Seit Jahren treibt die "Worms"-Serie auf PC und Konsolen ihr Unwesen. Als der erste Teil erschien, sorgte er mit seiner einzigartigen Mischung aus Strategie und Humor für Begeisterung. Teams bestehend aus Würmern kämpfen auf zufällig generiertem Terrain um die Alleinherrschaft.

Neben witzigen Sprüchen hauen sich die rosa gefärbten Kriechtiere dabei auch allerlei explosive Geschosse um die nicht vorhandenen Ohren. Nun erscheint die Serie als Xbox Live Arcade Titel - ob sich die kleine Investition lohnt, verraten wir im Test!

Back to the Roots
So groß die Freude auf neue Konsolengenerationen ist, so groß ist das Interesse für die gegebene Abwärtskompatibilität. Die Qualität eines Spiels definiert sich eben nicht immer über die Anzahl der Polygone und die neusten Grafiktechnologien. So hat sich in den letzten Monaten auch herauskristallisiert, dass die Unterstützung für echte Klassiker zunehmend ein Thema bei der Vermarktung neuer Konsolen ist. Während man auf der Wii neuerdings sogar C-64-Spiele spielen kann, lockt Microsoft mit Xbox Live Arcade Titeln.

Worms HD - Schleimalarm im Land der Raketenwürmer - jetzt auch in HD... und bunt!

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Volltreffer - Bobo und Mac hat es erwischt!
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Der Erfolg der zunächst unglaublich beliebten Worms-Serie ging mit dem Umzug auf ein 3D-Schlachtfeld verloren. Worms basiert auf einem Spielprinzip, das definitiv für eine 2D-Darstellung prädestiniert ist. Sämtliche Versuche, die Würmerwelt jenseits der 2. Dimension zu gestalten, versickerten tief im Spielspaßwertungssumpf. Es scheint geradezu, als hätten die Entwickler darauf gewartet, die Worms-Serie in gewohntem 2D-Kleid für Xbox Live Arcade wiederzubeleben.

Ein Wurm nach dem Anderen
Für Alle, die bislang auch ohne Wurmkur ausgekommen sind, hier eine kleine Zusammenfassung des Spielprinzips. Bis zu vier Teams, bestehend aus je vier harmlos erscheinenden, allerdings bis unter die Zähne bewaffneten Würmern, treten gegeneinander an. Gesteuert wird jedes Team wahlweise von einem menschlichen Mitspieler oder einer gut agierenden KI. Die Gefechte finden auf einer zufällig geformten Landschaft statt, die man von der Seite betrachtet.

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Hier schlägt gerade der Luftangriff ein, was zu Lasten von "Bobo" geht.
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Da die Gefechte rundenbasiert ausgetragen werden, führen die Teams ihre Züge nacheinander aus. Welcher der vier Würmer dann jeweils aktiv ist, wird zufällig ausgewählt ebenso wie die Position, an der sich die Würmer zu Beginn des Spiels befinden. Im Rahmen einer vorgegebenen Rundenzeit darf sich der aktive Wurm im Schneckentempo über das Terrain bewegen, springen und zu einer der zahlreichen Waffen greifen. Darüber hinaus verfügen die rosa gefärbten Kriechtiere über limitierte Utensilien wie einen Teleporter, Schweißgerät, Ninja-Seil und Vieles mehr, das der Fortbewegung und der Wegbereitung dient.

Typischerweise schließt jeder Wurm seinen Zug mit dem Einsatz einer Waffe ab. Von der Handgranate über die Bazooka und den Luftangriff bis hin zu abstrusen Erfindungen wie dem Schaf oder der Bananenbombe haben die Würmer Zugriff auf ein beachtliches Arsenal. Bei den meisten Waffen stellt ihr den Abschusswinkel und die Abschussgeschwindigkeit ein. Auf diese Weise richtet ihr möglichst viel Schaden in den gegnerischen Reihen an. Handgranaten müssen beispielsweise noch getimt werden. Per Knopfdruck lässt sich der Zünder im Sekundentakt entsprechend einstellen.

Kamikaze dank Gegenwind
Sämtliche Projektile sind zudem dem Wind ausgesetzt, den ihr bei euren Abschussberechnungen unbedingt mit einbeziehen solltet. Wem das entgeht und gegen den Wind feuert, sieht die Explosivgeschosse schneller wieder als ihm lieb ist. Jeder Wurm verfügt über eine Lebensenergie, die durch Beschuss und Explosionen dezimiert werden kann. Alternativ löst ihr gewaltige Explosionen aus, die nicht nur Krater in die Landschaft, sondern auch den Wurm aus seinen Socken sprengen. Im hohen Bogen landet der kleine Nichtschwimmer dann womöglich im Wasser und segnet unabhängig von seiner Lebensenergie sofort das Zeitliche.

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Mit den Schultertasten könnt ihr die Kamera beliebig zoomen.
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Lebt ein Wurm dagegen nach Beschuss auf dem Festland ab, so verabschiedet er sich mit einem witzigen Spruch und einer kleinen Sprengung aus der brutalen Welt der Wurmgefechte. Diese Sprengung hinterlässt einen Grabstein und zieht unmittelbar in der Nähe befindlichen Viechern ein wenig Energie ab. Damit das Ganze noch interessanter wird, sind auf dem Schlachtfeld Tretminen und Ölfässer verteilt, die bei Berührung bzw. Beschuss verheerende Wirkung haben.

Die Xbox-Version von Worms ist grafisch absolut gelungen und bietet nahezu alles, was man von früheren Worms-Versionen gewohnt ist. Der Arcade-Titel sieht noch besser aus als der letzte 2D-PC-Titel "Worms Armageddon", was durch Tiefenunschärfe und vereinzelte Animationen in den Levelhintergründen erreicht wird. Auch die Soundkulisse erklingt so, wie man es von den alten Teilen erwohnt ist. Satte Explosionen und witzige Sprüche der kleinen Würmer erklingen aus den Boxen.

Mehrspielergefechte dank Xbox Live
Per Xbox Live lassen sich problemlos Gegner finden, gegen die ihr in den Wurmkrieg ziehen dürft. Beim Spiel mit bis zu vier Spielern kommt eine Menge Spielspaß auf, da eine Partie Worms traditionell durch Schadenfreude, Hinterhältigkeit, Rache und versteckte Allianzen äußerst amüsant ist. Am Ende einer jeden Runde wird der Wurm des Tages gekürt und die beteiligten Teams bekommen zusätzliche Auszeichnungen.

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Man beachte, wie ehrfürchtig jeder Wurm seinen Blick auf die Rakete richtet.
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Einziger Wehrmutstropfen ist der geringe Umfang des Spiels. So mangelt es an Hintergründen und Grafiksets für die Landschaftsgestaltung. Auch viele der beliebten Waffen wie etwa der "Bleiesel" oder die "alte Frau" haben es nicht ins Spiel geschafft. Bei der Wahl der Sprachsets für das eigens erstellte Wurmteam ist man ebenfalls sehr eingeschränkt. Wir vermuten dass hier noch einige Inhalte nachgeliefert werden, was jedoch vermutlich weitere Kosten verursachen wird.