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Eine Überraschung, die keine war. Nur zu gerne hätte Blizzard Entertainment die weltweite Community mit dem zweiten AddOn für den Goldesel »World of WarCraft« überrumpelt. Doch durch den bekannten USK-Fauxpas, wodurch der offizielle Name bereits einige Tage vor der BlizzCon bekannt wurde, und zahlreiche Meldungen aus der Gerüchteküche, wurde aus dem "Blizzard" nur ein laues Sommerlüftchen. Wir haben die Infos ein wenig sacken lassen und verraten euch in den First Facts, was in »Wrath of the Lich King« wirklich drinsteckt und wo es zu Problemen kommen könnte.

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Ein alter Bekannter
Die Bilder des gestrigen Abends kamen uns irgendwie bekannt vor. Wie in einem Déjà-vu stand Mike Morhaime, Präsident von Blizzard Entertainment, erneut auf einer großen Bühne und erneut waren die Augen der gesamten Gaming-Industrie auf ihn gerichtet. Kein »Diablo 3« und auch kein neues Spiele-Universum, sondern "nur" das zweite »World of WarCraft« AddOn. Während sich bei vielen Fans Ernüchterung breit macht, schweben andere im siebten Himmel und freuen sich wie Kleinkinder auf die Inhalte der Erweiterung - und zwar zu Recht.

World of Warcraft: Wrath of the Lich King - Was bringt das zweite Addon außer Arthas?

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Nach ihrer Ankunft in Northrend werden die Spieler sehr bald die Grizzley Hills erklimmen.
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Nachdem die in »The Burning Crusade« eingeführte Scherbenwelt mittlerweile dem Erdboden gleichgemacht worden ist, verschlägt es die Spieler in »Wrath of the Lich King« nun auf den Spuren Arthas` nach Northrend. Dieser hat Ereignisse in Gang gesetzt, die zur Vernichtung allen Lebens in Azeroth führen könnten. Wieder einmal drohen seine Untotenarmeen und die nekromantische Seuche über das Land herzufallen. Nur die mächtigsten aller Helden werden in den eisigen Weiten Northrends überleben und darauf hoffen können, Arthas Pläne zu durchkreuzen.

Am Ende der Reise wartet dann der Lichkönig höchstpersönlich auf unsere Recken und bittet sie zum Kampf. Mit von der Partie sind übrigens auch die Magier der Kirin Tor, die ihre Hauptstadt Dalaran nach Northrend verlegt haben, um effektiver gegen die Geißel vorgehen zu können.

Packshot zu World of Warcraft: Wrath of the Lich KingWorld of Warcraft: Wrath of the Lich KingErschienen für PC kaufen: ab 3,09€

Wie Ihr seht, setzt nicht nur ArenaNet mit »Guild Wars: Eye of the North« auf eisige Welten. Auch Blizzard schickt uns in dunkle und vor allem kalte Gefilde. Bei der tollen Hintergrundgeschichte nehmen wir dies allerdings gerne in Kauf, wollen wir doch schon seit »WarCraft 3: The Frozen Throne« wissen, wie es mit Arthas weitergeht. Für genügend Spannung dürfte also gesorgt sein.

Ein Held für die Elite
Heldenklassen waren bereits zu einem Zeitpunkt im Gespräch, als »World of WarCraft« noch in den Kinderschuhen steckte. Seitdem wurde viel spekuliert und noch viel mehr dementiert. Wirklich Greifbares war nicht bekannt und im Laufe der Zeit geriet das einstige Traum-Feature immer mehr in Vergessenheit. Mit »Wrath of the Lich King« erhalten die Heldenklassen nun endlich Einzug in die Welt von Azeroth - obwohl die Verwendung des Plurals an dieser Stelle eigentlich falsch ist. Denn zum Start wird es nur eine Heldenklasse geben: den Todesritter (Death Knight). Weitere sollen ihm folgen, allerdings ist darüber bisher herzlich wenig bekannt. Auf der BlizzCon wurde lediglich verlautet, dass sich diese an den bekannten Helden aus »WarCraft 3« orientieren sollen. Vorstellbar wäre also beispielsweise ein Dämonenlord.

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Der Todesritter ist die erste Heldenklasse in World of WarCraft.
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Fürs Erste müssen wir uns aber mit dem Todesritter begnügen, und wie es scheint, wird dieser auch nur von Hardcore-Spielern freigeschaltet werden können. Zunächst einmal muss das neue Maximallevel 80 erreicht sein, was das geringste Problem sein dürfte (angepeilt ist eine ähnliche Spielzeit wie von Level 60 auf 70). Erst dann könnt Ihr eine Questreihe annehmen, an deren Ende der Todesritter auf euch wartet. Damit Northrend und auch die alten Gebiete nicht mit Todesrittern überflutet werden, soll die besagte Questreihe eine richtig harte Nuss werden. Dies ist auf der einen Seite sicherlich verständlich, andererseits gehen die zahlreichen Gelegenheitsspieler, wie schon bei vielen anderen Elementen von »World of WarCraft«, vermutlich leer aus. Schade!

Sobald Ihr die Klasse des Todesritters freigeschaltet habt, könnt Ihr wie gewohnt einen neuen Charakter erstellen. Euer bisheriger Avatar bleibt also weiterhin bestehen und wird keinesfalls überschrieben, wie es schon in diversen Internetforen nachzulesen war. Weil es sich für einen echten Helden allerdings nicht ziemt, auf irgendwelche Wildschweine zu dreschen, werden die Todesritter gleich mit einem höheren Level ins Spiel starten. Derzeit ist eine Spanne von Level 58 - 70 im Gespräch.

Im Gegensatz zu den bisherigen Charakteren stehen dem Todesritter weder Mana, noch Wut oder Energie zur Verfügung. Stattdessen greift er auf drei verschiedene Runen-Arten (Frost, Blut und Unheilig) zurück, die in seine Waffen eingraviert werden und durch die Talentbäume verstärkt werden. Falls ihm die Runen während eines Kampfes ausgehen sollten, muss sich der Todesritter allerdings nicht wie ein Feigling zurückziehen - schließlich haben wir es mit einem echten Helden zu tun. Stattdessen kann er die verbrauchten Runen zumindest teilweise durch Zauber wieder auffrischen und seine Mission fortsetzen. Darüber hinaus soll es einige Combos geben, über die bisher aber nur recht wenig bekannt ist.

SSV in Azeroth
Die Jagd nach immer besseren Items ist einer der wichtigsten Aspekte in »World of WarCraft«, wenn nicht sogar der entscheidende. Es ist daher nur logisch, dass es auch mit »Wrath of the Lich King« wieder zahlreiche neue Gegenstände geben wird, durch welche die Sammelleidenschaft eines jeden Spielers geweckt wird.

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Utgarde Keep ist die erste 5er Instanz in Wrath of the Lich King.
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Mit dem ersten AddOn »The Burning Crusade« wurde seitens Blizzards bereits der große Fehler gemacht, sämtliche High-Level-Items aus dem Hauptspiel innerhalb kürzester Zeit abzuwerten. Bereits nach wenigen Minuten in der Scherbenwelt konnten die Spieler eine wesentlich bessere Ausrüstung vorweisen, als nach unzähligen Stunden Spielzeit in der alten Welt. Kein Wunder, dass die alten Instanzen seitdem nur noch höchst selten aufgesucht werden und im Prinzip keine Daseinberechtigung mehr haben.

Leider Gottes scheinen die Entwickler daraus nichts gelernt zu haben. Wie in einer Fragerunde bekannt wurde, soll es bereits in den Anfangsgebieten von »Wrath of the Lich King« zahlreiche grüne Items geben, durch welche die T4 oder T5 Sets entwertet werden. In unseren Augen ist dies eine höchst fragwürdige Designentscheidung, die unbedingt noch einmal überdacht werden sollte. Ansonsten könnte die Scherbenwelt ein ähnliches Schicksal erleiden wie die beiden Kontinente aus dem Hauptspiel.

Das Land der Dichter und Denker
Mit dem Schriftgelehrten erhält ein weiterer Beruf Einzug in die Welt von »WarCraft«. Seine Aufgabe wird es sein, Zauber und Fähigkeiten dauerhaft zu verbessern. Mehr ist bisher nicht bekannt, allerdings erscheint dieser Beruf eine überaus sinnvolle Ergänzung zu den anderen Tätigkeitsgebieten zu sein.

Wer bisher die Aufzählung neuer Rassen vermisst hat, dem sei gesagt, dass »Wrath of the Lich King« keine weiteren Völker enthalten wird. Es bleibt somit bei jeweils fünf Rassen pro Fraktion, was im Prinzip auch mehr als genug ist.

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Nicht nur Griechenland hat mit starken Waldbränden zu kämpfen.
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Dafür wird es die Möglichkeit geben, noch mal Hand an bereits existierende Charaktere anzulegen. So verspricht Blizzard neue Frisuren und Hautfarben. Für manche mag dies nur unnötiger Firlefanz sein, andere hingegen haben sich bereits seit langem darauf gefreut. Zudem sollen mit »Wrath of the Lich King« neue Tanzstile implementiert werden. Wir dürfen uns also wieder zahlreichen lustigen Videos entgegenfiebern.

Die Uhr tickt - Wann kommt das AddOn?
Die alles entscheidende Frage lautet jetzt natürlich: Wann erscheint »Wrath of the Lich King«? Eine Antwort darauf kennt derzeit niemand, höchstwahrscheinlich nicht einmal Blizzard selber. Beim ersten AddOn »The Burning Crusade« vergingen von der Ankündigung bis zur Veröffentlichung fast 15 Monate. Wenn wir also von einer ähnlichen Zeitspanne ausgehen, würde »Wrath of the Lich King« erst im Oktober 2008 erscheinen.

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Die Grafikengine soll spürbar verbessert werden, ohne dabei die Hardware stärker zu belasten.
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Da sich die Zeiten mittlerweile allerdings geändert haben und es mit »Warhammer Online« und »Age of Conan«, um nur zwei zu nennen, einige Konkurrenten auf den Thron von »World of WarCraft« abgesehen haben, gehen wir davon aus, dass »Wrath of the Lich King« spätestens im Frühling 2008 auf den Markt kommen wird. Wenn Blizzard seine derzeitige Anzahl an Abonnenten halten möchte, können sie sich dieses Mal nicht so viel Zeit lassen.