Wenn Worte nichts mehr bewirken, müssen Waffen sprechen. Was in der Realität für alle Beteiligten Trauer und Furcht verheißt, sorgt in "World in Conflict" für neue Spielspaß-Höhen. Das Echtzeitstrategiespiel wirft euch zurück in die 80er, als der Kalte Krieg zentrales Thema und verbale Anfeindungen zwischen Russland und den USA an der Tagesordnung waren. In der Wirklichkeit ist zwar alles glimpflich ausgegangen, nicht aber in "World in Conflict".

In dem alternativen Szenario marschiert Mütterchen Russland ohne Vorwarnung in den USA ein. Die Amerikaner, schockiert und kampfbereit zugleich, stürzen sich ganz untypisch in die Verteidigerrolle. Wir haben uns der Herausforderung gestellt und in der geschlossenen Beta fetzige Mehrspieler-Schlachten ausgefochten. Und weil wir solche Menschenfreunde sind, lassen wir euch an unseren Erfolgen teilhaben. Zumindest in Erzählform.

World in Conflict - X-Mas Trailer29 weitere Videos

Vorweg: Über den viel versprechenden Einzelspieler-Modus, der uns vor einiger Zeit in den USA präsentiert wurde ( siehe Preview), können wir euch in diesem Rahmen nichts Neues erzählen. Er ist in der vorliegenden Version schlicht nicht enthalten. Dafür haben wir uns umso intensiver mit dem Mehrspieler-Part beschäftigt. Und der hat es ebenso faustdick hinter den Ohren. Wer hier klassischen Basenbau und Ressourcenmanagement erwartet, der liegt vollkommen daneben. Und wer sich auf große Schlachten mit bunt durchgemischten Truppenverbänden freut, der muss ebenfalls umdenken - zumindest teilweise.

World in Conflict - Der Kalte Krieg wird heiß - das Spiel dazu bleibt mächtig cool! Bericht aus der Closed Beta

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 156/1591/159
Statt auf Basenbau setzt World in Conflict auf taktisches Vorgehen mit spezialisierten Einheiten.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Was wir euch mit diesen kryptischen Formulierungen sagen wollen? Ganz einfach: Statt schnell Geldmittel anzuhäufen und immer neue Einheiten zu produzieren, müsst ihr in "World in Conflict" mit einem recht überschaubaren Kontingent auskommen. Ressourcen-Nachschub tröpfelt erst dann langsam ein, wenn eure Krieger hopps gehen. Die Armee-Größe bleibt dadurch relativ konstant. Nicht der schnelle Produktions-Finger ist gefragt, sondern die achtsame Verwaltung und der taktisch sinnvolle Einsatz der Befohlenen.

Zugegeben, dieses Prinzip kennt man in ähnlicher Form aus zig anderen Strategiespielen wie der "Panzers"-Reihe oder "Joint Task Force". Viel bedeutsamer und innovativer ist deshalb auch die zweite Besonderheit des Titels. Zum ersten Mal in der Strategiespiele-Geschichte bekommt ihr nicht die Kontrolle über eine ganze Armee übertragen. Stattdessen müsst ihr euch für eine Truppen-Kategorie entscheiden: Panzer, Infanterie, Artillerie oder Lufteinheiten. Die jeweils anderen Gattungen werden im Optimalfall von euren Mitspielern übernommen. Teamspiel ist also entscheidend.

Packshot zu World in ConflictWorld in ConflictRelease: PC: 3. Quartal 2007
PS3, Xbox 360: 3. Quartal 2008
kaufen: Jetzt kaufen:

Jedem das Seine
Jede Einheit hat eigene Vor- und Nachteile. Ein Panzerverbund etwa kann Kontrollpunkte auf der Karte erobern und schießt Luftabwehr in Nullkommanix zu Klump. Dafür sehen die Tanks gegen Hubschrauber kein Land. Diese wiederum sind der Luftabwehr schutzlos ausgeliefert. Infanterie hat den unschätzbaren Vorteil, sich in Wäldern oder Gebäuden verstecken zu dürfen. Das verbessert zum einen die Verteidigung und erhöht zum anderen die Tarnung. Das Stein-Schere-Papier-Prinzip wird aufs Äußerste ausgereizt.

World in Conflict - Der Kalte Krieg wird heiß - das Spiel dazu bleibt mächtig cool! Bericht aus der Closed Beta

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden3 Bilder
Das Gameplay ähnelt dem von Battlefield - nur als RTS.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der größte Unterschied zu vergleichbaren Titeln ist also der, dass der Spieler nicht alles in Einem verkörpert, sondern nur ein Glied der Kriegs-Kette ist. In der Praxis spielt sich der Titel dadurch ganz ähnlich wie Team-Shooter der "Battlefield"-Couleur. Mit dem gewaltigen Unterschied, dass "World in Conflict" ein reinrassiges RTS ist. In der Praxis muss sich allerdings erst noch zeigen, ob Gelegenheitszocker die eingeschränkte Befehlsgewalt akzeptieren und sich auf das unumgängliche Teamplay besinnen werden. Ein optionaler "Ich befehlige alle Einheitengattungen"-Modus ist nämlich nicht geplant. Gerade auf öffentlichen Servern ist die Gefahr heillosen Durcheinanders groß. Gut eingespielte Gilden und Profis unter sich dürften dafür umso mehr von den klar verteilten Rollen profitieren.

Ein Basar für Feldherren
"Taktische Teamabsprachen treffen und eine Handvoll Einheiten herumkommandieren, wird das auf Dauer nicht langweilig?", werden kritische Leser nun fragen. Ganz und gar nicht, können wir auf Basis unserer Beta-Erfahrungen entgegnen. Einen überaus gewichtigen Part des Spiels haben wir in der Beschreibung bisher komplett ausgespart. Die Rede ist von Spezialfähigkeiten. Für erfolgreiche Aktionen wie das Erobern von Sektoren, die Zerstörung feindlicher Armeen oder auch das Reparieren Alliierter hagelt es so genannte "Tactical-Aid-Points".

Mit diesen Punkten dürft ihr euch coole Spezialfähigkeiten freischalten. Von Fallschirmjägern über Bombenteppiche bis hin zum ausgewachsenen Nuklearschlag ist alles möglich, sofern die Kasse gefüllt ist. Die Specials bringen ordentlich Pepp ins Spielgeschehen und erhöhen nochmals den taktischen Anspruch: Kaufe ich mir gleich mehrere Artillerie-Schläge oder spare ich auf die Atombombe, die im großen Stil alles einäschert, aber auch die Landschaft vergiftet?

Sprich dich aus!
Koordination ist bei "World in Conflict" eines der Schlüsselworte. Um selbige überhaupt erst möglich zu machen, haben die Entwickler von Massive Entertainment massiv bei Team-Shootern abgeschaut. So dürft ihr euch gleich auf mehrere Arten mitteilen. Traditionalisten greifen auf den profanen und altbekannten Text-Chat zurück. Headset-Besitzer haben's da schon angenehmer, können sie doch per Voice-over-IP-Funktion auch mit Gleichgesinnten sprechen. Per Kommando-Menü dürft ihr zudem markierte Befehle auf der Karte geben, etwa um Luft-Unterstützung bei Punkt X bitten oder Schwachstellen beim Feind offen legen.

World in Conflict - Der Kalte Krieg wird heiß - das Spiel dazu bleibt mächtig cool! Bericht aus der Closed Beta

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 156/1591/159
WiC bietet nicht nur innovatives Gameplay, sondern auch die beste Grafik eines RTS überhaupt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Klingt alles furchtbar komplex, spielt sich dank eingängiger Steuerung nach ein wenig Einarbeitungszeit aber wunderbar flüssig. Überhaupt macht die Bedienung einen durchdachten Eindruck. Gewöhnungsbedürftig ist nur die unglaublich flexible Kamera. Im Vergleich mit anderen Titeln dürft ihr diese wesentlich freier bewegen und bis an die Ketten einzelner Panzer heran zoomen. Strategisch macht das wenig Sinn. Das Auge frohlockt dafür umso mehr. Was "World in Conflict" grafisch auftischt, sucht seinesgleichen. Unglaublich komplexe Einheiten, detaillierte Landschaften und knallige Explosionen machen bereits im aktuellen Stadium einen hitverdächtigen Eindruck. Insofern spiegelt die Optik den Gesamteindruck des Titels nur allzu passend wider.