Seitdem nun auch der letzte Entwickler bemerkt hat, dass sich mit dem nächsten Themepark-MMO keinen Blumentopf gewinnen lassen würde, ist man in der Branche umgeschwenkt - auf die Survival-Sandbox. Die soll, das hat sich mittlerweile herumgesprochen, schon dann finanziell ertragreich sein, wenn sie noch nicht mal annähernd fertiggestellt ist.

ARK: Survival Evolved ist aktuell wohl das schillernde Beispiel der Branche. Rund 60.000 Spieler gleichzeitig sind via Steam im Jurassic Park unterwegs - locker doppelt so viele wie im Sandbox-Referenz-MMO EVE Online. Das Dino-Spektakel hat die Jungs aus Seattle reich gemacht, obwohl das Spiel noch immer im Early Access ist, als unvollendet gilt und als schlecht optimiert.

Das ist die perfekte Welle

Umso verlockender für ein Studio, auf die Erfolgswelle aufzuspringen und eine eigene Survival-Inkarnation zu entwickeln. Vielleicht schafft man ja, was die Konkurrenz nicht schafft. Und wenn nicht, hat man trotzdem sein Auskommen, da sich die Community ohnehin in den Early Access einkaufen wird. Eine unter Entwicklern verbreitete Ansicht, die bislang auch gar nicht so fern der Realität war.

Mittlerweile jedoch wird es selbst den größten Survival-Fans zu viel des Guten. Immer mehr Spiele dieser Art schlagen auf Steam oder einer der üblichen Crowdfunding-Plattformen auf. Die meisten fallen nicht nur im Entwicklungsprozess weit hinter ARK zurück - sie bieten auch kaum nennenswerte Ansätze in der Spielmechanik, die darauf hindeuten würden, dass sich bei den Spielern irgendwann mal so etwas wie langfristige Motivation einstellt.

MMORPG - Die Geschichte der MMORPGs

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (42 Bilder)

Survival-Albtraum

So langsam scheint der Traum für Entwickler und Spieler gleichermaßen zum Albtraum zu werden, muss man doch erkennen, dass es eben nicht ausreicht, mal fix in einer der gängigen Engines einen Voxel-Sandkasten zu entwerfen, ihn mit Beerensträuchern, Bäumen und ein paar Zombies oder wilden Tieren zu bestücken und zu hoffen, dass die Spieler den Rest übernehmen und mal eben den üblichen, mehr oder weniger sozialen Content generieren. Entwickler, die noch immer glauben, in diesem überladenen Genre besonders gute Bedingungen und einen leichten Start zu haben, werden sich in Zukunft warm anziehen müssen.

Das gilt nicht minder für jene Studios, die den Weltraum als zusätzliches Element nutzen. Von denen sind aktuell eine ganze Menge am Start. Empyrion, Space Engineers, Dual Universe - sie alle befinden sich noch in einer frühen Phase ihrer Entwicklung. Und sie alle profitieren davon, dass sich der Hype um No Man’s Sky bereits wenige Tage nach Release verflüchtigt hatte und die gestrandete Mega-Community aktuell nach Alternativen sucht.

Osiris: New Dawn - bei allen Sternengöttern...

Zu diesen wird sich bald auch noch Osiris: New Dawn gesellen. Das setzt die Spieler, offenbar gestrandete Raumfahrer, auf einem entfernten, nicht ganz lebensfreundlichen Planeten aus, der optisch durchaus an den roten Nachbarplaneten der Erde erinnert. Osiris soll bereits am kommenden Mittwoch auf Steam aufschlagen - für 22,99 € im Early Access, das versteht sich mittlerweile wohl schon beinahe von selbst.

Der Kern des Spiels soll schon vorhanden sein - eine Kampagne, die man wahlweise solo oder im Multiplayer-Modus spielt, miteinander oder mit fraktionsbasiertem PvP. Die unterschiedlichen Server werden von offizieller Seite gestellt, allerdings kann man, wie im Genre mittlerweile üblich, auch eigene hosten - mit individuellen Einstellungen.

Hat man die härteste Phase auf dem Anfangsplaneten gemeistert und ein gewisses technologisches Level erreicht, sollen auch Reisen zu anderen Welten möglich sein. Allerdings weisen die Entwickler darauf hin, dass aktuell noch die Startwelt im Fokus der Tests steht. Zum geplanten Release im kommenden Jahr soll dann ein komplettes Sonnensystem zu erforschen sein mit zahlreichen Planeten, die jeweils ganz eigene Bedingungen, Lebewesen und Technologien bieten. Wir werden auf jeden Fall berichten, wohin die Reise geht und für wen sie sich lohnt.

Dual Universe - der Urknall steht unmittelbar bevor

Derweil steuert Novaquark auf Kickstarter mit ziemlich sicherem Schritt auf das erhoffte Ziel zu. 360.000 Euro hat man beisammen und mit 16 verbleibenden Tagen stehen die Chancen gut, dass man nicht nur die erforderliche halbe Million einsammelt, sondern auch noch das eine oder andere erweiterte Ziel erreicht. Trotzdem bremsen die Initiatoren allzu ungeduldige Unterstützer schon jetzt etwas aus.

Vor dem Sommer 2017 sei mit den ersten Alpha-Tests nicht zu rechnen, die Beta soll dann sogar erst Anfang 2018 folgen, das Release dann gegen Ende des übernächsten Jahres. Klingt fürchterlich weit weg, ist aber wahrscheinlich realistischer als so mancher terminliche Schnellschuss, wie ihn selbst erfahrene Entwickler bisweilen abfeuern - allen voran Chris Roberts, der keinen Hehl daraus macht, dass er Dual Universe unterstützt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: