Gut 1,15 Milliarden US-Dollar hat das 'Xbox 360'-Problem "Red Ring of Death" Microsoft gekostet, wie EAs Peter Moore in einem IGN-Podcast verriet. Moore arbeitete bei Microsoft seit 2003, bevor er schließlich 2007 zu EA überging.

Xbox 360 - "Red Ring of Death" kostete Microsoft mehr als 1,1 Milliarde Dollar

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Red Ring of Death, kurz auch RRoD, hat seinen Namen durch die drei blinkenden roten Lichter der Xbox 360, wenn die Konsole nicht mehr funktionieren will. Das Problem war so weit verbreitet, dass Microsoft also 2007 1,15 Milliarden Dollar für die Umtauschaktion zur Seite legen musste.

Moore zufolge hatte er mit seinem Finanzteam diese Summe damals ausgerechnet. Alleine die FedEx-Kosten – also der Transport – sollen sich auf 240 Millionen Dollar belaufen haben. Die Kosten waren auch deshalb so hoch, da der Umtausch selbst möglichst unkompliziert gestaltet werden sollte.

Ein wenig Bammel hatte Moore, als er dem damaligen Microsoft-Chef Steve Ballmer die Situation erklären musste: "Ich saß zitternd vor Steve, den ich wirklich über alles liebe, aber er kann ein sehr einschüchternder Mensch sein. Steve sagte: 'Ok, sag mir, was los ist.' Ich antwortete: 'Wenn wir das nicht tun, dann ist die Marke tot.'"

Schließlich habe Steve ihn gefragt, wie viel all das kosten würde: "Ich atmete tief ein, sah Robbie Bach an und sagte dann: 'Wir denken, es sind 1,15 Milliarden Dollar, Steve.' Und Steve sagte: 'Tut es.' Er zögerte keine Sekunde."

Wenn man laut Moore damals die Entscheidung nicht getroffen bzw. wenn Steve Ballmer die Ausgaben nicht durchgewinkt hätte, dann würde die Xbox-Marke heute wahrscheinlich nicht mehr existieren: "Die Xbox One wäre niemals realisiert worden."

Wie er weiter erklärte, hatte man damals die Theorie, dass der Fehler durch das verwendete Lötzinn auftrat. Denn man musste bleifreies Lötzinn einsetzen, um den europäischen Standards zu entsprechen. Und das passte am Ende nicht mehr mit dem Konstruktionsplan zusammen. Die Hitze von der GPU soll das Lötzinn ausgetrocknet haben.