Die Politiker prophezeiten es bereits 1989: Es wächst zusammen, was zusammen gehört. In dem vorliegenden Falle ist jedoch nicht die Rede von den beiden ehemals geteilten deutschen Staaten, sondern von den Genres Echtzeitstrategie und Rollenspiel. Spätestens seit »WarCraft III« scheint deren Fusion nicht mehr aufzuhalten. Kaum ein Scharmützel-Game verzichtet seitdem auf Erfahrungspunkte sammelnde Helden und Mikromanagement.

Doch kein Entwicklerteam ging den Weg der Einheit bisher so konsequent wie die bulgarischen Black Sea Studios. »WorldShift« kombiniert erstmals klassische RTS-Tugenden mit dem Gameplay und der Sammelwut eines »Diablo«. Ob das funktioniert? Wir konnten uns auf der Games Convention ein Bild davon machen.

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Der Anfang vom Ende
Treibhauseffekt hin oder her - gegen die Zukunftsaussichten von »WorldShift« nimmt sich der Klimawandel eher wie ein Sturm im Wasserglas aus: Im 21. Jahrhundert kollidiert ein mysteriöses Objekt mit der Erde und löscht jegliche Zivilisation aus. Tausende von Jahren später existiert die einstige Menschheit nur noch in Legenden. Doch aus der Asche Armageddons erhoben sich drei neue Völker, unter denen ein globaler Krieg um die Vorherrschaft über den einst blauen Planeten entbrennt…

WorldShift - Neue Weltordnung im Genre: In Bulgarien bastelt man an der Fusion von RPG und RTS.

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Im Lichte des Infernos: Am Anfang von WorldShift steht der Weltuntergang.
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Da sind zum Einen die Nachkommen der letzten überlebenden Menschen, die sich in fünf Megacities zurückgezogen haben, wo sie tagtäglich um ihr Überleben kämpfen. Eine zweite Partei bildete sich aus mutierten Frühmenschen, den so genannten Tribes, die durch ihren Kontakt mit der alles vernichtenden Seuche zu besonderen Fähigkeiten gelangten. Und schließlich beanspruchen die außerirdischen Überbleibsel des Shard Zero genannten Flugobjekts die Herrschaft auf die Erde.

Deja Vu
Menschen, Aliens, Mutationen? Drei Fraktionen in einem Sci-Fi-RTS, die sich auch noch völlig unterschiedlich spielen sollen? Der Gedanke an einen frechen »StarCraft«-Klon liegt nicht nur auf der Hand, sondern springt einem beim Betrachten der ersten Screenshots und Spielszenen geradezu an. Bunter Comic-Look, rasantes Kampfgeschehen, schnittige Cinematics, die die Story voranbringen? Hat »WorldShift« nach der Ankündigung von »StarCraft II« nicht jegliche Existenzberechtigung verloren?

Packshot zu WorldShiftWorldShiftErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Mitnichten. Zwar teilen beide gewisse Äußerlichkeiten, sowie den frommen Wunsch, ein einfach zu erlernendes und dabei schnelles, packendes Strategiespiel abzuliefern, danach schlägt »WorldShift« allerdings eine gänzlich neue Richtung ein. So wird es keinen üblichen Technologiebaum geben, der den Bau neuer, immer besserer Einheiten ermöglicht. Stattdessen sind die Spieler wie im Action-Rollenspiel »Diablo« oder einschlägigen MMO-Titeln stets auf der Suche nach den besten »Drops«.

Jagen und sammeln
Tausende von verschiedenen Items und Relikten versprechen die Entwickler, mit denen sich die Fähigkeiten der Einheiten verbessern und neue hinzugewinnen lassen. Solche Gegenstände erhaltet ihr nicht nur für besiegte Gegner, sondern auch als Belohnung für erfolgreich absolvierte Missionen. Viel mehr als in anderen RTS-Spielen kann der Spieler so seine Truppen an seine ganz individuelle Vorgehensweise und Taktik anpassen.

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Wie in einem MMO werden eure Einheiten mit mächtigen Items gepimpt.
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Besonders mächtige Items lassen sich allerdings nur Gegnern abluchsen, an denen ihr euch im Alleingang die Zähne ausbeißen würdet. Wie in MMOs spätestens seit »World of WarCraft« Standard, ist hier Teamplay gefragt. Da die Items im Online-Modus zusätzlich permanent sind, bringen sie für den Multiplayer-Koop von Strategiespielen eine völlig neue Dimension mit sich. Hier wird wahre Sammelwut ins Genre einziehen!

Überhaupt wird die Rollenspiel- und Mehrspieler-Komponente einen gewichtigen Stellenwert in »WorldShift« einnehmen: Spezielle Maps spielen sich bereits wie eine Koop-Mehrspieler-Variante von »Diablo 2«. Mit einem Helden oder kleinen Heldengrüppchen kämpft ihr euch - ohne tyischen Basenbau und Ressourcenmanagement - durch rollenspielartige PvE-Maps, inklusive Quests und NPCs. Während der Präsentation auf der Games Convention demonstrierten die Entwickler die Idee dahinter an einem Level mit einem besonders heimtückischen Bossgegner: Mit einem Frontalangriff war gegen diesen kein Blumentopf, allenfalls eine Freifahrt ins Jenseits zu gewinnen.

Nur mit Teamwork ist dem Gesellen beizukommen: Während ein Spieler sich mit seinen Mannen um die Eskorte des Boss kümmert, schleicht sich ein weiterer an dessen Geschütztürme heran, um diese zu beseitigen. Erst so ist der Weg für Spieler Nummer 3 frei, der den Gegner schließlich direkt attackiert. Zusätzlicher Grund zur Freude für alle Mehrspieler: Durch die Möglichkeit zufallsgenerierter Maps wird die ohnehin schon hohe Wiederspielbarkeit noch einmal vergrößert.

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Auf sie mit Gebrüll! Manche Schlachten sind nur im Team zu schlagen.
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Seine Rollenspiel-Gene machen sich bei »WorldShift« jedoch nicht allein beim Gameplay bemerkbar, auch der zugrunde liegende Grafik-Motor wilderte bereits in eigentlich genrefremden Gefilden: Die Engine kam bereits in Bethesda Softworks »Oblivion« zum Einsatz. Dem entsprechend detailliert sind die Einheiten und strahlen dank HDR-Effekt in einem ganz besonderen Glanz. »Das Ergebnis ist so gut, dass viele Journalisten gar nicht glauben wollten, dass unsere Screenshots überhaupt nicht nachbearbeitet sind«, verkünden die Entwickler stolz. »Aber sie sind es tatsächlich nicht.« Um ehrlich zu sein: Auch wir wollten das zunächst nicht glauben…