden. Wenn wir den Launch starten, wird die Konsole genau so arbeiten, wie ihr es von einer Xbox 360 gewöhnt seid. Ganz sicher hat das nichts mit der Voraussetzung einer Internetverbindung zu tun. Es gibt auch keine DRM-Entfernung im 'Day One'-Patch, da keine der Konsolen jemals mit dem Zeug gebaut wurde. Es hat auch nichts mit Call of Duty: Ghosts zu tun, [...] Es gibt auch keinen 24-Check, das steht fest."

Doch wenn das die Antwort ist, warum hat sie dann Larry 'Major Nelson' Hryb, immerhin einer der wichtigsten Personen hinter der Xbox One, nicht gewusst? Als Weingarten Microsofts Director of Programming über Twitter kontaktierte und nachhakte, antwortete Hryb lediglich:

  • "@Moonlightswami, ich habe veranlasst, dass sich das Team der Sache annimmt."

Es bleibt also zu hoffen, dass Penellos Statement nicht reine Verschleierung darstellt und dies der wahre Grund war, warum Microsoft Weingartens Konsole vorerst bannte.