Panini legt mit „World of Warcraft: Die Perle von Pandaria“ ein schönes Hardcover-Buch vor, das in einem sehr ungewöhnlichen Format präsentiert wird. Es ist ein wenig größer als ein normales Comicheft, ist jedoch im Querformat. Das Ergebnis sind Widescreen-Bilder, die farbenprächtige Panoramen bieten.

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Die Große Schildkröte: Auf ihr leben jene Pandaren, deren Vorfahren einst mutig genug waren, Pandaria zu verlassen. Über die Jahre hinweg zogen die mutigsten Pandaren los, um Abenteuer in der Welt zu erleben. Der größte dieser Abenteurer ist Chen Sturmbräu, von dem man schon lange nichts mehr hörte. Seitdem sind immer weniger Pandaren in die Welt hinausgezogen. Nun macht sich jedoch seine Nichte Li Li daran, Chen zu suchen und wird dabei von dessen altem Freund Bo begleitet.

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Die Suche führt sie in die verschiedensten Ecken des Landes, wobei sie von den Schergen der Meerhexe der Naga verfolgt werden, die glaubt, dass Li Li weiß, wo die sagenhafte Perle von Pandaria ist. Es kommt zum Kampf auf Leben und Tod.

Vor der Erweiterung

„Die Perle von Pandaria“ wurde von Micky Neilson geschrieben, seines Zeichens Senior Writer und Voice Director bei Blizzard Entertainment, der auch verschiedene Comics aus dem „World of Warcraft“-Universum verfasst hat. Die Entwicklung des Comics begann schon, bevor es für das Spiel die „Mists of Pandaria“-Erweiterung gab. Als man sich über die Geschichte Gedanken machte, dachte man noch gar nicht daran, eine Erweiterung mit den Pandaren oder Pandaria zu entwickeln.

Während die Gestaltung der Graphic Novel voranschritt, beschloss man die Spiel-Erweiterung, weswegen Neilson zusammen mit seinem Zeichner Sean „Cheeks“ Galloway Änderungen am Comic vornahm. Allerdings waren diese überschaubar groß, denn da der Hauptteil der Handlung in Azeroth spielt, musste man sich nur um das erste und letzte Kapitel kümmern, das Shen-zin Su, die Große Schildkröte, zeigt. Diese Insel ist von Pandaria losgelöst, fand aber auch in das Spiel Einzug, weswegen Anpassungen am Comic vonnöten waren.

World of Warcraft: Mists of Pandaria - Die Perle von Pandaria: neuer Comic für WoW-Fans

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Der Zeichenstil ist prachtvoll, wenngleich ein wenig gewöhnungsbedürftig.
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Auch anderweitig gab es Veränderungen, wie das Bonusmaterial im hinteren Teil des Buches zeigt. So wurde ein Teil des Entstehungsmythos von Shen-zin Su verworfen. Zudem entschied man sich, die Augen der Pandaren goldfarben zu gestalten. Zuvor waren sie grün.

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Eine klassische Quest

Auch wenn die Optik der Pandaren an „Kung Fu Panda“ erinnern mag, ist es doch nicht so, dass man sich bei dem Erfolgsfilm bedient hätte – eher ist es umgekehrt, tauchten die ersten Pandaren doch schonin „Warcraft III“ auf. „Die Perle von Pandaria“ erweist sich als eine spannende und flott erzählte Fantasy-Geschichte, die nach klassischem Muster von einer Quest erzählt.

Dass sich Li Li und ihr Begleiter Bo zusammenraufen müssen, ist ein Genre-Standard. Ebenso wie die Aussöhnung zwischen Bo und Chen am Ende der Erzählung. Kenner des Genres werden hier im Grunde nicht viele Überraschungen erleben, aber eine solide erzählte Geschichte kann viel retten, wenn die übrigen Umstände stimmen. Und die passen.

Sean Galloway hat einen an moderne Zeichentrickserien erinnernden Stil, der vergleichsweise einfach wirkt, aber es eigentlich nicht ist. Tatsächlich ist es eine hohe Kunst, Zeichnungen dieser Art zu produzieren, die eine Leichtigkeit verströmen, aber erstaunlich detailliert sind – in den Hintergründen, aber auch in den Figurendesigns.

World of Warcraft: Mists of Pandaria - Die Perle von Pandaria: neuer Comic für WoW-Fans

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"Die Perle von Pandaria" erscheint im ungewöhnlichen Widescreen-Format.
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Interessant an diesem Comic ist auch das Querformat, das es Galloways erlaubt, das Layout ganz anders als bei klassischen Comics anzulegen. Das Format kommt Panorama-Bildern der Eisenschmiede oder der Großen Schildkröte sehr entgegen und lässt filmisches Feeling aufkommen.

Fazit

„Die Perle von Pandaria“ ist ein Abenteuer für alle Altersstufen. Die Zeichnungen mögen an Cartoons erinnern, sind aber sehr stimmig und passen für die Art der Erzählung perfekt. Die Geschichte ist dabei in fünf Kapitel unterteilt. Im ersten entscheidet sich Li Li für ihre Reise und ihr Abenteuer, in den folgenden drei Kapiteln lernt sie die Welt Azeroth kennen und im letzten gibt es das große Finale, das gleich zwei Dinge aufzeigt: Dass die Perle im Grunde nur ein MacGuffin ist und dass Li Lis Vater Chon Po eine ganz eigene Interpretation dafür hat, was die Perle von Pandaria wirklich ist.

Übrigens befindet sich die Graphic Novel in einem Schuber, so dass man den Comic auch hochkant ins Regal stellen kann und er sich somit besser mit anderen Büchern einreiht. Eine Spielerei für Fans, die es gerne (halbwegs) einheitlich mögen.

Ein weiteres Abenteuer mit Chen und Li Li gibt es auf eu.battle.net mit der Online-Novelle „Die Suche nach Pandaria“ von Sarah Pine.

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