Die Welt im Jahre 1960: Das Nazi-Regime hat den globalen Widerstand gebrochen und eine globusumspannende Herrschaft aufgebaut. Jeder Kontinent, jedes Land und jede Stadt befindet sich fest in den faschistischen Klauen der Deutschen Besatzungsmacht. Nächstes Ziel: Der Mond! Was nach dem Lehrplan an einem 1. April in Mittelstufenklassen klingt, ist in Wolfenstein: The New Order bittere Realität.

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Allerdings bekommt ihr die Chance, die bestehende Weltordnung zu stürzen und auf dem Weg dorthin eine spannende Achterbahnfahrt durch das faszinierende Phantasieszenario und alten Genrekonventionen zu erleben.

Die „Was wäre, wenn…?“-Szenarien sind schon lange ein beliebter Untersatz für Tagträumereien und leidenschaftliche Diskussionen und wurden zuletzt medial in dem Film „Iron Sky“ ausgeschlachtet, wo Nazis den Weltkrieg auf einer geheimen Mondbasis überlebt haben und nun mit einer gewaltigen Invasionsflotte auf Rache sinnen. Der Mond spielt auch in Wolfenstein: The New Order eine Rolle, ihr werdet allerdings in der Haut des Widerstandkämpfers und Protagonisten B. J. Blazkowicz nicht nur an diesem interstellaren Schauplatz für die Befreiung der Welt von den faschistischen Ketten kämpfen.

Der blonde Riese kämpfte in den 1940ern an vorderster, amerikanischer Front gegen den übermächtigen Feind aus deutschen Landen und fällt schließlich in ein Koma. Als er rund 20 Jahre, in den 1960ern, wieder erwacht, steht er vor vollendeten Tatsachen.

Die Welt gehört den Nazis und Blazkowicz muss den Wiederstand wieder von Grund auf neu aufbauen um schließlich den rechtsradikalen Oberschurken General Totenkopf, das Hirn der feindlichen Streitkräfte, auszuschalten. Diese Aufgabe wird ihn tief in das Herzen des Regimes führen - und eure Fähigkeiten mehr als einmal herausfordern.

Wolfenstein: The New Order - Schleichen, Schießen, Mitfiebern: Wolfensteins neue Ordnung überzeugt

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Das tolle Design zwischen Zukunftsvision und Steampunk wird euch schnell in die Welt von Wolfenstein eintauchen lassen.
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Eine lebendige, authentische welt

Soweit das Briefing, nun ist es an der Zeit, die Welt von Wolfenstein zu betreten – und zu bestaunen. Bethesda hat eine Welt geschaffen, die uns das „Was wäre, wenn…?“-Szenario eines Nazi-Endsiegs erschreckend realistisch vermittelt. Zwar hantieren die Deutschen Soldaten mit Superwaffen und vereinzelt sogar Lasertechnologie, doch in sich wirkt dieses Feindbild so stimmig, dass wir die neugeschaffene wenngleich auch fiktive Realität akzeptieren. Noch dazu stolpern wir an allen Ecken und Enden über Fotografien, Zeitungsartikel und Dokumente, die die Zeit nach dem großen Krieg und den Aufbau der Weltherrschaft des Regimes nachzeichnen. Eine Welt, die lebt und atmet – und mittendrin der bullige Alleskönner Blazkowicz.

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Die Feuergefechte sind spannend - und alles andere als einfach.
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„Alleskönner“ darf hier übrigens gerne wörtlich genommen werden: Mit Ausnahme einiger kurzer Schlauchareale, die uns einen Weg vorgeben, überlässt uns Wolfenstein: The New Order fast immer die Wahl zwischen der Haudrauf-Methode und heimlichem Herumschleichen. Primäres Ziel sollten dabei allerdings immer die im Level herumstehenden Kommandanten sein, die beim ersten Anzeichen einer Gefahr sofort nach Verstärkung rufen – und dann wird es ungemütlich.

Die Gefechte und Schusswechsel sind in Wolfenstein alles andere als einfach: Immer mit einer Überzahl konfrontiert wird regelmäßig eure rettende Deckung unter der Wucht von fortschrittlichen Maschinengewehren Stück für Stück zerschossen und Blazkowicz wieder ins Freie getrieben. Hinzu kommt, dass sich eure Gesundheit nicht von alleine regeneriert, wie man es aus Genregeschwistern wie Call of Duty oder Battlefield kennt. Stattdessen müsst ihr Gesundheitspacks einsammeln, die euer Wohlbefinden wieder zu einem Teil herstellen.

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Technisch hat Wolfenstein einiges zu bieten, ist allerdings kein HD-Nextgen-Monstrum.
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Doch ihr seid den Gefechten trotz all dieser Nachteile nicht schutzlos ausgeliefert. Ein umfangreicher Skilltree bildet euch für die zunehmend gefährlicher werdenden Herausforderungen immer besser aus. In den Kategorien „Heimlichkeit“, „Taktik“, „Angriff“ und „Zerstörung“ erlernt ihr automatisch Fähigkeiten, wenn ihr euch im Spiel entsprechend verhaltet! Beispiel: Kämpft ihr häufig mit Akimbo-Waffen, erhöht sich eure Nachladegeschwindigkeit für das Waffenduo. Spezialisiert ihr euch hingegen auf das lautlose Ausschalten der Gegner, so dürft ihr bald auf eurer Karte die Zielpersonen auskundschaften, ohne sie vorher im Level entdeckt zu haben. Wer möchte kann auch als Allrounder das Spiel durchspielen, wird es dann allerdings deutlich schwerer haben.

Empathisch und tödlich

Neben den Kämpfen bzw. der direkten Konfrontation mit der deutschen Wehrmacht und ihrer Schergen, die gefühlt den größten Teil des Spielerlebnisses ausmachen, stolpert ihr auch immer wieder über kleinere Rätsel. Manchmal muss die Schalterkonsole gefunden werden, die den Wasserspiegel im nächsten Raum auf ein ungefährliches Maß herabsenkt, an anderer Stelle müsst ihr fünf Spielzeuge im Level finden, um sie einem Kameraden zurückzubringen. Dieser Rätselanteil ist allerdings recht klein ausgefallen und wird euch nicht zulange am Weiterkommen hindern. Die Gegner-KI hingegen stellt da durchaus hin und wieder ein größeres Hindernis dar.

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Ihr seid nicht nur zu Fuß unterwegs: Immer wieder überrascht das Spiel mit Abwechslung und unerwarteten Wendungen.
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Zwar sehen die Computerkameraden manchmal etwas zu großzügig über eure vielleicht stümperhaften Schleichversuche hinweg und melden keinen Alarm, auch wenn sie euch – theoretisch – entdeckt haben müssten. Gleichzeitig aber flankieren sie euch im Gefecht, nutzen Deckung aus und zerschießen gezielt eure Deckung. Wirklich KI-Patzer gibt es keine, dafür ein sehr abwechslungsreiches und für einen Shooter ungewöhnlich vielfältiges Gegnerinventar, das ihr –ungeschnittener Fassung sei „Dank“ – hemmungslos zerschießen dürft. Blut spritzt, Körperteile fliegen und ihr bekommt fast schon ein schlechtes Gewissen, wenn ihr fliehenden Soldaten den Gnadenschuss mit auf den Weg gibt. Zensiert wurden ausschließlich die Hakenkreuze, die durch eine ähnliche Symbolik ersetzt wurden – dies schadet der Atmosphäre allerdings kaum.

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Euer widersacher: General Totenkopf.
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Apropos Emotionen: Diese sind auch für eure Mitstreiter, die in den schön inszenierten Zwischensequenzen regelmäßig ihre Sprechrollen erhalten, kein Fremdwort. Der harte Kern aus Widerstandskämpfern, mit denen ihr im späteren Spielverlauf immer wieder im kleinen Hauptquartier zusammentrefft, ist individuell und überzeugt durchgehend mit persönlichen Charakterzügen und Geschichten. Ob nun Liebschaft, unsympathischer Hund oder zurückgebliebener Grobian: Die Gruppe, mit der Blazkowicz regelmäßig interagiert, ist alles andere als flach und uninteressant.

Endlich ein Shooter, der sich nicht mit Call of Duty vergleichen lässt - und das ist verdammt gut so!Fazit lesen

Auch, als wir an einer Stelle im Spiel uns für das Weiterleben einer unserer Kameraden entscheiden müssen und so maßgeblich beeinflussen, welche Charaktere wir während unseres Abenteuers kennenlernen und bekämpfen, wird uns sehr mulmig: Für einen Shooter ist dieser Entscheidungsmoment ungewöhnlich packend und in seiner Auswirkung endgültig.

Fleißsternchen für Blazkovicz

Auf den wechselnden und abwechslungsreichen Schauplätzen stoßt ihr immer wieder auf kleine sammelbare Gegenstände. Diese sogenannten Collectibles erzählen entweder noch mehr Geschichten aus der Nachkriegswelt von Wolfenstein oder bilden in Form der Embargo-Codes ein Rätsel für sich. Findet ihr alle Codes, schaltet ihr im Hauptmenü neue Spielmodi frei. Uns freut es, in Zeiten von DLCs dieses freischaltbare Moduspaket im Angebot zu sehen.

Pluspunkte kann Wolfenstein: The New Order auch in Sachen Soundkulisse sammeln: Die Waffen klingen authentisch und wuchtig während sogar die deutsche Synchro zu überzeugen weiß. Wer andere Shooter spielt, weiß, dass das (leider) keine Selbstverständlichkeit ist.