Als die XBox360 in den USA vor wenigen Tagen endlich in den Läden stand, war der Ärger vielerorts groß. Grund: Die Vorräte der Händler waren und sind so begrenzt, dass viele Kaufwillige kein Exemplar mehr bekamen. Mittlerweile hat Microsoft zwar versichert, dass in den nächsten Tage und Wochen ständig neue Einheiten an den Handel ausgeliefert werden - der weltweit nahezu gleichzeitige Launch (Europa eine Woche nach den USA, Japan zwei Wochen nach den USA) fordert aber dennoch offensichtlich seinen Tribut.

Der Grund liegt auf der Hand. Beim Launch einer neuen Konsole hat der Hersteller grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder er baut riesige Lagermengen auf und bestückt alle Händler mit ausreichend vielen Konsolen. Dann bekommen zwar alle potentiellen Käufer gleich am ersten Tag ihr Exemplar - der Verkaufsstart müsste aber auf Grund der beschränkten Produktionskapazität nach hinten verschoben werden. Um das (Vor-)Weihnachtsgeschäft nicht zu verpassen, hat sich Microsoft für Möglichkeit Nummer zwei entschieden: Die Konsolen werden frühzeitig ausgeliefert, allerdings in geringeren Stückzahlen. Danach wird fleißig weiterproduziert und die Händler in wöchentlichen Schüben neu beliefert. Das Ergebnis ist bekannt: Verärgerte Kunden, denen der Vordermann die letzte Konsole weggeschnappt hat. Das gleiche Verfahren wird übrigens auch in Europa zur Anwendung kommen. Wer sich also eines der ersten XBox360-Exemplare sichern will, sollte früh aufstehen!

Einige Möchtegern-XBox360-Besitzer in den USA waren jedoch nicht bereit, so lange zu warten. In Stafford, Virginia, überfiel ein Mann einen Händler und zwang ihn mit Waffengewalt zur Herausgabe von zwei Konsolen. Umsonst, versteht sich. Der Mann konnte von der Polizei zwar schnell gefasst werden - der Vorfall beweist allerdings, dass die Waffengesetze der USA bisweilen fragwürdige Früchte tragen.