Die E3 ist zu Ende und das große Duell der Konsolenhersteller scheint auf den ersten Blick einen eindeutigen Gewinner hervorgebracht zu haben - Sony mit der PS4. Doch beide Hersteller verfolgen einen unterschiedlichen Ansatz. Während Sony den Spielern ihre bekannten Rechte lassen will, sieht Microsoft in der Xbox One die Zukunft der Konsolen, und viele Spieler scheinen das, ihrer Meinung nach, einfach noch nicht erkannt zu haben. Auch wenn Microsoft bislang felsenfest auf Kurs blieb, zeigt das Unternehmen doch ein wenig Bereitschaft, einen Punkt zu überdenken.

Xbox One - Microsoft deutet Bereitschaft an, Offline-Gaming zu überdenken

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Microsoft sieht in der Xbox One die Zukunft
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Wie sicher Microsoft sich seiner Sache ist, sieht man daran, dass das Unternehmen es trotz all der Kritik und Änderungsaufrufe der Spieler nicht für notwendig befindet, ihre Ziele neu zu definieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass man nicht den Kurs dahin etwas korrigieren könnte.

In einem Interview mit r/games wurde Microsofts Director of Programming For Xbox Live Larry Hryb aka Major Nelson eine Frage gestellt, die wohl für viele Spieler mit ein wichtiges Kriterium darstellt, und darüber entscheiden könnte, ob sie sich die Konsole kaufen werden oder nicht. "Kann man 'Xbox One'-Spiele auch weiterhin spielen, nachdem die Xbox One Server am Ende der neuen Generation heruntergefahren wurden?"

Wie bekannt ist, verlangt die Xbox One einen mandatorischen 24-Stunden-Check, ohne den man nicht spielen kann. Major Nelson reagiert daraufhin mit derselben Antwort, die er jedem gibt, der ihm diese Frage stellt: "Ich sag nur das: Wir haben diese Generation noch nicht einmal begonnen, daher wäre es doch etwas verfrüht, schon jetzt vom Ende der Generation zu sprechen. Das ist sicherlich nicht das, was wir tun würden. So wurde das System nicht designt. Es wurde für Flexibilität designt. Aber lasst uns das System erst einmal herausbringen."

Auf die Frage, ob Microsoft überlege, einige Dinge an der Konsole zu ändern, und ob Sonys Pressekonferenz sie auf irgendeine Weise beeinflusst habe, antwortet Hryb, "Ich denke nicht,...ich meine, wir werden nicht wirklich irgendwas, von dem, was wir mit der Xbox One gemacht haben, ändern. Wir sind ziemlich glücklich,...hast du die Spiele auf der Bühne gesehen während unseres Briefings? Hast du die Exklusivtitel gesehen? Ich meine, wir sind wirklich stolz auf das System und die Spiele, die herauskommen. Wenn du dir Spiele wie TitanFall ansiehst, hast du dir schon TitanFall angesehen? Genug geredet. Das Gespräch ist beendet. Wir sind wirklich glücklich mit dem, was wir auf der Bühne präsentiert haben und auch glücklich mit dem, was wir hier auf dem Stand präsentieren, also denke ich, dass es, uhm...dass es sicher ist zu sagen, dass wir überzeugt davon sind, wohin wir gehen. Wir sind auch überzeugt davon, dass die Spieler unsere Vision und was wir an Spielen bieten, lieben werden."

Doch scheinbar heißt das nicht, dass sich Microsoft wohlgemeinte Ratschläge nicht anhört. Denn Hryb, der schon einmal einem Leser auf Reddit geantwortet hat, als sich dieser enttäuscht von der Informationspolitik Microsofts zeigte, hat sich auch dieses Mal eingeklinkt, als ein Reddit-Leser einen Vorschlag von einem Neogaf-Mitglied auf Reddit veröffentlichte.

Im Grunde geht es bei dem Vorschlag darum, das Cloud-Gaming-Feature Family-Sharing und damit auch das Always-On als Option anzubieten, statt es zwingend vorauszusetzen. Ein Spieler, der auf das Family-Sharing zurückgreifen möchte, könnte die Option nutzen und würde dann sein Spiel mit bis zu 10 Freunden oder Familienmitgliedern teilen können. Wer allerdings lieber offline spielen möchte, hätte dafür dann keinen Zugriff auf das Family-Sharing und weitere Vorzüge, die Always-On mit sich bringen könnte.

So formulierte Reddit-Leser "veul" folgende Option:

  • "Kann Xbox One keinen 24-Check durchführen, dann: [] Deaktiviere Spiel & Erlaube Sharing [] Aktiviere Spiel & Verweigere Sharing"

Hryb antwortete sofort, "Ich muss mich mit den Ingenieuren besprechen, aber ich sehe keinen Grund, warum das nicht möglich wäre."

Die Angst, dass die eigene, teuer erstandene 'Xbox One'-Spielesammlung nach 10 oder 15 Jahren, wenn die Server abgeschaltet wurden, nicht mehr zugänglich sein wird, und auch das Unbehagen vieler, zum Online-Check gezwungen zu werden, sind zwei gewichtige Punkte, deren Lösung sicher dazu beitragen könnte, dass viele, die momentan noch zögern, sich doch dazu entscheiden könnten, sich eine Xbox One zu kaufen.