Bereits auf der letzten Games Covnention durften wir einen ersten Blick auf den PvE-Modus von WorldShift werfen und meinten, einen echten RTS-Geheimtipp entdeckt zu haben. Doch – Halt! Nochmal einen Schritt zurück: PvE in einem Echtzeit-Strategiespiel? Allerdings!

Denn WorldShift geht einen innovativen Weg zwischen den taktischen Schlachten eines StarCraft, dem Koop-Schnetzeln eines Diablo und der Item-Sammelei von World of WarCraft – die perfekte Blizzard-Mixtur also. Doch einfach nur von den Besten abschauen kann jeder. Erst im Detail zeigt sich, ob auch das Qualitätsdogma der Vorbilder seine Spuren im Spiel hinterlassen hat. Bei einem Publisher-Besuch in Köln durften wir nun erstmals Hand an den Mehrspieler-Modus legen und uns von dessen inneren Werten überzeugen.

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Im Lichte des Infernos

Die Geschichte von WorldShift beginnt, wie andere enden: mit der Zerstörung der Welt. Im 21. Jahrhundert rast ein gigantisches interstellares Objekt auf die Erde zu. Wissenschaftler und Kaffeesatzleser prophezeien den Weltuntergang. Doch dieser bleibt glücklicherweise aus: Shard Zero, so der Name des Unheilbringers, schlägt irgendwo im unbewohnten nördlichen Sibirien ein.

WorldShift - Echtzeit-Strategie trifft Rollenspiel: der Genre-Mix im PvP-Preview.

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Die "Plage" macht Pilzsuppe zum neuen Nationalgericht.
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Folgenlos bleibt der Besucher dennoch nicht: Durch die Wucht des Aufpralls driften die Kontinenten auseinander, die Polkappen schmelzen und Mutationen sind auf einmal so häufig wie Bugs in deutschen Rollenspielen. Eine außerirdische Seuche überkommt alles Lebende, und die ganze Welt versinkt im Chaos. Die ganze Welt? Nein! Denn wie einst ein kleines gallisches Dorf trotzt eine kleine Enklave inmitten der Insel Korsika auf wundersame Weise den vernichtenden Umwelteinflüssen. Dorthin retten sich die letzten verbliebenen Menschen und beginnen gemeinsam mit den Mutanten den Bau eines Psi-Resonators, der die Veränderungen rückgängig machen soll.

Das Vorhaben scheitert jedoch in einer Katastrophe, und die Menschheit wird über den gesamten Globus verstreut. Es dauert nicht lange und die Welt befindet sich in einem Krieg zwischen „Normalen“ und Mutanten: Während sich Erstere in fünf Megacities zurückgezogen haben, wo sie sich Dekadenz und Rassismus hingeben, streben Letztere nach dem magischen Mineral Xenolite, ein Relikt des Shard Zero, welches sich Tiberium-artig über die Erde verbreitet. Und als wäre das noch nicht genug, melden auch noch ein paar Aliens ihren Anspruch auf den blauen Planeten an. Zeit für den Spieler, sich für eine der drei Fraktionen zu entscheiden und in den Konflikt einzugreifen…

Packshot zu WorldShiftWorldShiftErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Sammelwut of WarCraft

So schildert sich die Ausgangssituation von WorldShift. Der Clou dabei: Was zunächst nach einem frechen StarCraft-Klon mit drei (hoffentlich) gut ausbalancierten Fraktionen im Science-Fiction-Setting klingt, verheißt noch sehr viel mehr. Statt sich nämlich einfach nur durch Tank-Rush- und Basenbau-Routinen zu klicken, ist der Spieler vor allem auf der Suche nach immer besseren Items für seine Einheiten, Erfahrungspunkten für die Helden und neuen Fähigkeiten. Die bulgarischen Entwickler Black Sea Studios wollen auf die Weise eine ähnliche Sammelwut erzeugen, wie sie sonst nur in den großen Blizzard-Vorbildern Diablo oder World of WarCraft anzutreffen ist.

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Ein Alien-Master im Kreise seiner Lieben.
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Ganze 500 verschiedene Items soll es einzusammeln geben – weitere werden per Content-Update folgen. Damit befreundete Spieler sich aber nicht gegenseitig in scheinhaften Mehrspieler-Partien die wertvollsten Items gegenseitig zuschustern, werden echte Ranglisten-Matches, in denen die Verbesserungen permanent sind, nur über Gamespy Automatch möglich sein. Wer eine Partie gegen einen Freund zocken möchte, muss dagegen in den nicht-permanenten Übungsmodus – eine sinnvolle Maßnahme, um spielverderbendes Farming zu unterbinden.

Durften wir uns auf der Games Convention noch einen Eindruck von den kooperativen PvE-Szenarien machen, die sich ähnlich wie eine Partie Diablo spielen, so konnten wir nun ausgiebig eine Alpha-Version des PvP-Mehrspieler-Modus ausprobieren. Dieser erwies sich als ungewöhnlich taktisch: Mikromanagement wird hier noch eine Spur größer geschrieben als beispielsweise in WarCraft III. Der Basenbau ist dabei so einfach wie möglich gehalten: Statt neue Gebäude zu errichten stattet ihr lediglich eure Basis mit Upgrades wie Geschütztürmen oder Radaranlagen aus.

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Und es kommt doch auf die Größe an...
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Weitere Gebäude lassen sich ausschließlich auf den über die Map verstreuten Xenolite-Feldern errichten, um dort das Mineral in klingende Münze umzuwandeln – ähnlich den Goldminen von WarCraft III. Entsprechend heiß umkämpft sind die immens wichtigen strategischen Knotenpunkte. Denn wer mehr Asche im Portemonnaie hat, kann sich selbstredend mehr Einheiten aus der Kriegskasse zaubern.

Ein neuer Stern am Taktik-Himmel: WorldShift geht konsequent den Weg, den WarCraft 3 nur streifte.Ausblick lesen

Rollenspiel küsst RTS

Auch in diesem Punkt geht WorldShift neue Wege zwischen RTS und MMORPG: Neben dem üblichen Tank-Rush-Fußvolk – böse Zungen nennen es auch „Kanonenfutter“ – kann der Spieler bis zu vier Offiziere rekrutieren, die über ähnlich ausgefeilte Fähigkeiten verfügen, wie man sie aus Rollenspiel-Parties kennt: Der Judge beispielsweise gibt mit seinen zahlreichen Hitpoints einen hervorragenden Tank ab, während der Assassin mit seinem Scharfschützengewehr die Gegner aus sicherer Entfernung ins Fadenkreuz nimmt und der Surgeon mit seinen Heilfähigkeiten für die nötigen Vitamine zwischendurch sorgt. Die verschiedenen Spezialfähigkeiten lassen sich ähnlich wie in WoW ganz einfach am unteren Bildschirmrand auswählen.

Zusätzlich zu den Einheiten stehen Spielern mit dem nötigen Kleingeld noch globale Super-Angriffe zur Verfügung: Der Protonen-Blast der Menschen beispielsweise ordert eine zerstörerische Riesen-Explosion an einen beliebigen Punkt auf der Karte, während die Aliens eine gefräßige Horde Zerglings… äh spinnenartiger Wesen aus dem Nichts beschwören können. Am meisten beeindruckte uns jedoch der Luftangriff, bei dem eine Schwadron Kampfjets die komplette Map in ein Meer aus Napalm-Explosionen taucht. Willkommener Nebeneffekt: Dabei decken sie zusätzlich einen Großteil des Fog of War auf.

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Die Grafik von WorldShift macht auch aus der Nähe einen guten Eindruck.
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Wer auf seinen Feldzügen über außerirdische Kapseln stolpert darf sich über eines der begehrten Items freuen: Diese lassen sich nach dem Kampf in bessere Rüstung, mehr Angriffsstärke, erhöhte Geschwindigkeit etc. investieren. So genannte Gems und gewonnene Erfahrungspunkte machen sich hingegen in eurem Fertigkeitenbaum bezahlt.

Auch schön: Den Mehrspieler-Modus könnt ihr mit insgesamt bis zu sechs Spielern auf einer Map bestreiten. Sorgen die Entwickler nun noch für eine spannende Einzelspieler-Kampagne und ein ordentliches Balancing steht einem echten RTS-Hit kaum noch etwas im Weg.