Worms 4: Mayhem (PC-Test)
von Nedzad Hurabasic

Ein knappes dreiviertel Jahr nachdem Entwickler Team 17 mit Worms: Fort Under Siege das letzte Abenteuer der schießwütigen Würmer veröffentlichte, gibt es nun mit Worms 4: Mayhem eine neue Folge des altehrwürdigen Spaßspiels.

Die Worms sind also zurück und sollen mithilfe des "Wormaggedons" die "Spaßfront 2005" in unsere Wohnzimmer bringen. Während beim Vorgänger das bekannt einfache Worms-Konzept (Seek & Destroy) um den

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Worms 4: Mayhem - Fröhliches Würmermetzeln - Klappe die 4te!

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Faktor "Burgenbauen" ziemlich verunglückt erweitert wurde und unser Fazit dementsprechend negativ ausfiel ("Ohje, das ging doch ganz schön daneben."), wurden derlei Mätzchen diesmal größtenteils außen vor gelassen. Welche Neuerungen diesmal aufgeboten werden und ob sich der Spielspaß wieder wie gewohnt einstellt? Weiterlesen!

First Blood
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es Gamer gibt, die noch nie Worms gespielt haben, hier eine kurze Erklärung: Bumm, Krach, Boing, Kawumm: "Oh Nein!" - Plop. Alles klar? Nein? Na gut. Bei Worms können traditionell bis zu vier Spieler

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mit ihren Teams aus je vier possierlichen Würmern gegeneinander antreten, um sich gegenseitig von der Bild(schirm)fläche zu fegen. Dafür stehen den ach so niedlichen Kriechern Unmengen an unterschiedlichen Waffensystemen zur Verfügung - von der Bazooka über Granaten, Mini-Gun, Lenkraketen und Dynamit bis hin zu explodierenden Schafen und Omas sowie vernichtenden Luftangriffen gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich der feindlichen Würmer zu entledigen.

Das alles verpackt in eine lustig animierte und soundtechnisch spaßige Umgebung sorgte für kurzweilige Gefechte unter Freunden.
Bis, ja bis aus der einfach simplen Vernichtungsorgie in 2D eine "zeitgemäße" Variante in 3D mit allen möglichen Zusatzfeaturen gebastelt wurde, die sich als Spaßkiller entpuppten.

Dass Team 17 trotz der teils harschen Kritik an der 3D-Gestaltung festhält, war zu erwarten. Es war nur die Frage, ob die unübersichtliche und nervige Steuerung des Vorgängers überarbeitet würde oder nicht. Doch dazu später mehr. Grundsätzlich stehen dem Spieler bei Worms 4: Mayhem fünf Spielmodi zur Verfügung, wobei das Gameplay unabhängig davon größtenteils gleich ist. Man tritt mit seinem Team, das von nun an sogar sechs Würmer umfassen kann, gegen bis zu drei menschliche oder KI-gesteuerte Mannschaften an. In rundenbasierten Zügen, bei denen reihum jeder Spieler seiner Vernichtungswut freien Lauf lassen kann, gibt es nur ein einziges Ziel: Die Vernichtung aller feindlichen Würmer unter Zuhilfenahme von mehr oder weniger durchschlagskräftigen Waffen. Wer zuletzt steht, hat gewonnen.Grundausbildung
Neben dem Modus "Geschichte", der das Herz der Einzelspielerkampagne ist, gibt es noch die Modi "Schnellspiel", "Einführungen", "Aufgaben" und "Multiplayer". Beim Schnellspiel geht es ohne Umwege direkt ans Eingemachte und das eigene Team tritt gegen KI-gesteuerte Worm-Söldner an. Einzelne Spielelemente wie Scharfschützengewehr können bei "Aufgaben" gemeistert werden.

Darüber hinaus ist es möglich, einige Deathmatch-Partien zu absolvieren und neue Maps freizuschalten. Neulinge sollten sich aber zunächst für die Einführungen interessieren. Hiermit ist natürlich ein kleines Tutorial gemeint, bei dem die grundlegende Steuerung und Funktionalität des Spiels erklärt wird und in der Praxis geübt werden kann.

Eingebettet ist dies zwar in eine kleine Geschichte, die aber eher etwas zu langatmig ist und - aufgrund der fehlenden Sprachausgabe - dröge daher kommt.

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Im Zentrum des Spiels stehen die beiden Modi Multiplayer und Geschichte. Im Mehrspielemodus ist es möglich, sich völlig auszutoben und die Spielregeln seinen Bedürfnissen anzupassen. Zwar wird auch hier die meistgewählte Option wohl bei "Deathmatch" liegen, alle Parameter lassen sich aber nach eigenem Gusto einstellen. Wem das zu umständlich ist, lässt über den Wurmpot, eine Art "einarmiger Bandit", die verschiedenen Gameplayelemente zufällig bestimmen. Bis zu 10.000 Kombinationen sollen mit seiner Hilfe erhältlich sein. Im Mittelpunkt des Singleplayer-Modus steht die "Geschichte", die aus jeweils vier aneinander gereihten Basismissionen besteht. Um voranzukommen, muss die abschließende finale Mission bewältigt werden, erst dann werden weitere Level freigeschaltet.

Quo vadis, Gameplay?
Grau ist aber alle Theorie. Bevor irgendwelche Missionen freigeschaltet werden können, muss schließlich erst der eine oder andere feindliche Wurm um die Ecke gebracht werden. Und das erweist sich oft als nicht ganz einfach. Als größtes Manko erweist sich hier erneut die unübersichtliche 3D-Perspektive und die damit verbundene Steuerung der Worms. Auch wenn die aktuelle Ansicht sicherlich zeitgemäßer erscheint als

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eine 2D-Landschaft, ist sie für ein Spiel wie Worms nicht unbedingt besser geeignet. Jedenfalls nicht, wenn sie so umgesetzt wird wie in diesem Fall. Das Gamepad landet häufig genug in der Ecke, weil es nicht gelingen will die Würmer so auszurichten, wie es für einen gelungenen Sprung innerhalb der zur Verfügung stehenden Rundenzeit (60 - 90 Sekunden) vonnöten ist. Wenn es nur darum ginge, aufeinander zu ballern ließe sich das verschmerzen.

Da die Entwickler aber der Meinung waren, die Missionen der Einzelspieler-Kampagne so zu entwerfen, dass ständig irgendwelche Hindernisse übersprungen werden oder das Gemetzel zum Jump 'n Run mutiert, dann ist die mehr als hakelige Steuerung, mit der man ständig an Ecken und Kanten hängen bleibt oder ungewollt von Plattformen fällt, mehr als ungeeignet.

Dies gilt umso mehr, weil für viele Missionen Zeitvorgaben gesetzt werden, die schlichtweg kaum bis gar nicht zu erreichen sind und somit Boni wegfallen. Da hilft es auch nicht, dass es möglich ist, zwischen verschiedenen Perspektiven zu wechseln. Die Haupt-Perspektive wird für die Fortbewegung der kleinen Kriecher verwendet und stößt oft an ihre Grenzen. Mit der Vogelperspektive und der Wurmperspektive lassen sich taktische Übersichten gewinnen respektive genauer mit Schusswaffen zielen.

Wie gewohnt hat auch diese Version von Worms nur einen einzigen Schwierigkeitsgrad. Ein Scheitern ist meist aber nicht den feindlichen Würmern anzulasten, sondern der vermurksten Steuerung. Die KI-gesteuerten Feinde treffen nicht besonders gut und sind auch in der Wahl ihrer Mittel bisweilen einseitig. Am liebsten werfen sie mit Granaten um sich. Der Ansatz die Missionen abwechslunsgreich zu gestalten und den Gamern verschiedene Aufgabenstellungen zu bieten mag auf den ersten Blick interessant erscheinen.So muss man beispielsweise in den ersten Leveln zunächst Traktoren, Kräne oder ganze Gebäude zerstören und andere Aufgaben bewältigen, bevor es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt. Wenn überhaupt.

Denn einige Level sind so konstruiert, dass eine Lösung ohne ballern möglich ist. Es darf z. B. ein Magier-Turm erklommen werden, was in nerviger Kletterei ausartet, inklusive dem einen oder anderen tiefen Fall und erneutem Aufstieg. Als Hindernis erweisen sich hier erneut weniger die feindlichen Burg-Würmer, sondern eingeklemmte oder danebenspringende Würmer. Der Spielspaß bleibt dabei meist auf der Strecke.

Leider lässt sich auch diesmal die Umgebung nur teilweise und oberflächlich zerstören, nämlich dort, wo es von den Entwicklern vorgegeben wurde. Wenn die Aufgabenstellung vorgibt, ein Haus dem Erdboden gleichzumachen, dann gelingt das auch. Für taktische Versteckspielchen oder gar geplanteoder ungewollte Ummodellierung der Landschaft reicht die Zerstörungskraft des Waffenarsenals jedoch nicht aus. Schade, war dies doch eins der interessantesten Features der ursprünglichen Worms-Spiele.

Da nützt es auch nichts, dass in einer Waffenfabrik eigene Superwaffen erstellt werden können. Ob jetzt eine Waffe mehr oder weniger im Arsenal zur Verfügung steht, ist für das Gameplay irrelevant. Ärgerlich ist zudem, dass bei jedem Level-Neustart die Mission neugeladen wird, was zusätzlichen Warte-Frust verursacht.

Positiv ist dafür, dass das Herbfallen auch aus größeren Höhen keinen allzu großen Schaden mehr verursacht. Neu ist auch, dass die Reihenfolge der Würmer während der Spielrunde getauscht werden kann. Es ist also möglich, den taktisch besser positionierten Worm auszuwählen, obwohl er gar nicht an der Reihe gewesen wäre. Was im Spiel gegen Computer-Gegner natürlich von Vorteil ist, sorgt beim Kampf mit Freunden schnell für Chaos. Als Belohnung für bewältigte Missionen gibt es Münzen, die im Shop gegen Zusatzausrüstung, neue Klamotten, Bonusmaps und andere Goodies eingetauscht werden können. Das ist zwar auf der einen Seite motivierend. Auf der anderen Seite ist fraglich, ob trotz des misslungenen Gameplays noch jemand daran interessiert ist, weitere Szenarien freizuschalten oder seine Würmer mit coolen Outfits auszustatten.

So sehr scheinbar Wert darauf gelegt wurde, die Worms-Reihe auf 3D zu trimmen - grafisch besonders toll ist die Welt nicht entwofren. Klobig, ja geradezu altbacken und langweilig wirken die entworfenen Szenarien, außerdem sind sie pixelig, unscharf und detailarm. Wenn die Würmer in der Detailansicht erschreckt die Miene verziehen oder sich gar ängstlich hinter vorgehaltenen Armen verstecken, dann sind das schon die Highlights der "Grafikpracht".

Auch einigen Cutszenen lässt sich der eine oder andere amüsante Moment nicht absprechen. Beim Sound gibt es die gewohnt lustigen Sprüche der Würmer zu hören, im Laufe der Zeit haben sich allerdings auch hier Abnutzungserscheinungen breit gemacht. Ein paar neue Sprüche könnten die militanten Kriecher mittlerweile schon beherrschen. Viele sind ins Deutsche übersetzt, aber auch auf Englisch schimpfen oder feiern die Würmer bisweilen. Die musikalische Berieselung hält sich dabei meist dezent im Hintergrund.

Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ noch immer kultiges Wurmgemetzel + großes Waffenarrsenal + amüsante Wurmsprüche

Contra:
- schlechte Perspektive - umständlich, nervige Steuerung - langweilige, altabackene Optik - nur oberflächlich zerstörbare LandschaftPro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ noch immer kultiges Wurmgemetzel + großes Waffenarrsenal + amüsante Wurmsprüche

Contra:
- schlechte Perspektive - umständlich, nervige Steuerung - langweilige, altabackene Optik - nur oberflächlich zerstörbare Landschaft