Auf nahezu allen Plattformen hatten die sympathischen und bis unter die Zähne bewaffneten Kriechtiere bereits ihren Auftritt. Nun kommen endlich auch Wii-Spieler in den Genuss fetter Waffenarsenale und rundenbasierter Auseinandersetzungen. Wir haben die Würmer von der Angel gelassen und berichten von unseren Erfahrungen aus dem Wurmraum.

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Interstellare Wurmreise

Jedes Mal wenn eine traditionelle Serie auf die Wii portiert wird, halten Fans den Atem an. Was haben sich die Entwickler wohl ausgedacht, um die Steuerung mit den Spezialfähigkeiten der Konsole zu verfeinern? Leidet das Gameplay? Bleibt die Spielbarkeit erhalten? Eines nehmen wir an dieser Stelle vorweg: Odyssee im Wurmraum unterscheidet sich in vielen Punkten gravierend von den zahlreichen Vorgängern für diverse Plattformen.

Worms: Odyssee im Wurmraum - Schweine waren gestern: Auf der Wii erobern die Würmer den Weltraum.

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Häufig sorgen UFOs für eine Umverteilung von Kisten und Würmern.
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Auffälligste Veränderung ist zunächst mal das Szenario. Statt langweiliger Erdengefechte, stehen nun Wurmschlachten auf sechs verschiedenen planetaren Himmelskörpern auf dem Programm. Die Wahl des Planeten beeinflusst sowohl die Schwerkraft als auch die Windstärke und die Oberflächenbeschaffenheit. So kann es sein, dass Projektile weiter fliegen, eure Würmer höher springen und dass die Planetenoberfläche für unangenehme Rutschpartien sorgt.

Zudem gibt es pro Planet ein paar Besonderheiten. So sorgen UFOs für eine regelmäßige Umverteilung von Würmern, Minen und Kisten. Schwarze Löcher saugen alles ein, was in ihre Reichweite gelangt, Satelliten lenken Projektile ab und Asteroiden regnen vom Himmel. Für Abwechslung ist also gesorgt.

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Ein Asteroidenregen ist schlecht für die Gesundheit eurer Würmer.
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Am grundsätzlichen Spielprinzip wurden dagegen keine nennenswerten Veränderungen vorgenommen. Erneut bekämpfen sich zwei bis vier Wurmteams auf einer zufällig generierten 2D-Landschaft. Die Teams, die wahlweise von menschlichen oder KI-Spielern kontrolliert werden, führen reihum einen Zug aus. Dabei wechseln sich auch die Würmer des jeweiligen Teams der Reihe nach ab. Die Startposition eurer Würmer ist völlig zufällig und sorgt neben der Landschaftsgestaltung für ständig neue und interessante Konstellationen.

Schlecht besetzte Teams

Wie schon bei anderen Worms-Teilen dürft ihr auch bei Odyssee im Wurmraum eigene Teams erstellen. Neu ist, dass die Teams lediglich aus jeweils drei Würmern bestehen. Fans der Serie sprechen zu Recht von einer Minimalbesetzung. Neben der freien Namensvergabe wählt ihr die Farbe eurer Angelköder, eine Jubelgeste, das Sprachset, Flaggen und vieles mehr. Der Individualisierung eures Teams steht hier also nichts im Wege.

Was sich bis hier hin gut anhört, sorgt nach einem Blick in das Waffenmenü für blankes Entsetzen. Erstens ist die Auswahl nicht gerade üppig und zweitens fehlen unglaublich viele lieb gewonnene Waffen und Werkzeuge. So sorgte bereits seit dem allerersten Teil ein Ninjaseil dafür, dass ihr euch mit dem nötigen Geschick auch an schlecht erreichbare Stellen schwingen konntet. Ein Fallschirm verhinderte zudem, dass eure Würmer nach einem gewagten Sprung in die Tiefe purzeln. Diese und viele weitere elementare Bestandteile der Worms-Serie wurden ersatzlos gestrichen.

Innovative Ansätze

Bei den Waffen bietet sich ein ähnliches Bild. Zunächst mal wurden nahezu alle Schießprügel umbenannt und umgestaltet, was die Orientierung selbst für Fans der Serie stark erschwert. Im Zusammenspiel mit der völlig neuartigen Steuerung, erfordert das Spiel sehr viel Einarbeitungszeit, bis Projektile und Granaten wieder zielsicher in der Nähe gegnerischer Kriechtiere landen. Obwohl dies sicherlich zunächst als Ärgernis empfunden wird, offenbart die Steuerung doch mit der Zeit ein paar Vorteile, die sich durchaus positiv auf das Gameplay auswirken.

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Das Steuern der Lenkraketen zählt zu den Highlights des neuen Worms.
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Während die Basissteuerung eures Wurms eher konventionell per Steuerkreuz erledigt wird, kommen beim Abfeuern der Waffen die Bewegungssensoren ins Spiel. So müsst ihr beispielsweise die Wiimote nach oben bewegen und auf die Weise die Wurfstärke justieren. Damit das einfacher vonstatten geht, kennzeichnet ein Balken zusätzlich den derzeit eingestellten Schwung. Seid ihr mit der Einstellung zufrieden, drückt ihr die B-Taste und schwingt die Wiimote schnell nach unten.

Gewagtes Remake der beliebten Worms-Serie mit innovativen Steuerungsansätzen. Leider scheint der Umfang einen Materieverlust erlitten zu haben!Fazit lesen

Nach einem ähnlichen Prinzip erfolgt das Abfeuern der Bazooka. Während unseres Tests brauchten wir einige Runden, bis diese Steuerung in Fleisch und Blut übergegangen ist und selbst dann war sie leider nicht immer präzise.

Intuitive Zielfindung

Deutlich intuitiver ist das Steuern von Lenkraketen. Hier legt ihr nicht mehr nur den Zielpunkt fest, sondern habt nun auch die volle Kontrolle über eure Rakete. Sobald der Wurm das Projektil abgefeuert hat, sorgt ihr durch ein direktes Zielen per Wiimote dafür, dass die Rakete die gewünschte Flugbahn beschreibt. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Lenkrakete starr ihr Ziel verfolgt und an einem Felsen zerschellt.

Ähnlich verhält es sich beim Jetpack, das aufgrund des fehlenden Ninjaseils neben dem Teleporter die einzige Möglichkeit ist, entlegene Orte zu erreichen. Auch hier genügen fein justierte Neigungen der Wiimote, um euren Wurm elegant an den gewünschten Ort zu befördern.

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Schüttelt die Wiimote, um eure Gegner mit Laserstrahlen zu beschießen!
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Statt unterschiedlichen Schlagvarianten steht euch nun nur noch ein „Sternenschlag“ zur Verfügung. Abhängig von der ausgeführten Wiimote-Bewegung sorgt er jedoch für einen Aufwärtshaken oder einen kraftvollen Schubser. Da die Würmer auch in der neusten Auflage nach wie vor nicht tiefseetauglich sind und beim Kontakt mit dem nassen Element sofort das Zeitliche segnen, sind solche Schläge je nach aktueller Situation durchaus effizient.

Die klassische Dynamitstange wird im neuen Weltraumszenario durch eine „Nuklearladung“ ersetzt. Wie gewohnt schleicht ihr euch an euer Opfer an, legt die Ladung ab und kriecht schleunigst davon. Danach nehmt ihr die Wiimote quer in beide Hände und zündet das Paket durch eine beherzte Abwärtsbewegung.

Wurmschlacht ohne Onlinemodus!

Obwohl die meisten der neuen Waffen durchaus gut funktionieren und auch die Szenarien noch die eine oder andere Überraschung bereithalten, bietet das Waffenarsenal zu wenig Abwechslung. Mit gerade einmal zehn Angriffsoptionen und fünf Werkzeugen werden die personell schlecht besetzten Wurmteams auch noch strategisch eingeschränkt.

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Runden- und Zugzeit lassen sich den eigenen Wünschen anpassen.
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Die relativ niedrige Bildschirmauflösung lässt zudem die nötige Übersicht vermissen. Obwohl ihr den Bildschirmausschnitt jederzeit frei verschieben könnt, sind Angreifer und Ziel häufig zu weit auseinander um sie gleichzeitig auf den Bildschirm zu bringen. Ein eher dünner Storymodus und sechs wenig unterhaltsame Minispiele sorgen bei Einzelspielern schnell für Ernüchterung. Einen Onlinemodus gibt es leider nicht.