Volition, die Entwickler hinter Spielen wie Saints Row: The Third oder Red Faction: Armageddon sehen den Untergang der Spieleindustrie voraus. Warum? Natürlich ist der Gebrauchtspielemarkt schuld. Um so begeisterter ist die Spieleschmiede von Microsofts angeblichen Plänen, eine „Anti-Gebrauchtspiel-Funktion“ in die nächste Xbox-Generation zu integrieren.

Xbox 360 - Volition verbreitet Gerüchte über das "Anti-Gebraucht-Spiel-System" der nächsten Xbox

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Der Gebrauchtspielemarkt zerstört die Spieleindustrie - ein immer wieder gern beklagtes Leid.
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In der Tat ist der Handel mit gebrauchten Spielen ein recht florierender. Einzelhandelsketten wie GameStop machen Umsätze in Millionenhöhe damit, dass Spieler ihre gebrauchten Spiele verkaufen und andere eben diese Spiele wieder günstiger kaufen. Dabei sieht die Spieleindustrie keinen Cent davon - was die Entwickler natürlich wurmt.

Ein finsteres Bild vom Untergang der Spieleindustrie zeichnet James Durall, Design Director von Volition, im Spieleenwickler-Blog AltDevBlog. In dem, mit dem zweideutigen Titel „Ich fühle mich benutzt“ [eigentlich „gebraucht“, da er den Begriff „used“, verwendet, welcher im Deutschen aber zweideutig ist, da er sowohl auf „benutzt“ als auch auf „gebraucht/abgenutzt“ referiert], behauptet er, dass eine Änderung in der Industrie notwendig ist, da sie ansonsten zusammenbrechen würde.

„Die Leute verstehen oft die Kosten nicht, die in die Erzeugung dieser gewaltigen Erlebnisse geht, die wir für nur 60 Dollar in die Regale stellen. Sie scheinen ebenfalls nicht zu realisieren, wie sehr sie uns damit verletzen, wenn sie ein gebrauchtes Spiel kaufen und dass raubkopieren einfach ganz klarer Diebstahl ist.“

Durall arbeitet derzeit an einem geheimen Projekt bei Volition, bei dem es um einen Plan geht, den Gebrauchtspielemarkt zu bekämpfen. Er geht davon aus, dass die Unterstützung für Spiele mit Downloadinhalten die Nutzer dazu animieren wird, ihre Spiele länger zu behalten. Er warnte allerdings auch davor, dass der Plan nur dann funktioniert, wenn die Downloadinhalte wirklich gut und vor allem ihr Geld wert sind.

Er machte auch seine Unterstützung für Systeme mit Online-Pass deutlich, wie sie von EA, Sony und THQ eingeführt worden sind, bei denen bestimmte Inhalte, meist die Multiplayer-Modi der entsprechenden Spiele, nur denen zugänglich gemacht werden, die ein Spiel neu gekauft haben. Bei einigen EA-Spielen ohne Multiplayer, wie zum Beispiel Sims 3, kann man etwa nur dann auf den Spielermarktplatz zugreifen, wenn man einen registrierten Online-Pass hat.

„Einige Leute beschweren sich über diese Methoden, weil die Präzedenz immer die gewesen ist, dass es schon im Preis inbegriffen war und damit [mit den Multiplayer-Modi] ausgeliefert werden sollte. Es war so für die Person, die es zuerst gekauft hat... also waren die fünf gesparten Dollar bei GameStop es für euch wert [darauf zu verzichten]?“

Er begrüßte ebenfalls Sonys Pläne, die digitalen Versionen von Spielen für die PlayStation Vita, die nicht als gebrauchte Versionen verkauft werden könnte, für einen niedrigeren Preis anzubieten. Durall geht davon aus, dass der günstigere Preis dazu führen würde, dass die Spieler mehr auf digitale Kopien setzen werden und dass dies wiederum dazu führen wird, dass weniger gebrauchte Spiele auf dem Markt sein werden. Außerdem war er sehr begeistert von dem Gerücht, dass Microsoft mit der nächsten Xbox-Generation verhindern wolle, dass Spiele gebraucht gekauft werden können. Das wäre eine „fantastische Veränderung für unser Geschäft.“ Er glaubt, dass die Spieler mehr und mehr verstehen würden, warum es ihn nicht umbringen würde, ein Spiel neu zu kaufen, statt gebraucht.

Durall äußerte sich sogar zu der Technologie, die Microsoft einsetzen wollte - Volition hätte bereits ein solches System vor Ort. Er schlägt vor, dass Microsoft einfach einen Code bräuchte, mit dem ein Spiel mit einem Xbox-Live-Account verbunden werden könnte, damit das Spiel dann nur noch mit diesem Account spielbar wäre. Er gesteht ein, dass das dazu führen würde, dass Dienste, mit denen Spiele vermietet werden können, damit durchaus geschädigt würden - und dass es da noch einige Fehler auszubügeln gäbe - aber immerhin hält er es für durchaus machbar.