Special: Die XBox Live

Seit dem 14. März können nun auch deutsche Spieler offiziell mit der Xbox übers Internet zocken. Pünktlich zum ersten Geburtstag von Microsofts Spielkonsole ist der Startschuss für den Onlinedienst "Xbox Live" gefallen. Voraussetzungen, Nutzen und Zukunftspläne - wir verraten, was Microsofts Online-Offensive bringt.Voraussetzungen
Wer mit der Xbox ins Internet will, benötigt neben der Konsole einen Breitbandanschluss. Da Microsoft ruckelfreies Spielen für alle ermöglichen will, müssen Analog-Nutzer leider draußen bleiben. Besitzer eines DSL-Zugang vom Providerriesen AOL müssen vorerst ebenfalls in die Röhre gucken.

Der Anbieter benutzt nämlich ein eigenes Internet-Protokoll, das mit "Xbox Live" derzeit nicht kompatibel ist. In Foren diskutieren AOL-Nutzer aber bereits darüber, wie man dieses Problem umgehen kann. Welche Provider das Online-Konsolen-Vergnügen unterstützen, können Interessierte auf der Xbox-Webseite nachlesen.

Wer einen Breitbandzugang von einem der dort aufgezählten Anbieter besitzt, kann sich für 60 Euro das so genannte "Starter Kit" zulegen. Da beim Anmelden nach einer Kreditkartennummer gefragt wird, brauchen Videospielefans außerdem das Plastikgeld, um loslegen zu können. Doch keine Angst: Im ersten Jahr ist das Spielen gratis. Microsoft will mit der Abfrage sichergehen, dass sich keine Hacker einschleichen. Wie viel der Service nach dem ersten Testjahr kosten wird, ist noch unklar.

Ist das Startpaket gekauft, muss nur noch schnell die Anmeldung vollzogen und das mitgelieferte Headset eingestöpselt werden.Da das Paket bereits Online-Demos der Spiele "Whacked!" und "MotoGP" enthält, kann es dann auch sofort losgehen.

Features
Mittlerweile haben sich bereits über 350.000 User registrieren lassen, davon etwa 20.000 in Europa. Für genügend Gegner ist also gesorgt. Jeder der Nutzer hat mit dem so genannten "Gamertag" das gleiche Pseudonym in allen Spielen. Dadurch wissen die Gamer in jedem Match sofort, wer ihnen gegenübersteht. Ob es der nette Teamkollege aus dem letzten Footballspiel ist oder der unfaire Camper von der vergangenen Ego-Shooter-Session.

Besonders beliebte Mit- oder Gegenspieler kann man in seine Freundesliste aufnehmen. Wer dort eingetragen ist, kann leicht wiedergefunden und problemlos zum Match einladen werden.

Zudem hat jeder Spieler die Wahl, gegen wie geübte Gegner er antreten will. Diese Funktion soll verhindern, dass bei Profis Langeweile und bei Anfängern Frust aufkommt.

Besonders geübte Zocker finden in den ersten sich bereits bildenden Clans Gleichgesinnte. Ein tolles Feature ist das im Starter Kit mitgelieferte Headset, das von jedem Spiel unterstützt wird. Es ist praktisch, um mit den Teamkollegen Taktiken zu besprechen, und verleitet zum Plaudern und kennen lernen von anderen Spielern.

Wer sich lieber nicht zu erkennen geben möchte, verfremdet seine Stimme. Da sowohl kindliche als auch maschinell klingende Stimmen auf Dauer nerven, ist diese Funktion aus Rücksicht auf die Mitspieler aber nicht besonders zu empfehlen. Wird das Geplapper eines Mitspielers unerträglich, schaltet man ihn einfach stumm.

Auch der gesamte Communicator kann ausgeschaltet werden. Schließlich braucht nicht die gesamte Zockergemeinde mitzuhören, wenn man mit Freunden im Raum sprechen möchte. Außer dem vernetzten Spielen bietet "Xbox Live" noch ein anderes nützliches Extra.Dank der integrierten Festplatte lassen sich zusätzliche Missionen, Strecken und Levels zu einigen Games herunterladen. Allerdings werden sich künftig auch kostenpflichtige Downloads unter diesen Angeboten befinden. Wer aber mit der Xbox im Web surfen will, hat Pech gehabt. Die Kiste soll nur zur Unterhaltung in Verbindung mit Spielen dienen.

Spiele
Im Moment gibt es neben den zwei Online-Demos aus dem Starter Kit sechs weitere Spiele, die man über "Xbox Live" zocken kann: Shooter-Fans können zwischen "Unreal Championship" und Tom Clancy´s "Ghost Recon" wählen, Freunde des skurrilen Humors greifen zu "Whacked! ".

Außerdem online spielbar sind das Footballgame "NFL Fever 2003", der Actiontitel "MechAssault" und das Beat´em Up "Capcom vs.SNK2". Auch Besitzer der Titel "Splinter Cell", "ToeJam & Earl III: Mission to Earth" und "MX Superfly" können "Xbox Live" nutzen.

Zwar kann man diese Spiele nicht online zocken, aber über den Service stehen neue Level, Strecken oder Charaktere zum Download bereit. Bis Ostern sollen 15 Spiele in den Läden stehen, die den Onlinedienst für die Microsoft-Konsole unterstützen. Bis Jahresende planen die verschiedenen Hersteller um die 50 "Xbox Live" taugliche Spiele auf den Markt zu bringen. Darunter werden sich dann Highlights wie das Rollenspiel "Star Wars Galaxies", das Motorradrennspiel "Moto GP2" und der Shooter "Brute Force" befinden.

Alternativen
Doch lohnt sich "Xbox Live" überhaupt oder soll ich lieber zur Konkurrenz greifen? Nintendo hat seine Konsole bereits am 7. März in Deutschland ans Netz geschickt. Vorteil: Da die Firma als einziger Hersteller neben einem Breitbandadapter auch ein Modem anbietet, werden hier auch User mit einem analogen Webzugang bedient.
Leider gibt es bislang nur ein Spiel für die Onlinewelt des GameCubes: Das Rollenspiel "Phantasy Star Online".Wer es zocken will, muss neben den Kosten für das Modem (um 50 Euro) noch einmal in die Tasche greifen. Nach den ersten 30 Spieltagen fallen monatliche Gebühren von 8,95 Euro im Monat an.

Wie es mit weiteren Titeln und den dazugehörigen Gebühren aussieht, erfahren wir wahrscheinlich erst auf der E3. Da es momentan noch kein Headset für den Nintendo-Würfel gibt, sind Zocker noch auf den Chat per Controller angewiesen. Sony setzt mit seiner PS2 - wie Microsoft - ausschließlich auf Breitbandnutzer, für die der Konzern ab Juli auch in Deutschland einen Adapter anbieten will. Im Moment sucht Sony Freiwillige für die Testphase, die im April beginnen soll.

Die Tester sollen dann zum Beispiel den Shooter "SOCOM: US Navy SEALs" und das Crash-Rennspiel "Twisted Metal: Black Online" zocken können. Welche weiteren Games uns erwarten und wie viel der Dienst kosten wird, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich wird auch Sony ein Startset mit einem kostenlosen Jahresabo und Headset anbieten.

Dieses Sprachtool wird aber wahrscheinlich nicht mit allen Online-Games funktionieren. Mit dem im Frühjahr erscheinenden "Eye Toy", einer Kamera für die PlayStation 2, wird es künftig wahrscheinlich auch möglich sein, Videokonferenzen abzuhalten.

Fazit
"Xbox Live" ist ein durchdachtes Konzept und eine gute Alternative zum online zocken am PC. Sinnvolle Features, wie das mit allen Games kompatible Headset, machen "Xbox Live" zu einer runden Sache. Und bei den vielen angekündigten Titeln dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Xbox-Besitzer, die lieber mit anderen Menschen als gegen virtuelle Gegner spielen, dürfen also bedenkenlos zugreifen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Kosten nach Ablauf des Jahresabos kein böses Erwachen bringen. Während Nintendos Online-Angebot bislang noch mager ist, dürfen wir gespannt sein, was Sony in Sachen Online-Gaming ausbrütet. Abgesehen davon wird "Xbox Live" bestimmt auch in Europa ein Erfolg werden.???object??? ???/object???
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