WoW ist DAS Onlinegame der heutigen Zeit. Und damit das auch so bleibt und Spieler, die dem Urvater des modernen MMO bereits den Rücken gekehrt haben zurück kommen, müssen sich die Jungs von Blizzard einiges einfallen lassen. Einige dieser Einfälle sind auf dem kommenden Patch 4.3 zu finden.

Wer sich lieber das komplette Video von der Gamescom 2011 mit Untertiteln ansehen möchte, klickt einfach hier!

Autoren: Thomas Hinsberger; Garry Leusch

gamona: Hallo, ihr Lieben. Heute sind wir auf der Gamescom für euch und haben Tom Chilton, den Game Director von WoW für euch im Interview!

Tom, schön dich zu treffen! Lass uns mit einer allgemeinen Frage über World of Warcraft beginnen. Was denkst du über die aktuellen Spielerzahlen? 11 Millionen aktive Spieler spielen zur Zeit World of Warcraft. Glaubst du, dass die 12 Millionen, die ihr vor einem halben Jahr erreicht habt, die obere Grenze der Anzahl von Spielern ist, die man heutzutage für ein MMORPG begeistern kann?

Chilton: Ich weiß nicht, ob dem so ist. Ich denke, dass die Zeit uns das sagen wird. Wir tun natürlich alles, dass World of Warcraft auch in Zukunft wachsen kann. Es gibt viele Faktoren, die da mit reinspielen. Es gibt immer Marketing, Werbung, Akquisition, es gibt unterschiedliche Wege um Spieler zurückzubekommen. Langsam aber sicher müssen wir sicher gehen, dass wir die Bedürfnisse der Spieler berücksichtigen, die das Spiel in der Vergangenheit gespielt haben und zurück kommen wollen, es aber für eine Weile nicht gespielt haben.

Wir haben mit der Zeit herausgefunden, dass es eine Menge neu entwickelter Dinge gibt, die es dem Spieler in manchen Fällen den Wiedereinstieg deutlich erschweren, wenn sie eine Weile „draußen“ waren. Die Charaktere haben sich geändert, das Spiel hat sich geändert. Du kommst zurück und deine Stadt liegt in Trümmern, deine Skill -Leisten machen keinen Sinn mehr, dein Rucksack sieht völlig anders aus, solche Sachen eben. Es gibt viele Dinge, die unsere Möglichkeiten bedingen, das Wachstum in der Zukunft zu beeinflussen.

World of Warcraft - Patch 4.3 und... Was zur Hölle ist Transmogrifizieren!?

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Tom Chilton, Game Director von WoW
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gamona: Das stimmt. Mit Cataclysm habt ihr es sehr leicht gemacht die World of Warcraft kennen zu lernen. So wie noch nie! Es ist das beste World of Warcraft, das wir je gesehen haben! Aber viele der alteingesessenen Spieler beschweren sich darüber, dass es jetzt sehr linear, zu einfach ist. Man hat nicht mehr solche Questreihen wie für Hunter in Molten-Core Zeiten und solche Sachen.

Packshot zu World of WarcraftWorld of WarcraftErschienen für PC kaufen: ab 22,00€

Glaubst du, dass die Zukunft von World of Warcraft nur im Casualgaming liegt? Gestern hat Ghostcrawler diese Sache mit den Tanks und der Aggro gepostet. Das hört sich nach einer starken Veränderung an.

Chilton: Ja, definitiv! Ich glaube, dass es eine wichtige Erkenntnis ist, dass wir mit der Zeit einen immer stärker werdenden Mix aus Casual-, Hardcore-, und Spielern haben, die irgendwo dazwischen stehen. Wir müssen Wege finden, die es uns ermöglichen all diese unterschiedlichen Spielerbedürfnisse zu befriedigen.

Teilweise wird das Spiel also eher einfach und in anderen Bereichen wird es richtig Hardcore. Beispielsweise haben wir Beschwerden darüber bekommen, dass der Endgamecontent von Cataclysm zu schwer sei. Es ist immer die Frage: Ist es zu einfach oder zu schwer? Wir versuchen die richtige Balance zu finden. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, die richtige Balance an den richtigen Orten zu treffen.

Ich glaube, dass das Questing in seiner Natur eine sehr einfache Sache ist. Es ist sehr wichtig, dass man sich beim „questen“ entspannen kann. Wir wollen den Spieler nicht stressen. Ich denke, dass es stimmt, dass das Questing in Cataclysm zu linear war. Wenn man sich ansieht, was mir mit Questing in der Zukunft vor haben, wird man sehen, dass wir von dieser Linearität abweichen wollen.

World of Warcraft - Patch 4.3 und... Was zur Hölle ist Transmogrifizieren!?

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Was bringt Patch 4.3?
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gamona: OK, das ist schön zu hören. Da hast du Recht. Drachenzorn – Legendary, da beschweren sich derzeit viele drüber, dass es zur schwer ist, den zu bekommen... Lass uns doch vielleicht einen Blick in die Zukunft werfen, wenn du willst. Patch 4.3 steht in den Startlöchern; glauben wir. Wir wissen es nicht. Kannst du uns etwas darüber sagen, was da alles in Patch 4.3 kommt, was wir erwarten können?

Chilton: Ja. Patch 4.3 wird ein sehr großer Patch. Wir bringen eine Reihe neuer Features und natürlich eine Menge neuen Content. Wir können uns detailliert über einige wirklich coole neue Features unterhalten. Das erste Feature wäre die Transmogrifikation. Großes, verrücktes Wort...

Es ist die Möglichkeit das Aussehen der Charaktere zu verändern. Chris kann dazu eine Menge sagen. Dann wäre da der Voidstorage, der dem transmogrifizieren zuspielt. Er ermöglicht es sehr viel mehr Rüstungen zu speichern, als das bisher möglich ist. Und wir werden den Raidfinder implementieren.

Damit kann man einfacher Raids organisieren. Natürlich haben wir einen ganzen Haufen neuen Content. Drei neue Instanzen, einen neuen Raid mit einem Deathwing-Encounter, einigen anderen Encountern und eine ganz neue Version des Dunkelmond-Jahrmarkts.

Sag niemals nie!

gamona: Das ist ja echt eine ganze Menge. Die neue Raidinstanz...Was ist mit Abyssal Maw passiert? Ist Abyssal Maw die neue Instanz?

Chilton: Nein, es ist nicht Abyssal Maw. Diese Raidinstanz handelt von dem Kampf gegen Deathwing. Wir werden in der Zukunft noch genauer über das Was und Wo reden. Definitiv wird aber der Kampf gegen Deathwing der Höhepunkt sein.

Der Abyssal Maw ist eine Instanz, die wir in den Feuerlanden ansiedeln wollten. Aber am Ende fanden wir's doch langweilig. Dann wollten wir es unter der versunkenen Stadt Vash'ir implementieren, aber wir hätten die Umgebung zu stark anpassen müssen. Als wir uns mit den Details beschäftigten haben wir uns gesagt: Nee. Das ist nicht aufregend genug. Also haben wir es verworfen.

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Transmogrifizieren; mal schaut es so aus...
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gamona: Es ist also für immer raus?

Chilton: Naja, „für immer“ ist so lang! Immer wenn etwas „für immer“ raus war, haben wir's am Ende doch gemacht.

gamona: Ok, gut. Dieses „Transmogrifizieren“, von dem du sprachst. Kannst du uns Details verraten? Was können wir anpassen?

Chilton: Das macht am besten Chris.

Robinson: Transmogrifizieren. Da gibt’s zwei Sachen. Erstens: Wir arbeiten an einer erhöhten Varianz der Rüstungssets. Das ist aber noch in Entwicklung und wir sprechen nicht oft darüber.

Zweitens: Transmogrifizieren. Darauf freuen wir uns. Der Kern davon ist, dass wir viele Rüstungssets über die Jahre entwickelt haben, die nicht mehr aktuell sind, die viele Spieler aber toll finden. Und wir wollen nun jedem die Möglichkeit geben, diese Sets wieder zu tragen. Du gehst also zu den Astralen und kannst bei ihnen gegen eine Gebühr deinen Rüstungslook anpassen, so dass sie aussehen wie alte Sets.

Die Stats bleiben die gleichen, aber der Look ist dann ein anderer. Man wird die alte Rüstung mal gehabt haben müssen, oder man muss sie sich jetzt noch holen. Es soll den Spielern bessere Möglichkeiten zur Individualisierung geben und ein bisschen Nostalgie zurück ins Spiel bringen.

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...und mal so.
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gamona: Ja, das ist toll! Kann man nur das komplette Set verändern oder geht das auch mit einzelnen Teilen?

Robinson: Beides. Die Herausforderung ist, das so zu gestalten, dass keine Clownsets entstehen. Wir haben verschiedene Lösungen dafür aber idealerweise soll der Spiel in der Lage sein möglichst viel auszutauschen.

gamona: Kann man denn nur die Tier-Sets austauschen oder auch Setteile von anderen Sets? Fraktionen oder die alten 5-Mann Instanzen?

Robinson: Nur die Tiersets.

Chilton: Die einzige Einschränkung, an die wir da denken, ist der Typ der Rüstung. Wenn man Plattenrüstung verändert, dann kann man sie in eine andere Plattenrüstung verändern. Kette zu Kette, Leder zu Leder, Stoff zu Stoff. Außerdem wird es Klassenbeschränkungen geben. Als Krieger wird es also nicht möglich sein, sich eine Todesritterrüstung zu machen. Aber wenn man sich entscheidet die alten 5-Mann Sachen zu haben, dann kann man das tun.

Aggro, Omen und das geheime Add-On

gamona: Nochmal zu dem Post von gestern über die neue Spielmechanik für Tanks, so dass sie mehr Aggro generieren. Ist es wirklich eine gute Idee das zu machen? Wir haben schon viele Flames in den Foren gesehen...Was glaubt ihr? Ist es nicht zu einfach?

Chilton: Ich denke, dass Aggro vor allem zu Beginn eines Kampfes oder bei Adds interessant ist. Wenn der Tank hinlaufen, sie auf sich ziehen und gleichzeitig den Kampf im Auge behalten und sicherstellen muss, dass alle neuen Bedrohungen vernünftig getankt werden.

Es ist aber langweilig, wenn man einfach seine Tank-Rotation fährt. Man macht, was man machen soll und dann kommt ein DD her und macht so viel Schaden, dass man die Aggro verliert. Darüber hat man als Tank keine Kontrolle. Und es macht keinen Spaß, dem Ddler zu sagen, dass er nen Gang zurückschalten soll, damit man seinen Job machen kann.

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Der neue Raid-Encounter: Deathwing
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gamona: Einfach mal auf Omen schauen.

Chilton: Ja, einfach mal auf Omen schauen. Aber auch wenn es auf dem Rücken der Tanks ausgetragen wird, das DD-Gameplay ist darauf ausgelegt so schnell und so viel wie möglich Schaden zu machen. Und es macht einfach keinen Spaß, wenn der ständig Tank die Aggro verliert und man dann für einen Wipe verantwortlich ist.

Wir halten das nicht für ein unterhaltsames Gameplay. Wenn man anfängt und hektisch alle Mobs an sich bindet oder wenn neue Adds ankommen, das macht Spaß. Das wollen wir behalten. Dieses „DD zieht in der Mitte des Kampfes Aggro und produziert einen Wipe“, das wollen wir raus haben.

gamona: Aber über das neue Addon könnt ihr uns noch nichts erzählen?

Chilton: Nein.

gamona: Eine letzte Frage: Mit Starcraft 2 habt ihr die Real-ID auch bei World of Warcraft implementiert. Ein Feature von Starcraft 2, für das Battle.net, das ihr für World of Warcraft angepasst habt. Werden wir Dinge, die für Diablo 3 entwickelt wurden, auch in World of Warcraft sehen?

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Viele neue Ideen also? Wir sind gespannt.
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Chilton: Absolut. Die Real-ID Freunde werden in Diablo 3 genauso zu sehen sein, wie in Starcraft 2. Jedes Mal wenn die Real-ID Freunde Diablo 3 spielen, wird man mit ihnen chatten können und wissen wann sie online oder offline sind, welchen Charakter sie gerade spielen, all die guten Sachen.

Wir versuchen das bei all unseren Spielen zu machen. Wir werden auch neue Battle.net Features in Diablo 3 haben, die wir zur Zeit noch diskutieren. Auf die Spieler kommt also noch was zu.

gamona: Das ist gut. Ok, das war's. Danke für das Interview und danke für die großartige Transmogrifizierung. Darauf freuen wir uns. Das ist eine Sache, die die Spieler in unseren Foren schon heiß diskutieren. War schön dich zu treffen und noch einen schönen Tag!

Exklusives Video: In diesem Video seht ihr das komplette Interview mit Tom Chilton, Game Director von WoW, und Chris Robinson, Art Director von WoW, auf der Gamescom 2011 in Köln.

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