Das MMO-Genre hat seine Blütezeit längst hinter sich. So zumindest die herrschende Meinung. Doch es wäre nicht unser Kolumnist, würde er sich der Masse anschließen. Und so kommen wir einmal mehr in den Genuss, von einem scheinbar quicklebendigen Genre zu lesen, das für viele seiner Kollegen längst gestorben ist.

“Woher nimmst du nach all den Jahren noch die Themen für eine MMO-Kolumne? Das Genre ist doch längst tot.” So drückte neulich ein sehr geschätzter Kollege seine Be- oder Verwunderung über das aus, was hier Woche für Woche geschieht. Ja, warum sind wir eigentlich nicht längst weitergezogen, den Klicks hinterher, schreiben über Pokémon und Handy-Spiele oder zumindest über die neusten CoDs, FIFAs und Landwirtschafts-Simulatoren?

Es wächst und gedeiht

Weil das schon alle anderen tun und zwar derart exzessiv, dass sich inzwischen auf den meisten Portalen kaum noch brauchbare Informationen zu neuen MMO-Projekten finden lassen. Und so glaubt der eine oder andere Gamer dann auch, das Genre sei nach den letzten Katastrophen tot und ausgebrannt. In Wahrheit jedoch bietet die Asche der Vergangenheit einen wunderbaren Nährboden für neues Leben.

Erfahrene Entwickler gibt es auf dem Markt im Überfluss und auch die gealterten Fans sind nicht verschwunden, warten geduldig auf ihren Phönix, der sich aus der Asche erhebt und stecken derweil ihr Geld bereitwillig in vielversprechende Indie-Titel, deren Budgets mittlerweile erfreulich häufig im zweistelligen Millionenbereich landen. Und wenn nur jedes zehnte Projekt ein Erfolg wird, wartet in den nächsten fünf Jahren eine gute Handvoll interessanter Titel auf uns.

Denn so tot mancher das Genre auch sagt, es kann nicht sterben, denn es ist und bleibt die spielerische Konsequenz der vernetzten Welt. Das ultimative Spiel ist nicht etwa ein Action-RPG für Solisten, sondern eine virtuelle, dynamische Umgebung, die Tausenden Spielern ein Zuhause bietet und Möglichkeiten, zu erkunden, zu bauen, zu züchten, zu handeln, zu erobern, zu herrschen, zu verändern und sich selber zu verwirklichen. Das weiß, ahnt oder hofft zumindest ein Teil der treuen Leserschaft unserer nicht ganz gewöhnlichen Kolumne.

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