Es wird ruhiger: auf den Straßen, in den Büros, auf gamona. Das Jahr verabschiedet sich und mit ihm, wenn auch nur für wenige Tage, viele unserer Probleme. Wir alle brauchen dieses traditionelle Wieder-zu-uns-kommen, sollten aber auch und gerade in dieser Zeit nicht vergessen, dass andere Menschen ihre Probleme nicht gemeinsam mit der Kälte aussperren können.

Mit der Vorstellung wohltätiger Organisationen oder, noch unmittelbarer, konkreten Spendenaufrufen schwingt oft auch etwas Missionierendes mit. Moralische Selbsterhöhung und neutrale Berichterstattung liegen zumeist dicht beieinander, überschneiden sich bisweilen sogar, was es nicht gerade leichter macht. Insofern haben wir euch mit unserer „Wohltätigkeit statt Wunschzettel“-Artikelreihe einiges zugemutet in einer Zeit, in der wir alle vor allem eines wollen: unsere Ruhe.

Bekommt ihr nach diesem Artikel wieder, alles gut. Doch zu einem breiten Komplex wie dem der Videospiele gehören auch Themen, die über bloße Spielebesprechungen hinausgehen; wir können uns Games inzwischen auf völlig verschiedenen Wegen nähern und Wohltätigkeit ist genauso ein Teil davon wie E-Sports oder die zuletzt etwas eingeschlafene „Sind Videospiele Kultur?“-Debatte.

Zocken für die gute Sache

Wie vergangene Woche (2749534) bereits angerissen, waren wir vor unseren Recherchen selbst unsicher, ob es überhaupt ausreichend karitative Stiftungen im Gaming-Bereich gibt, die separate Artikel rechtfertigen. Nun wurden wir von deren Anzahl zwar nicht erschlagen, mussten aber doch stärker aussieben als erwartet. Nicht zuletzt deshalb haben wir mit GamesAid und SpecialEffect am 1. sowie Child's Play und Desert Bus for Hope am 2. Advent jeweils zwei Organisationen auf einmal vorgestellt, bevor letzten Sonntag das ungleich populärere Humble Bundle im Fokus stand.

Wohltätigkeit statt Wunschzettel - Charity aus Deutschland: Gaming-Aid

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Gaming-Aid unterstützt große Projekte ebenso wie einzelne Betroffene. (Bild: Gaming-Aid)
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Neben dem Engagement für die gute Sache ist all diesen Projekten vor allem eines gemein: Sie unterstützten vorrangig Hilfsbedürftige in ihren Ursprungsländern, also Großbritannien und der USA. Während Wohltätigkeit in der englischsprachigen Games-Branche seit Jahren an der Tagesordnung ist, lag dieses Thema in Deutschland lange Zeit, genauer: bis Juli 2013 weitestgehend brach.

Gaming-Aid

Zu diesem Zeitpunkt wurde Games-Aid von mehreren Mitglieder der deutschen Spieleindustrie gegründet, nachdem Ingo Horn, inzwischen Senior Communication Coordinator bei Wargaming, bereits im Herbst 2012 mit der Planung des Projekts begann. Die Non-Profit-Organisation mit Sitz in Berlin hat sich das hehre Ziel gesetzt, „innerhalb der Spielebranche uneigennützig und unbürokratisch Gutes zu tun.“

Dieser Ansatz äußert sich seit nunmehr zweieinhalb Jahren regelmäßig in verschiedensten Aktionen; Gaming-Aid hat sich nicht auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert, sondern leistet dort Hilfe, wo sie gerade benötigt wird. Gemeinsam mit Nintendo werden etwa in deutschen Krankenhäuser Spiele und Konsolen verteilt, ähnlich wie es auch bei Child's Play passiert. Neben diesen breiteren Ansätzen sind es vor allem immer wieder Einzelschicksale innerhalb der Branche, die Unterstützung erfahren – in welcher Hinsicht auch immer.

Um das mal konkret zu machen: Für den an Blutkrebs erkrankten Animations-Künstler Baptiste rief man eine Stammzellenspendenaktion ins Leben. Die Behandlung des herzkranken Tim Luis hingegen, Sohn von Spieleredakteur Marc Brehme, wurde mit Spendengeldern unterstützt.

Wie kann ich helfen?

Ihr kennt das Spiel inzwischen: Wie beinahe alle karitative Organisationen finanziert sich auch Games-Aid zuallererst über Spenden, die bislang leider ausschließlich via Paypal möglich sind. Sowohl auf Amazon als auch Ebay werden jedoch Shops betrieben, deren Einnahmen direkt der guten Sache zugutekommen. Auf der offiziellen Webpräsenz werden zudem viele weitere Möglichkeiten aufgelistet, sich zu engagieren.