Da ist das Ding! Seit dem 30. August strömen WoW-Fans auf die frisch entdeckten Verheerten Inseln, um dort die Invasion der Brennenden Legion zu stoppen. Die von Orc-Fiesling Gul'dan nach Azeroth gelotsten Dämonen wollen mit uralten Relikten den Dunklen Titanen herbeirufen, um die Völker der Horde und Allianz ein für allemal zu vernichten. Aufhalten lassen sich die potenziellen Weltenvernichter nur mit der Hilfe der lange Zeit weggesperrten Dämonenjäger sowie dem Einsatz der mächtigsten Waffen, die das Fantasy-Reich jemals gesehen hat.

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Mächtige Waffen, Dämonenjäger – damit bin ich auch schon bei zwei großen Features, die der sechsten Erweiterung für World of Warcraft von Beginn an den Stempel aufdrücken. Der dämonenhassende Waidmann ist nach dem Todesritter die zweite Heldenklasse in WoW und steigt bereits auf Stufe 98 in das Rennen auf die neue Maximalstufe 110 ein. Im Startgebiet Mardum erlerne ich das Handwerkszeug des Nahkämpfers, der sich entweder als reiner Schadensausteiler oder Tank verdingt. Spaß macht mir der Lederträger vor allem aufgrund seiner hohen Mobilität: Mit Doppelsprüngen, rasanten Vorstößen und komplexen Hüpfmanövern schnetzel ich mich wie im Rausch durch die dämonische Brut, der coole Augenlaser sowie die beeindruckende Dämonenform, in die ich mich per Knopfdruck verwandeln darf, ergänzen mein Arsenal.

Doch nicht nur die Effekte der gerade beschriebenen Angriffe können sich sehen lassen, auch der Dämonenjäger selbst macht mit der Augenbinde, den Tattoos und den schicken Gleven optisch eine gute Figur. Schade nur, dass einzig Nacht- und Blutelfen auf Illidans Spuren wandeln dürfen. Und wenn das nächste Mal eine Klasse das Angebot von WoW erweitern soll, dann bitte ein Fernkämpfer. Die nach Classic-WoW ins Spiel implementierten Archetypen Todesritter, Mönch und Dämonenjäger stürzen sich allesamt bevorzugt an die Front. Da mit Legion nun auch Überlebens-Jäger mit einer Stangenwaffe in den Krieg ziehen, wird es in Bosskämpfen doch ziemlich eng, wenn etliche Spieler vorne am Obermotz herumwuseln.

World of Warcraft: Legion - Die Dämonen sind los

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Jedes Artefakt besitzt einen eigenen Talentbaum mit insgesamt 18 Verbesserungen. Es dauert Wochen, alle freizuschalten.
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Legendäre Artefaktwaffen

Egal mit welcher Klasse ich mich der Brennenden Legion entgegenstelle, bevor es auf die Verheerten Inseln geht, muss ich meinen Helden erst mit einer Artefaktwaffe ausstatten. Jede der 36 Spielweisen besitzt einen eigenen legendären Prügel sowie eine spezielle Questreihe, über die sie sich das Artefakt verdienen. Einmal besorgt, begleitet mich das schmucke Teil die gesamte Legion-Ära – es gibt aktuell schlicht keine andere Waffe im Spiel, die auch nur annähernd mit dem Schicksalshammer, den Schreckensklingen oder der Sichel von Elune mithalten kann.

Die Kriegswerkzeuge besitzen nicht nur eine hohe Gegenstandsstufe, sie greifen auch auf einen eigenen Talentbaum zu, in dem ich mir mit eingesammelter Artefaktmacht bis zu 18 Verbesserungen erspiele. Die meisten der Traits sind passiver Natur und erhöhen etwa die Wirkdauer bestimmter Effekte oder steigern den Schaden wichtiger Angriffe. Es gibt in jedem Baum aber auch eine aktiv nutzbare Fähigkeit, die in der jeweiligen Spielweise fortan eine hohe Priorität einnimmt. Gleichgewichts-Druiden schleudern etwa den Vollmond auf ihre Widersacher, Elementar-Schamanen steigern per Knopfdruck den Schaden ihrer Blitzzauber.

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Die Geschichte von Legion unterhält blendend. Wichtige Momente werden mit Ingame-Sequenzen fast kinoreif inszeniert.
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Verbessern darf ich mein Artefakt zudem mit bis zu drei Relikten, die den eben erwähnten passiven Boni eine neue Stufe verpassen und zugleich die Gegenstandsstufe der Waffe erhöhen. Und wer keine Lust hat, mit denselben Aschenbringer herumzulaufen wie alle anderen Vergelter-Paladine, der besorgt sich einen der alternativen Skins oder verändert das Aussehen der Waffe mit der bereits bekannten Transmogging-Dienstleistung.

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Klassen-WG statt Ein-Mann-Festung

Klassenspezifische Aufgaben wie die Artefakt-Quests erhalte ich regelmäßig in meiner Ordenshalle. Das Hauptquartier auf den Verheerten Inseln erinnert auf den ersten Blick an die Garnison aus dem Vorgänger-Add-on, auch weil ich hier die bereits aus Warlords of Draenor bekannten NPC-Missionen anstoße. Doch gibt es auch signifikante Unterschiede. Statt alleine in der Festung Däumchen zu drehen, treffe ich in der Ordenshalle auf weitere Angehörige meiner Zunft. Alle Schamanen haben ihren Stützpunkt etwa in der Nähe des Mahlstroms aufgeschlagen, Mönche treibt es dagegen zurück auf die Wandernde Insel in Pandaria.

Nur dort darf ich mein Artefakt aufwerten und bei Gelehrten mein Wissen über die mächtigen Waffen verbessern, wodurch ich noch mehr Artefaktmacht aus allen Quellen erhalte. Oder ich investiere Ordensressourcen in die Rekrutierung von NPC-Soldaten, die meine Champions dann auf ihren Missionen unterstützen. Alternativ nutze ich die Ressourcen, um verschiedene Boni meiner Ordenshalle zu erwerben. Die erhöhen beispielsweise die Erfolgschancen der Anhängeraufträge oder gewähren mir Zugang zu einem Beet, in dem ich Pflanzen ernte. Was der neuen Heimat meines Helden abgeht, sind jedoch Housing-Elemente jedweder Art. Ich darf weder Gebäude bauen, noch der Ordenshalle einen individuellen Touch verpassen. Schade.

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Die neue Stufenskalierung greift in den Zonen Azsuna, Val'sharah, Hochberg und Sturmheim sowie in den fünf Dungeons, die ihr bereits beim Leveln betreten dürft.
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Flexibilität beim Questen

Mit dem Artefakt im Gepäck geht's endlich auf den neuen Kontinent von World of Warcraft: Legion. Blizzard hat in vier der fünf zugänglichen Zonen der Verheerten Inseln eine automatische Stufenskalierung eingeführt, sodass ich entscheiden darf, in welcher Reihenfolge ich Sturmheim, Hochberg, Azsuna und Val'sharah angehe. Die Gegner passen sich dabei automatisch meiner Stufe an, und auch die Beute ist auf die aktuelle Stärke meines Alter Egos abgestimmt. Genauso sieht es übrigens auch in den fünf Dungeons aus, die ich während der Level-Phase besuche. Kurzum: Nie war es einfacher, mit den Kumpels gemeinsam zu zocken.

World of Warcraft - Wie Blizzard ein ganzes Genre revolutionierte

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Spielerisch erinnert mich das Leveln in Legion an meine Abenteuer auf Draenor. Ich werde zwar recht linear von Quest-Hub zu Quest-Hub geschickt, doch gibt es auch abseits der Wege jede Menge zu entdecken. Schätze zum Beispiel, seltene Monster oder die auf einen kleinen Bereich beschränkten Bonusziele, die mich mit Erfahrungspunkten und Ordensressourcen belohnen, wenn ich die Truppen des Feindes ausreichend ausgedünnt habe.

Dass mich die Level-Phase auf den Verheerten Inseln bis zum Ende prima unterhalten hat, liegt jedoch an den grandios erzählten Geschichten der einzelnen Gebiete. Überhaupt ist die Story von Legion beziehungsweise deren Inszenierung ein großer Pluspunkt. Blizzard setzt gezielt geskriptete Ereignisse und Zwischensequenzen ein, um die Handlung voranzutreiben oder dramatische Höhepunkte hervorzuheben. Auf bittere Niederlagen folgen Hoffnung schenkende Siege; selten mussten Horde und Allianz derart hohe Verluste beklagen. Keine Sorge: Mehr wird nicht verraten.

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In eurer Ordenshalle dürft ihr NPC-Champions auf Missionen schicken. Sind eure Truppen erfolgreich, winken Belohnungen wie Erfahrungspunkte, Gold oder Artefaktmacht.
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Das Endgame von Legion

Bis ich mit meiner Gilde den ersten Raid von Legion, den Smaragdgrünen Alptraum, betreten darf, dauert es zwar noch – am 21. September geht's los –, doch bis dahin habe ich auf der Maximalstufe noch jede Menge zu tun. Insgesamt zehn neue Dungeons hat Blizzard WoW spendiert, die sich gewohnt abwechslungsreich spielen und optisch bisweilen eine Wucht sind. Acht der Instanzen stehen in mehreren Schwierigkeitsgraden zur Verfügung, den Hof der Sterne sowie den Arkus darf ich nur im mythischen und damit schwierigsten Modus betreten.

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Der PvP-Bereich hat endlich eine eigene Talent-Matrix spendiert bekommen, zudem spielt es keine Rolle mehr, welche Klamotten ihr in den Arenen und auf den Schlachtfeldern tragt.
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In ein paar Wochen wird mit „Mythisch Plus“ eine weitere Variante folgen, die an die Nephalemportale aus Diablo 3 erinnert. In dieser meuchle ich mich mit meinem Team durch immer schwierigere Versionen des Dungeons, bis wir irgendwann an der Zeit scheitern und gemäß unserem Fortschritt belohnt werden. Die Gegner besitzen dabei nicht einfach nur mehr Leben und hauen stärker zu, sie erhalten auch spezielle Eigenschaften, mit denen sie beispielsweise Flammeneruptionen unter allen Fernkämpfern verteilen oder an allen Spielern kontinuierlich Schaden verursachen.

Ansonsten warten auf Stufe 110 noch die neuen Weltquests auf mich, die mir etwa ein Soloabenteuer vor die Nase setzen oder mir ein Kopfgeld für einen der elf Weltbosse auf den Verheerten Inseln versprechen. Oder ich stürze mich in das runderneuerte PvP-System, das mit einer eigenen Talentmatrix daherkommt und in dem die Klamotten der Teilnehmer keine Rolle mehr spielen. Auf Wunsch kann ich bei Erreichen der maximalen Ehrenstufe 50 sogar meinen Fortschritt zurücksetzen und so einen Prestige-Rang aufsteigen – auf diese Art schalte ich einige kosmetische Belohnungen wie Reittiere oder Artefakt-Skins frei.

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Die Quests in Legion fallen gewohnt abwechslungsreich aus. Hier schlüpft ihr in die Rolle eines Mini-Murlocs.
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Feinschliff vom Feinsten

Abseits der großen Features hat Blizzard mit Legion die Chance genutzt, um die Menüs um sinnvolle Funktionen wie den neuen Kleiderschrank zu erweitern, in dem automatisch die Skins aller Waffen und Rüstungen landen, die sich mein Held erspielt. Auch beim Handwerk hat sich einiges getan: Die herstellbaren Gegenstände sind durch die Bank nützlich, endlich muss ich wieder raus in die Welt, um mir die notwendigen Materialien zu besorgen.

Dazu kommen sichtbare Überarbeitungen der Grafik. Viele Zaubereffekte wurden aufgehübscht, aber auch der Detailreichtum hat auf den Verheerten Inseln noch einmal einen satten Sprung nach vorne gemacht, die neuen Zonen sehen fantastisch aus. Ich wundere mich mit jeder Erweiterung mehr, was Blizzard aus der angestaubten Engine alles herausholt – WoW sieht man seine elf Jahre einfach nicht an. Loben möchte ich zu guter Letzt die geringe Zahl an Bugs, Abstürzen oder technischen Ungereimtheiten, über die ich seit Release gestolpert bin. Es macht sich bezahlt, dass Legion über Monate auf dem Beta-Server getestet wurde – selten lief der Start einer MMO-Erweiterung so rund ab.