Worms - Forts Under Siege (PS2-Test)
(von Nedzad Hurabasic)

Die »Worms«-Reihe der Softwareschmiede "Team 17" dürfte so ziemlich jedem Zocker bekannt sein, ob von PC, Konsole oder noch aus seligen Homecomputerzeiten. Die kleinen, süßen Würmer sind wahre Wölfe im Schafspelz, bewaffnet bis an

die Zähne. Mit lustigen Kommentaren befördern sie den Feind ins Jenseits oder verabschieden sich selber mit einem letzten "Adieu". Der Spaß stand jedenfalls immer im Vordergrund. Bisher waren Worms-Games meist als kurzweilige, strategische Scharmützel ausgelegt. Ob sich mit einem neuen Konzept alles ändert und dadurch die große Langeweile aufkommt?

Worms Forts Under Siege - Worms Forts Under Siege Trailer 2Ein weiteres Video

Schaffe, schaffe, Häusle baue ...»Worms: Forts Under Siege« präsentiert einige neue Features, von denen aber nur eines wirklich bedeutsam ist. Ab sofort muss man sich nicht nur darum kümmern, das feindliche Team von Würmern zu vernichten, nun muss auch noch eine Burganlage gebaut bzw. die feindliche vernichtet werden. Die Befestigungen dienen als weitere strategische Option und sind meist ausschlaggebend für Sieg oder Niederlage.

Anfangs steht nur eine zentrale Basis - die Festung - zur Verfügung, von der ausgehend weitere Gebäude errichtet werden können. Neue Befestigungsanlagen können allerdings nur in unmittelbarer Nähe zu bereits bestehenden Gebäuden errichtet werden, freie Bauplätze werden dabei automatisch angezeigt. Orte, an denen ein Gebäude vorher zerstört wurde sind allerdings für einige Runden von der Bebauung ausgeschlossen. Als Besonderheit gelten so genannte "Orte des Sieges", die mit einem Stern gekennzeichnet sind.

Je mehr Orte des Sieges man in Besitz nimmt, desto mehr Auswahl hat man bei der Wahl seiner Gebäude und damit auch in der Wahl seiner Waffen. Viele durchschlagskräftige und vernichtende Waffen können nur von erweiterten Gebäudekomplexen abgefeuert oder aktiviert werden.

Es gibt einige spezielle Gebäude, die einem im Kampf behilflich sein können - für die Errichtung benötigt man jedoch eine bestimmte Anzahl an Sternen. So gibt es beispielsweise ein Krankenhaus (2 Sterne), dass die Wiedererweckung vernichteter Würmer mithilfe des Hilfsmittels "Wurm generieren," erlaubt.

Das Wissenschaftliche Labor (4 Sterne) erhöht die Zerstörungskraft der Waffen, während die Waffenschmiede (3 Sterne) dafür sorgt, dass vor jedem eigenen Zug mehrere Waffenkisten in deren Nähe abgeworfen werden und das eigene Team so mit neuen Vorräten versorgt wird. Die Bauoptionen für die verschiedenen Bauwerke erreicht

Worms Forts Under Siege - Wurmfutter oder doch 3D-Genuss?

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man bequem über dasselbe Spielmenü, in dem man auch die Waffen auswählt. So benötigt man für die meisten Spielaufgaben glücklicheerweise nur dieses eine Menü, was in der Hektik des Gefechts auch bitter nötig ist...

Hat man fünf Orte des Sieges erobert, erhält man die Möglichkeit ein Wunder zu erbauen. Dem menschlichen oder künstlichen Gegner bleiben dann nur noch zwei Runden bis zum Spielende. Schafft er es in dieser Zeit nicht, das Wunder zu zerstören, hat man gewonnen. Als Sieger geht man auch hervor, wenn man alle feindlichen Würmer vernichtet oder die Basis des Gegners auslöscht. Darüber hinaus gibt es noch einige normale Gebäude; vom Turm (1 Stern) über Bergfried und Burg bis hin zur Zitadelle (4 Sterne). Von deren Größe ist sowohl ihre Robustheit gegenüber feindlichen Angriffen, als auch die Größe der Waffen, die von ihnen abgeschossen werden kann, abhängig. Für die mächtigsten Waffen benötigt man die Zitadelle.

Packshot zu Worms Forts Under SiegeWorms Forts Under SiegeErschienen für PS2, XBox und PC kaufen: Jetzt kaufen:

To War!
Bevor man ins kalte Wasser geworfen wird, hat man die Gelegenheit, ein Tutorial zu durchlaufen, das in die Basics des Spiels einführen soll. Fast alle relevanten Punkte der Bedienung und des Gameplays werden in

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mehreren Etappen erläutert. Der Schwierigkeitsgrad ist sehr moderat, so sollte keiner schon an dieser Schwelle scheitern. Lediglich die letzte Aufgabe, wenn es ans Umsetzen des Gelernten geht und man gegen einen Computergegner antreten muss, kann Probleme verursachen. Wer das Tutorial nicht benötigt oder glaubt, ohne auszukommen, kann allerdings auch gleich in die Vollen gehen.

Zur Verfügung stehen im Einzelspieler-Modus die Punkte "Schnellstart", "Tutorial" (Lernprogramm), "Kampagnenmodus" sowie "Die Prüfungen". Für Ungeduldige eignet sich der Schnellstart, hier muss nichts ausgewählt werden und man kann gleich loslegen. Das Tutorial wurde schon beschrieben, bleiben noch die beiden anderen Modi. Bei den Feldzügen absolviert man verschiedene Missionen in einer vorgegebenen Reihenfolge, bei denen man vom alten Ägypten bis hin zu mittelalterlichen Umgebungen weitere Missionen freischalten kann - sofern man Erfolg hat. Für den Abschluss einer Mission erhält man je nach gebrauchter Zeit eine Medaille; je besser, desto mehr Extras werden offenbart. Die "Prüfungen" führen ihr Team schließlich in Kämpfe gegen zufällige Computergegner.

Natürlich kann man auch mit oder gegen seine Freunde spielen. Das Game bietet einen Multiplayer-Modus an, bei dem man die verschiedensten Parameter einstellen kann. Ob man nun gemeinsam in einem Team spielt oder gegeneinander, kann man sich aussuchen. Auch die verschiedensten Spielvariablen wie Landschaft, Waffenoptionen, die gewünschten Teams usw. lassen sich den eigenen Wünschen anpassen. Wem das zu lange dauert, kann auch alles automatisch bestimmen lassen.

Gameplay? Auweia!
Die skurrilen und abgefahrenen Waffen waren schon immer eines der Markenzeichen der Worms-Reihe.

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Von der explodierenden Oma, über Luftangriffe, Kettensägenmassaker oder eher plump mit der doppelläufigen Schrotflinte - für jeden Geschmack war etwas dabei. Auch der neuste Ableger hat wieder die alten Klassiker im Gepäck und auch noch einige neue Überraschungen parat. Diese sind aber nicht alle von Beginn an frei geschaltet. Einige benötigen bestimmte Voraussetzungen bzw.

Gebäudetypen und nur ein Teil wird überhaupt vom Tutorial erfasst, was sich später im Spiel negativ bemerkbar macht, wenn man eine unbekannte Waffe unter Zeitdruck anwenden soll. Hier hilft nur "Learning-by-Doing" oder die als Sofort-Hilfe gedachte Waffenenzyklopädie "Fortapedia", in der man bei Problemen oder Fragen per Schnell-Zugriff Hilfe findet. Eine gründlichere Waffenausbildung während des Tutorials wäre hier besser gewesen. Wer will schon während des Spielens lange nachschlagen?

Ein, oder besser gesagt DAS gravierendes Manko des Spiels kommt hier ebenfalls zum Vorschein: Das Gameplay wird durch die 3D-Umgebung stark beeinflusst, und das nicht zum Positiven. Häufig erlebt man Frustmomente, weil man zunächst nicht genau weiß, welches Teammitglied nun an der Reihe ist. Trotz vielfältiger Möglichkeiten dasSpiel aus verschiedenen Perspektiven zu erleben (3. Person, 1. Person, so genannte Luftschiffperspektive und Hot-Seat-Perspektive) fällt es schwer, in der zur Verfügung stehenden Zeit von 60 Sekunden allen Aufgaben gerecht zu werden: Die Würmer müssen zum einen durch die Gegend manövriert werden um Nachschubpakete aufzusammeln, dann muss möglichst bei jedem Zug die Befestigung um ein Gebäude erweitert werden und anschließend will auch noch ein Angriff initiiert werden. Harter Tobak, an dem man ein ums andere Mal fluchend verzweifelt.

Die Rechnung der Entwickler ist wie schon beim Vorgänger »Worms 3D« nicht aufgegangen, auch diesmal erweist sich die 3D-Umgebung als sehr störend.

Bis man herausgefunden hat, wo das nächste Hilfspaket liegt, welcher Wurm nun an der Reihe ist und wie man sich nun bei all den im Weg befindlichen Hindernissen einen Weg bahnen kann, verstreichen wertvolleSekunden. Hier kann auch ein Perspektivenwechsel oder das Radar nur selten richtig weiter zu helfen. Die Orientierung fällt daher teilweise sehr schwer, sodass man die Pakete mit fortschreitendem Frustfaktor immer öfter außer acht lässt und sich darauf konzentriert schnell ein neues Gebäude hinzustellen und dann die Waffe seiner Wahl abzufeuern.

Hinzu kommt, dass man das Gelände schlichtweg nicht zerstören kann, was bei früheren 2D-Versionen auch für viel mehr Abwechslung und auch überraschende Wendungen gesorgt hat. Als wenn das alles nicht schon genug wäre, muss man es außerdem tunlichst vermeiden, von allzu hohen Gebäuden oder Klippen zu springen oder zu fallen - aufgrund des mangelnden Überblicks manchmal gar nicht so einfach.

Nimmt der Wurm zu viel Fall-Schaden, ist die Runde beendet. Sehr ärgerlich, da man in der Regel als Erstes versuchen sollte umherliegende Kisten einzusammeln, um das eine oder andere Special zu ergattern. Ein kleines Missgeschick und alle anderen Zugmöglichkeiten gehen auch den Bach runter.

Grafik & Sound
Grafisch ist das Spiel zwar recht nett aufgemacht, aber mehr auch nicht. Hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger kaum etwas verändert. Trotz verschiedener Epochen wirkt die Landschaft stellenweise eintönig und langweilig, zum taktischen Vorteil lässt sie sich aufgrund ihrer Unzerstörbarkeit leider auch nicht nutzen. Hier ist man völlig auf die Festungsanlagen angewiesen, doch diese sind recht öde und einfach gehalten und bieten keine ausreichende Abwechslung.

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Doch selbst die beste Grafik kann ein Spiel nicht mehr retten, wenn das Gameplay nicht stimmt. Leider will das eigentlich genial-einfache Worms-Konzept nicht zu einer 3D-Umgebung passen.

Die Soundkulisse bietet zwar die Worms-übliche Untermalung bzw. einige lustige Sprüche, doch auch diese wiederholen sich ein wenig zu oft. Allerdings ist Worms sicher kein Spiel, dass man wegen der prachtvollen Soundkulisse kauft. Deshalb ist das höchstens mittelmäßigen Ansprüchen genügende Audioerlebnis auch nicht weiter schlimm.Tipps & Tricks

- Als Erstes sollte man versuchen, umherliegende Versorgungskisten aufzusammeln, um zusätzliche Waffen und Gebäude zu erhalten.

- Große Gebäude = starke Waffen. Baut also möglichst schnell große Gebäude, um eure Feuerkraft zu erhöhen.

- Die Vernichtung feindlicher Würmer geht meist schneller als das Zerstören der Gebäude.

- Feindliche Krankenhäuser möglichst schnell zerstören, da Würmer sonst wiederbelebt werden können. Im Gegenzug solltet ihr euch selber eines hinstellen.

- Versucht fünf "Orte des Sieges" zu erobern, um ein Wunder bauen zu können und so zu gewinnen.

- Nur Profis sollten auf das Tutorial verzichten, es führt in viele Grundlagen des Spiels ein, die man sonst kaum alleine herausfinden wird.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ lustige Wurm-Sprüche + Klasse Waffenarsenal und Waffenanimationen

Cons:
- Mies umgesetzte Spielidee - Mangelnde Spiel-Übersicht - Landschaft lässt sich nicht zerstören - Langweilige OptikTipps & Tricks

- Als Erstes sollte man versuchen, umherliegende Versorgungskisten aufzusammeln, um zusätzliche Waffen und Gebäude zu erhalten.

- Große Gebäude = starke Waffen. Baut also möglichst schnell große Gebäude, um eure Feuerkraft zu erhöhen.

- Die Vernichtung feindlicher Würmer geht meist schneller als das Zerstören der Gebäude.

- Feindliche Krankenhäuser möglichst schnell zerstören, da Würmer sonst wiederbelebt werden können. Im Gegenzug solltet ihr euch selber eines hinstellen.

- Versucht fünf "Orte des Sieges" zu erobern, um ein Wunder bauen zu können und so zu gewinnen.

- Nur Profis sollten auf das Tutorial verzichten, es führt in viele Grundlagen des Spiels ein, die man sonst kaum alleine herausfinden wird.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ lustige Wurm-Sprüche + Klasse Waffenarsenal und Waffenanimationen

Cons:
- Mies umgesetzte Spielidee - Mangelnde Spiel-Übersicht - Landschaft lässt sich nicht zerstören - Langweilige Optik