Als THQ vor zwei Jahren dicht machte, folgte der Ausverkauf der Spieleserien. Während EA bei der UFC-Reihe zugriff, sicherte sich 2K die WWE-Spiele. EA zeigte dieses Jahr bereits mit EA Sports UFC, wie man nicht nur einen optischen, sondern auch qualitativen Sprung auf die neue Konsolengeneration erfolgreich durchzieht, während der letztjährige und gleichzeitig erstmalige WWE-Ableger unter dem Dach von 2K nicht mehr als ein Roster-Update war – lediglich der „30 Years of Wrestlemania“-Modus war wirklich herausragend gelungen, was nicht zuletzt daran lag, dass 2K zwar Publisher agierte, Entwickler aber weiterhin Yuke's war, die auch schon THQs Reihe entwickelten und deren Handschrift immer noch dieselbe war. Deswegen hat 2K jetzt Visual Concepts ins Boot geholt, die für die NBA-2K-Reihe verantwortlich sind und Juke's in diesem Jahr unter die Arme greifen.

Im Spielmodi-Westen nichts Neues

Auf den alten Konsolen macht WWE 2K15 einen bescheidenen Eindruck. Es ist kaum mehr als eine neuerliche Erweiterung, die spielerisch alles beim Alten belässt und sowohl grafisch als auch technisch ihre Schwächen hat. Selbst der Umfang hat sich nicht wirklich verändert und bietet Altbekanntes.

Bis auf den mangelnden Umfang im tiefergehenden Spielmodi-Sinn kann ich keinen der Negativaspekte auf den neuen Konsolen bestätigen, so viel vorab. Und doch muss sich vor allem hinsichtlich des Karrieremodus so langsam mal etwas tun, denn auch dieses Jahr fällt der dünn aus. Doch zuvor die übliche Übersicht der spielbaren Modi.

WWE 2K15 - Altes Spiel, neuer Glanz

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 6/91/9
Hier noch gut getroffen, sind manche Stars wie John Cena oft etwas unglücklich getroffen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Mit den im Vergleich zu Vorgängern mageren 63 spielbaren Haudegen/innen können die üblichen Vs-Varianten, die vom simplen One-Fall-Match über Tag-Team, Royal Rumble (-Turnieren) bis hin zu den gängigen Titelkämpfen reichen, gespielt werden. Im Universe-Mode dürft ihr euch wieder als General Manager versuchen und eigene Rivalitäten zusammenbasteln, die Matches festlegen, das Roster bearbeiten sowie Hinweise sammeln, die dann bei der Erstellung eures eigenen WWE-Kosmos' eingesetzt werden können. Im Online-Modus dürft ihr gegen Freunde, Feinde und Spieler aus aller Welt in unterschiedlichen Kampfmodi einprügeln und im 2K-Showcase-Modus zwei große Rivalitäten im Stile des „30 Years of Wrestlemania“ aus dem letztjährigen Teil nachspielen.

So spielt ihr entweder die „Hustle, Loyalty, Disrespect“-Fehde zwischen John Cena und CM Punk nach oder kloppt entweder als Shawn Michaels oder Triple H in der „Beste Freunde, erbitterte Feinde“-Fehde aus der Attitude-Ära drauflos. Wie schon im letzten Jahr werden diese Kämpfe von realem Video-Material sowie den Originalkommentaren der damaligen Kämpfe aufgepeppt und stellen die Kämpfe genau so mitreißend nach wie schon im letzten Jahr. Leider fehlt hier die Vielfältigkeit des Vorjahres-Wrestlemania-Modus, hatte dieser einfach eine größere Bandbreite unterschiedlichster Rivalitäten, Jahrzehnte und vor allem Wrestler. Natürlich spielt man hier nicht immer nur einen der beiden verfeindeten Kontrahenten, doch wirken die eingestreuten Matches zur Auflockerung doch irgendwie unnötig und lassen den Faden zur Fehde für ein Match einfach nur abreißen. In der Summe kommt das nicht an die Vielfältigkeit der Wrestlemania ran.

WWE 2K15 - Altes Spiel, neuer Glanz

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden3 Bilder
Der "Death Stare Contest" wird hoffentlich mit dem nächsten Serienteil nachgeliefert.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bleibt noch der Karrieremodus, den ihr mit einem selbsterstellten Superstar bestreitet und euch von der WWE-Talentliga TNX bis zu den Mainevent-Matches der WWE hocharbeitet. Durch die Matches verdient ihr euch Talentpunkte und Geld, das dann in die einzelnen Attribute eures Champs gesteckt werden kann oder diesen mit zusätzlichen Eigenschaften ausstattet, die im Match eingesetzt werden können, Der Ablauf der Karriere ist nach wie vor steril gehalten. Nach dem Kampf eine Infobox-Einblendung mit etwas Gemauschel von Triple H oder Vicky Guerrero, wie toll ihr doch im letzten Kampf wart bzw. dass ihr euch von der letzten Niederlage nicht unterkriegen lassen sollt – und schon folgt der nächste Kampf.

Besser als sein Vorgänger und der Old-Gen-Bruder, allerdings mit schwachem Karrieremodus und innovationsloser Spielmechanik, die man sich gerade von Visual Concepts besser erhofft hätte.Fazit lesen

Ich vermisse hier schlichtweg die Immersion mit meinem Kämpfer und der WWE-Welt. Ich bin dieser stumme Kämpfer, den niemand kennt, den niemand aus dem Roster besonders mag oder besonders scheiße findet, bin der, der einfach zum Ring kommt, seinen Kampf durchzieht, dadurch vielleicht etwas besser wird und wortlos zum nächsten Kampf schreitet. Begleitet von Infoboxen zwischen den Kämpfen. Es gab eine Zeit, in der die Smackdown-Spiele es vor Jahren bereits besser vermochten, dem eigenen Kämpfer eine Art Zugehörigkeitsgefühl innerhalb des WWE-Universums zu geben. Das fehlt hier leider auf ganzer Linie und so langsam sollten sich die Entwickler doch mal Zeit dafür nehmen können, nun steht das New-Gen-Gerüst ja immerhin – und das für eine Premiere auf den neuen Konsolen erstaunlich gut.

Arcadiger Simulationsansatz

Wie schon zu Beginn des Tests erwähnt, hat sich Visual Concepts jetzt zu Entwickler Yuke's gesellt, um dem neuen Teil diese gewisse Portion 2K-Spielgefühl zu verleihen, die Fans an der NBA-2K-Reihe so lieben. Und das macht sich auch bemerkbar. Die Superstars wirken detaillierter, schärfer und bewegen sich geschmeidiger. Welch Ironie, dass sie aber gerade hinsichtlich des Wiedererkennungswerts in den Gesichtern zwischen genial und grausam schwanken – eine Unbeständigkeit, die man von der NBA-Reihe eigentlich nicht kennt. Während Randy Orton, CM Punk oder Triple H wirklich lebensecht wirken, muss man bei einem Vince McMahon, Shawn Michaels oder John Cena mehr als einmal hinschauen, um diese auch als solche zu erkennen. Gerade bei John Cena, der auch noch das Cover ziert, etwas unglücklich.

Dafür ist das Publikum jetzt komplett in 3D und das auch in großen Stadien bis auf den letzten Sitz. Lediglich im Bereich nahe des Rings hätten sicherlich noch einige Zuschauer mehr Platz gefunden und die Atmosphäre somit wortwörtlich noch verdichten können. Dazu trägt auch das altbekannte Kommentatorenduo Michael Cole und Jerry „The King“ Lawler bei, die ihre Stärken vor allem im 2K-Showcase mit den Originalkommentaren der realen Matches ausspielen. Aber auch in den ungescripteten Matches hält sich der Wiederholungsfaktor in erträglichen Grenzen. An den Einmärschen der Gladiatoren wurde nicht viel geschraubt, bewegten die sich aber auch schon das vergangene Jahr auf einem hohen Niveau und fangen von den typischen Bewegungsmustern bis hin zu den Pyroeffekten die realen Einmärsche gut ein.

WWE 2K15 - Altes Spiel, neuer Glanz

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 6/91/9
Spider-Mans böser Bruder ist auch mit von der Partie.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Kollisionsabfrage ist so gut wie tadellos, sogar die Hände an den Seilen – der beste Indikator für die harte Arbeit an der Kollisionsabfrage – bleiben auch an diesen. Slammt ihr den Gegner mit einem Suplex nahe der Ringseile auf die Matte, bleibt auch schon mal ein Arm oder Bein wirklichkeitsgetreu auf diesen liegen. Bei Aktionen an einem auf dem Boden liegenden Gegner, die mehr Raum erfordern, führt euer Wrestler diese nicht einfach aus, wofür der Gegner auf wundersame Weise gefühlte zwei Meter auf dem Ringboden in die richtige Position schwebt, sondern zieht diesen so weit wie nötig in die richtige Position, um sein Opfer dann zu bearbeiten.

Neu ist jetzt das Kettenwrestling, das eine Art Minispiel innerhalb des Clinches darstellt. Hier wählt man zwischen drei Tasten und gewinnt nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip. Um während des Kettenwrestlings dann weiterhin die Oberhand zu haben, muss im Anschluss der rechte Analogstick auf den „Sweet Spot“ bewegt und gehalten werden. Tut ihr das schneller als der Gegner, bewahrt ihr die Oberhand. Glücklicherweise triggert dieses Minispiel nicht jedes Mal, sondern nur dann, wenn beide zur gleichen Zeit in den Clinch gehen. Ansonsten funktioniert das Griff- und Submission- System wie schon beim Vorgänger.

WWE 2K15 - Sting "Debut" Trailer3 weitere Videos

Und das funktioniert einwandfrei, schnell und schnörkellos. Lediglich Whip-Ins sind manchmal etwas kompliziert, weil die Richtung dann sehr genau gehalten werden muss und der Gegner nicht selten in die Ringecke anstatt in die Seile geworfen wird. Auch das Verlassen und Betreten des Rings läuft mit kleinen Verzögerungen, aber abgesehen kann in Sachen Genauigkeit und Detailgrad bei den Griffen und Würfen höchstens das aktuelle UFC mithalten. Lediglich die Gegenstände sind noch wirklich offensichtlich mit Glitches durchzogen und entwickeln auf dem Ringboden liegend mitunter absurde Eigenleben, die sogar in einem der offiziellen 2K-Trailer in Form eines sich ins Unendliche rotierenden Stuhles zu erleben sind.

Man merkt dem Spiel das Mitwirken von Visual Concepts an, allerdings auch noch die Handschrift von Yuke's in Sachen Steuerung und Handhabung der Griff- und Wurfmechaniken. Eine ausgefeiltere und tiefschichtigere Ausarbeitung dieser ist vielleicht Geschmackssache und ein Wunsch, den möglicherweise nur ich hege, aber dass man für die Variation der Griffe die Richtungstaste nutzen muss, mit der man sich aber gleichzeitig bewegt, führt einfach auch oft genug zu Missverständnissen beim Ausführen von spezifischen Aktionen. Und so geschmeidig die Würfe und Griffe auch aussehen, so unnatürlich wirken immer noch die Sprünge aus den Ringecken und so mancher Aktionen hinsichtlich ihrer allgemeinen Geschwindigkeit, die manchmal sogar schon fast comichaft wirken.