Mit ihrer Veröffentlichung am 02. Dezember 2005 erschien Microsofts Xbox 360 als erste der drei Nextgen-Konsolen, nämlich ein Jahr vor Nintendos Wii und anderthalb Jahre vor Sonys PlayStation3. Dank dieser Pole-Position konnte die unter dem Projektnamen Xenon bekannt gewordene Konsole viele Spieler für sich begeistern, auch wenn sie mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen hatte.

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Im Laufe der Markteinführung stellte sich nämlich heraus, dass einige der ausgelieferten Geräte nach kurzer Zeit unerklärlich kaputt gingen. Kurze Zeit später wurde bekannt, dass es ein Hitzeproblem bei den ersten Modellen gab. Die Xbox 360 signalisiert Probleme mit der Hardware über einen rot-blinkenden Lichtkreis um den Powerschalter herum. Dieser wird aufgrund seines relativ häufigen Auftretens unter den Spielern ironischerweise auch „Red Ring of Death“ genannt.

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Die Xbox 360 hatte mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen.
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Doch statt sich von dem Hitzeproblem abzuwenden, zeigt sich Microsoft großzügig und repariert alle beschädigten Konsolen kostenlos, erhöht die Garantie von zwei auf drei Jahre und bessert an betreffender Stelle mit neuer Hardware nach. Kosten für bereits erfolgte Reparaturen werden zurückerstattet. Allerdings musste der Redmonder Konzern deshalb herbe Rückschläge bei den Umsätzen einstecken. Um dem Problem entgegenzuwirken wurden kürzlich einige Modifikationen an der Hardware vorgenommen.

In den ersten Modellen der Xbox 360 wurden unter anderem noch Laufwerke bekannter Hersteller wie zum Beispiel Philips und BenQ verbaut, die besonders aufgrund ihrer Lautstärke kritisiert wurden. Microsoft stieg deshalb 2006 auf Laufwerke der Firma LiteOn und neuere Lüfter um und konnte so die Lautstärke- und Hitzeprobleme in den Griff bekommen. Desweiteren sorgt die neue 65nm-Bauart der CPU und GPU für Linderung der Probleme.

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Aufgrund fehlender Unterstützung eingestampft: Das HD-DVD-Laufwerk.
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Die Xbox 360 setzt übrigens nicht wie Sonys PlayStation3 auf Blu-Ray DVDs, sondern auf herkömmliche DVDs. Anfänglichen Gerüchten zufolge sollte Microsofts Nextgen-Konsole über eine „HD-DVD“-Abspielfunktion verfügen. Doch keines der selbst heute erhältlichen Modelle kann HD-DVDs lesen. Erst ein von Microsoft vertriebenes „HD-DVD“-Laufwerk ermöglicht das Abspielen der neuen Datenträger. Dieses wird allerdings aufgrund mangelnder Unterstützung der Filmindustrie nicht mehr produziert.

Ein wesentliches Feature, dass die Xbox 360 besonders von Nintendos Wii und Sonys PlayStation3 abhebt, ist der ausgeprägte Online-Service Xbox Live. Hier können Spieler nicht nur online gegeneinander antreten, sondern auch Demos, Videos und viele andere Zusatzinhalte herunterladen. Microsoft setzt auf dem „Xbox Live Marktplatz“ die sogenannten „Microsoft Points“ als Online-Währung ein.

Versionen

Die Xbox 360 erschien zu Beginn in Europa als „Core“- und „Premium“-Edition. Die „Core“-Variante stellte das Einsteigermodell dar und kostete mit rund 300,-€ etwa 100,-€ weniger als die „Premium“-Edition, welche mit einer 20GB großen Festplatte, einem kabellosen Controller, einem Headset und einem Ethernet-Kabel ausgeliefert wurde. Beiden Editionen fehlte eine HDMI-Schnittstelle.

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Die Elite-Edition war die erste Xbox 360 mit dem lang ersehnten HDMI-Anschluss.
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Seit 24. August 2007 gibt es die Xbox 360 auch als „Elite“-Edition. Als erste aller Xbox-Varianten besitzt sie eine HDMI-Schnittstelle, prunkt mit ihrer riesigen 120GB Festplatte und besticht mit einem edlen mattscharzfarbenen Gehäuse. Die „Xbox 360 Elite“ kostet zurzeit 299,-€ und wird mit HDMI-Kabel, schwarzem Wireless Controller und ebenfalls schwarzem Xbox LIVE Headset ausgeliefert.

Microsofts „Elite“ übertraf in Sachen Ausstattung die anderen Xbox-Editionen bei weitem. Doch schon kurz nach Einführung der „Xbox 360 Elite“ wurden sämtliche Varianten mit einer HDMI-Schnittstelle produziert, womit der einzige Vorteil der „Xbox 360 Elite“ nur noch bei der größeren Festplatte, der edlen Farbe und dem mitgelieferten Zubehör liegt.

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Hier läuft die Xbox 360 gerade frisch vom Band in die Verpackung.
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Zwei Monate später, nämlich am 26. Oktober 2007, führte Microsoft dann die „Xbox 360 Arcade“ ein, die inziwschen 179,-€ kostet und das „Core“-Modell ersetzt. Im Paket enthalten sind ein Wireless Controller, eine 256MB Speicherkarte, eine Xbox LIVE Silber-Mitgliedschaft und 5 Arcade-Games. Eine Festplatte liegt der „Arcade“-Version jedoch nicht bei, kann aber nachgerüstet werden.

Die ehemals als „Premium“-Edition bekannte Xbox360 ward fortan nur noch (editionslos) „Xbox 360“ genannt. Sie kostet inzwischen 239,-€ und die beiliegende 20GB große Festplatte wurde am 15. August 2008 durch eine 60GB-HDD ersetzt. Weiterhin liegen dieser Variante ein kabelloser Controller, ein Headset und ein Ethernet-Kabel bei.

Zubehör

Was wäre eine Konsole ohne ihren Controller. Der Xbox 360 Controller ähnelt weniger im Design, dafür umso mehr in Sachen Ausstattung dem DualShock-Controller der PlayStation3. Allerdings ist der Xbox-Controller etwas größer und liegt vielen Spielern besser in der Hand. Wer sich über das Kabel stört, dem kann Microsofts Wireless-Controller Abhilfe verschaffen. Der Clou am Xbox-Controller: Er ist dank USB-Schnittstelle auch auf herkömmlichen PCs einsetzbar!

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Mit dem Messenger Kit geht das Chatten in Online-Partien wie von selbst.
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Microsoft bietet für ihre Nextgen-Konsole Festplatten in den Größen 20- und 120GB an. Sie werden problemlos über einen simplen Anschluss an der Oberseite der Xbox angebracht. Für Speicherstände könnte man zwar auch die 64-, 256- und 512MB großen Speicherkarten nutzen, doch in den Genuss sämlicher Xbox-Features, wie etwa Demos und Spielfilmen vom Xbox Live Marktplatz, kommt man nur mit Festplatte.

Für Online-Partien und Videochat dürfen natürlich Headset und Webcam nicht fehlen. Microsoft bietet daher mit ihren Xbox 360 Headset, welches auch als kabellose Variante erhältlich ist, und der Xbox Live Vision mit 640 x 480 Bildpunkten, 30 Bildern pro Sekunde und einer Fotoqualität von 1,3 Megapixeln die passende Ausrüstung an. Texte werden besonders zügig auf dem Xbox 360 Messenger Kit geschrieben.

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Austauschbare Frontpartien sorgen für Abwechslung bei der Xbox 360.
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Seit dem 24. November 2006 bot Microsoft zum Preis von 199,-€ einen Xbox 360 „HD-DVD“-Player an, der jedoch aufgrund mangelnder Unterstützung der Filmindustrie nicht mehr hergestellt wird. Bereits im Januar 2008 zeichnete sich diese Entwicklung ab, als man den Preis auf 99,-€ senkte und Anfang Mai 2008 Restbestände durch Amazon für wahnsinnige 10,-€ verscherbelt wurden.

Da die Xbox 360 über eine abnehmbare Frontpartie verfügt, werden im Handel viele verschiedene Faceplates angeboten. Wer über drahtloses Internet verfügt, wird sich über den Xbox 360 Wlan-Adapter freuen. Dieser ermöglicht nämlich Wlan-Internet in 54 Mbit/s bis Standard 802.11g und WEP- und WPA-Verschlüsselung.

Technische Daten

Der Prozessor der Xbox 360 hört auf den Namen „Xenon“, den bereits die Konsole selbst als Projektnamen getragen hat. Die auf PowerPC-Architektur basierende CPU wurde exklusiv von IBM entwicklet und besteht aus drei einzelnen Kernen, von denen jeder mit 3,2 Ghz getaktet ist und zwei Threads gleichzeitig bearbeiten kann. So erreicht der Xenon eine theoretische Spitzenleistung von 115,2 GFLOPS, errechnet bis zu 9,6 Milliarden Polygone pro Sekunde. Seit November 2007 wird er in 65nm-Architektur produziert – vorher waren es 90nm.

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Dieser Herr freut sich offensichtlich sehr über die 338 Millionen Transistoren.
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Für den Grafikprozessor zeichnete sich nicht wie bereits bei der Xbox Nvidia verantwortlich, sondern Direkt-Konkurrent ATI. Sie entwickelten die GPU „Xenos“, die über 338 Millionen Transistoren verfügt, die 48-96 Milliarden Shader-Operationen pro Sekunde und 500 Millionen Polygone pro Sekunde errechnen können. Xenos fungiert bei der Xbox 360 gleichzeitig als Northbridge und unterstützt das Shader-Modell 3.0. Auch die GPU wird mittlerweile in 65nm-Architektur gefertigt (seit August 2008).

Der Arbeitsspeicher der Xbox 360 unterteilt sich auf 16 Speicherblöcke mit jeweils 32MB Leistung, was einem Gesamtspeicher von 512MB entspricht. Er wird mit 700 MHz getaktet. Als Laufwerk setzt Microsoft auf ein 12xDVD-Laufwerk. Seit Ende 2007 verbaut man aufgrund früherer Lautstärkeprobleme nur noch Laufwerke der Firma LiteOn. Die Leistungsaufnahme der Xbox 360 beträgt bei älteren Modellen 203W Strom, bei den neueren 65nm-Modellen 175W.

Unterstützte Medien: Alle gängigen CD- und DVD-Formate, Externe Festplatten, USB-Sticks und Xbox-Speicherkarten.

Unterstützte Formate: WMV, MPEG-2, MPEG-4 (H.264), AVI (auch DivX und Xvid), MOV, TS, MP3, WMA, VC-1.

Schnittstellen: Bis zu vier Controller, Drei USB-2.0-Anschlüsse, Ethernetschnittstelle, AV-Multi-Ausgang, HDMI-Ausgang, optischer Ausgang.

Video/Audio Ausgabe: 480p, 720p, 1080i und 1080p, sowie TV-Modi PAL-50 und PAL-60, Dolby Digital 5.1 mit WMA Pro, Dolby Pro Logic 2.

Online-Features

Die Xbox 360 gilt als Pionier der heute bekannten Online-Features von Konsolen. Mit dem Xbox Live Dienst können Spieler nicht nur online gegeneinander antreten, sondern auch Video-Chats führen, Nachrichten austauschen, Demos und Trailer herunterladen und sogar Spielfilme erwerben. Für die Teilnahme am Xbox Live Dienst setzt Microsoft einen Xbox Live Account vorraus, den man ab einer „Silber-Mitgliedschaft“ erstellen kann. Die Silber-Mitgliedschaft erhält der Käufer einer Xbox 360 kostenlos.

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Der Xbox Live Service gilt als Pionier der Online-Dienste bei Konsolen.
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Wer allerdings Xbox Live in vollem Umfang erleben will, muss sich eine Gold-Mitgliedschaft zulegen. Erst dann können zum Beispiel der Multiplayer-Part entsprechender Spiele und der Video-Chat über Xbox Live genutzt werden. Eine Gold-Mitgliedschaft kostet 20,-€ für drei Monate oder 60,-€ pro Jahr. Bezahlt werden kann mit Kreditkarte, Lastscriftverfahren oder über eine im Handel erhältliche Abonnementkarte.

Im Xbox Live Marktplatz können Konsolenbesitzer Inhalte auf ihre Konsole herunterladen. Dabei handelt es sich nicht nur um Demos und Videos von Spielen, sondern auch um Zusatzinhalte wie zum Beispiel Song-Pakete für das Musikspiel Guitar Hero 3. Auch Arcadeklassiker wie Pac Man können über das sogenannte Xbox Live Arcade gegen Microsofts Onlinewährung Microsoft-Points erworben werden.

Neben Xbox Live kann sich jeder Spieler ein eigens Profil anlegen und verfügt damit gleichzeitig über eine sogenannte Gamercard, die den Benutzernamen, ein Profilbild und die Gamerscore festhält. Bei der Gamerscore handelt es sich um ein Belohnungssystem, bei dem Spieler durch bestimmte Erfolge Punkte sammeln können. Über Xbox Live lässt sich die Gamercard um neue Funktionen erweitern.