Man wird sehr leicht nostalgisch und bekommt glänzende Augen, wenn man an früher denkt. Der Blick wird leicht verklärt und ein „früher war alles besser“ kommt nur zu leicht über unsere Lippen. Doch ist dem wirklich so? Blizzard Entertainment hat sicherlich während der Entwicklung viele Fehler gemacht, aber sie hatten ihr Ohr meist am Puls der Zeit und haben richtig reagiert.
Man denke nur an die „Farce“ Naxxramas, die damals von allen gefeierte gigantische 40-Mann Instanz – die auf Grund des unglaublichern Schwierigkeitsgrades gerade einmal gefühlte 2-3% aller Spieler überhaupt je zu Gesicht bekamen. Naxxramas war ein Mythos, weil es für unsereins unerreichbar schien, das war wirklich nur etwas für die ganz Hartgesottenen. Und weil das so war, hat Blizzard gelernt und Naxxramas wurde mit dem Lich-King-Addon wieder eingeführt. Für jedermann spielbar übrigens.
World of Warcraft: The Burning Crusade - German Intro80 weitere Videos
Mythen schaffen kommt an. Aber ist es auch effizient und wirtschaftlich? Nein, ganz bestimmt nicht. Es hat keinen Sinn viel Geld, Zeit und Arbeit in die Entwicklung von Inhalten zu stecken, die viele gar nicht sehen oder erleben können. Und das ist ein wichtigter Punkt: Heute, vier oder fünf Jahre später wird bei Blizzard darauf geachtet, dass man Inhalte schafft, die prinzipiell jedermann sehen kann. Vielleicht nicht auf höchstem Schwierigkeitsgrad, aber immerhin.
Der Ansatz ist sicherlich richtig und mit Wrath of the Lich King hat man diese Änderung in der Designpolitik konsequent verfolgt und durchgezogen. Man war somit in der Lage, mehr Spieler anzusprechen, zu motivieren und zu gewinnen.
Wartet immer noch auf seinen Bezwinger: Lichkönig Arthas.Trotzdem aber beschleicht viele WoW-Liebhaber heute das Gefühl, mehr Einheitsbrei vorgesetzt zu bekommen, als das früher der Fall war. Es gibt kaum Individualität, es gibt nicht mehr diese Überflieger, zu denen man aufschauen konnte und die man für ihre Disziplin und ihre Organisation bewunderte. Es ist ein Spiel für jedermann geworden. Insofern heißt es nicht mehr easy to learn, difficult to master, sondern eher easy to learn, easy to master.
Aber wie schon gesagt: Das ist der effizientere und wirtschaftliche Weg. Der Hersteller kann und will nicht Rücksicht nehmen müssen auf einige wenige sogenannte Hardcore Gamer. Die sind zwar oftmals Meinungsführer in Foren und Communites, aber sie sind eben nicht die breite Masse. Die will das Spiel einfach nur spielen und sich nicht wissenschaftliche Abhandlungen über die bestmöglichen Ausrüstungsgegenstände durchlesen.
Cataclysm steht bevor.Ganz entziehen kann sich aber auch ein Blizzard der Historie nicht. So will man mit dem nächsten Add-on „Cataclysm“ (2010) nicht etwa einfach nur einen neuen Kontinent ins Spiel integrieren, sondern hat sich entschlossen, die alte Welt von 2004/2005 komplett zu überarbeiten. Ein mutiger Schritt. Denn viele Spieler haben diese „alte Welt“ liebgewonnen und vielleicht nimmt man den ewig Gestrigen damit etwas weg, was sie mögen und was sie lieben. Etwas, woran viele Erinnerungen hängen.
von Vivendi Games, Blizzard EntertainmentGenre: MMORPGPC: 11.2.2005Offizielle WebseiteFreigegeben ab 12 Jahren
Kingdoms of Amalur: ReckoningXBox 360, PS3, PC: 10.2.2012 Vorschau lesen
Mass Effect 3XBox 360, PC, PS3: 9.3.2012 Vorschau lesen
The Darkness 2XBox 360, PC, PS3: 10.2.2012 Vorschau lesen