Fans rundenbasierter Strategie mit humorvollen Ansätzen werden sie kennen, die witzigen und bis unter die Zähne bewaffneten Würmer. Nach zuletzt eher mäßigen Auftritten, versuchen die Entwickler rund um Team 17 endlich wieder einen echten Hit auf Sonys PSP und Nintendo DS zu landen. Ob Open Warfare 2 an die erfolgreichen Tage der kleinen Kriechtiere anknüpfen kann oder ob es sich um einen Blindgänger handelt, erfahrt ihr im Test.

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Wurmspektakel
Fans der Serie schwören bis heute auf die klassische 2D-Seitenansicht, in der sich die Würmer Granaten, Bananen, Schafe und andere explosive Utensilien um die nicht vorhandenen Ohren hauen. Sämtliche Versuche, die rosafarbenen Kameraden in die dritte Dimension zu verfrachten, endeten bislang erfolglos. Umso interessanter erscheint die Neuauflage für die portablen Plattformen von Sony und Nintendo, bei denen eine 3D-Darstellung aufgrund des geringeren Hardwarepotenzials nicht zwingend verlangt wird.

Worms: Open Warfare 2 - Das Beste aus allen Welten: Auf dem DS laufen die Würmer zur Höchstform auf!

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Endlich auch auf dem DS souverän - Worms in Bestform!
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Die uns vorliegende DS-Version entpuppt sich bereits nach wenigen Sekunden als echte Wurmperle. Bereits das Intro versprüht den Humor vergangener Tage: Herrlich naiv agierende Renderwürmer sorgen darin für so manchen Lacher. Die Menüs lassen sich bequem per Touchpen bedienen und bieten zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und Spielvarianten. So dürft ihr eigene Wurmteams bestehend aus vier Einzelkämpfern erstellen oder an selbst entworfenen Landschaften basteln. Neben den Namen der Würmer lassen sich Sprachsets, Wurmfarbe, Siegesgeste, Grabstein und vieles mehr bestimmen. Wer mag, pinselt sich in einem speziellen Editor sogar sein eigenes Teamlogo. Was hier an Umfang geboten wird, verdient ein großes Lob!

Prunkstück des Spiels ist jedoch die eigentliche Gefechtsdarstellung. Bis zu vier Teams bestehend aus je maximal vier Würmern werden zufällig auf einer schicken 2D-Landschaft positioniert und kämpfen fortan abwechselnd um die Vorherrschaft. Dazu agiert jeweils ein Wurm pro Spielrunde. Per Tastendruck öffnet ihr das Waffenmenü, aus dem sich per Touchpen ein Großteil der Waffen auswählen lässt, die Fans der Serie aus den Vorgängern kennen.

Harte Zeiten für campende Würmer
Bei Granaten könnt ihr beispielsweise per Knopfdruck die Zündzeit wählen und die explosive Kugel, je nachdem wie lange ihr die Aktionstaste drückt, entsprechend feste in die zuvor justierte Richtung werfen. Bei euren Angriffen solltet ihr auch stets die Windstärke und -richtung im Auge behalten, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Während ein paar der Angriffsoptionen, wie beispielsweise die "Alte Frau" oder der Napalmangriff fehlen, bietet Open Warfare 2 auch ein paar völlig neue Kreationen.

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Schön zu sehen, wie sich die Landschaft auf beide Bildschirme erstreckt.
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So gibt es beispielsweise eine Bunkerbombe, mit der ihr gut verschanzte Würmer erwischt, oder einen Bumerang, der auch schlecht erreichbare Kleintiere aus den Socken haut. Richtig cool ist jedoch der Blitzangriff, mit dem sich viele verschiedene Dinge erreichen lassen. Wendet ihr ihn beispielsweise auf den Grabstein eines bereits erledigten Teamkameraden an, steht dieser plötzlich wieder auf.

Auch der Elektromagnet, der sich je nach Polung sowohl defensiv als auch offensiv einsetzen lässt, sorgt für spektakuläre Resultate. Setzt ihr ihn defensiv ein, lenkt er sämtliche metallischen Geschosse ab, wodurch ihr beispielsweise vor Granaten und Bazookaprojektilen sicher seid. Bei umgekehrter Polung zieht er alles an, was aus Metall besteht. Positioniert ihr den Magneten in der Nähe eines Gegners, lässt sich das Ziel kaum noch verfehlen.

Schicke Präsentation
Ebenfalls interessant sind die autonom agierenden Geschütze. Eine solche Waffe lässt sich dort platzieren, wo der derzeit aktive Wurm gerade unterwegs ist. Sobald ein Gegner in Reichweite kommt, richtet sich das Geschütz aus und versorgt den ahnungslosen Wurm mit Blei. Genau wie die harmlos wirkenden Protagonisten lassen sich auch die Geschütze vom Spielfeld sprengen. Optional wird die Karte auch schon direkt zu Beginn mit neutralen Geschützen bestückt, die neben explosiven Ölfässern und Minen für spannende Kettenreaktionen sorgen.

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Im "Festung"-Spielmodus verteidigt ihr eure Basis.
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Grafisch wurden die technischen Gegebenheiten des Nintendo DS hervorragend genutzt. Das Spielfeld wird auf beiden Bildschirmen dargestellt, so dass ihr vor allem in der Vertikalen sehr viel Übersicht habt. Per Select-Taste lässt sich auf dem oberen Bildschirm alternativ eine Übersichtskarte einblenden, die sämtliche Wurmpositionen durch Farbpunkte kennzeichnet. Wählt ihr aus dem umfangreichen Waffenarsenal beispielsweise die Lenkrakete oder den Teleporter, dürft ihr die Zielposition bequem per Tochpen direkt auf dem unteren Bildschirm markieren. Das spart nicht nur wertvolle Sekunden eurer auf Wunsch begrenzten Rundenzeit, sondern sorgt auch für eine intuitive und barrierefreie Bedienung.

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Hier kommt mit der Flammenfaust eine der klassischen Waffen zum Einsatz.
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Äußerst gelungen ist auch die Darstellung der Würmer und der schick animierten Hintergründe. Alle zufällig generierten Landschaftsformationen basieren auf einem der sechs verschiedenen Szenarien, die sich nicht nur optisch von einander unterscheiden, sondern auch ein paar Gameplay-Besonderheiten bieten.

So herrscht im Weltraum-Szenario beispielsweise eine sehr niedrige Schwerkraft, was für famose Abflüge der Würmer sorgt und unbedingt beim Abfeuern ballistischer Waffen bedacht werden sollte. Bekämpft ihr euch dagegen im Szenario des Kalten Krieges, werden die Kriechtiere mit einem vereisten und ziemlich reibungsfreien Boden konfrontiert. Die meisten Landschaften sind zudem von Wasser umgeben - da Würmer nicht gerade zu den begnadetsten Schwimmern unseres Planeten zählen, ist ein (unfreiwilliger) Sprung ins Gewässer mit dem sofortigen Tod verbunden.

Fehlende Story wurmt Einzelspieler
Einzelspieler werden ein wenig enttäuscht darüber sein, dass die Kampagne keine richtig Story bietet, sondern nur aus aneinander gereihten Einzelmissionen besteht. Wenigstens sorgen kleine Filmsequenzen für einen nahtlosen Übergang zwischen den Szenarien. Wer sich kaum vorstellen kann, wie ein Wurmteam vom Piratenschiff zum Schlachtfeld des 1. Weltkriegs gelangen kann, wird bei den lustigen Filmschnipseln mit den entsprechenden Informationen versorgt.

Neben der Kampagne gibt es auch noch einen Puzzle-Modus, bei dem ihr besonders verzwickte Situationen meistern müsst. Ebenfalls neu ist der Labormodus, bei dem ihr beispielsweise einen Fallschirm-Wurm durch das Pusten in das DS-Mikrofon durch unterschiedliche Level steuern müsst.