Nach einem ziemlich enttäuschenden MMO-Jahr mit nur wenigen Neuerscheinungen und mäßigen Erweiterungen, scheint uns das neue Jahr eine ganze Reihe neuer Titel zu bescheren. Die stammen ausnahmsweise mal nicht aus den großen Spieleschmieden, sondern in großen Teilen aus der Indie-Ecke. Und das ist zur Abwechslung vielleicht auch ganz gut so.

2015 war ein seltsames Jahr für viele von uns. Die Festplatte rappelvoll mit allen erdenklichen Titeln, fanden wir doch nur wenig Motivation, überhaupt irgendwo einzuloggen. Die meisten Updates der älteren Titel brachten wenig bis gar keine Abwechslung und der Free-to-Play-Effekt hinterließ seine unangenehmen Nebenwirkungen und sorgte zusehends dafür, dass man seine virtuellen Errungenschaften auch nicht länger wertschätzt oder man komplett hinter den sogenannten Walen zurückfällt, die Spiele wie ArcheAge mittlerweile dominieren.

Willkommen zur Alpha-Phase 3.97c!

Dazu liegen Dutzende Titel auf der Platte, die gerade eine von unzähligen Alpha- oder Betaphasen durchlaufen, bei denen kein Mensch mehr durchblickt, an welchem Wochenende oder Abend nun wie lange gespielt werden kann, bis einmal mehr die Server abgeschaltet und komplett zurückgesetzt werden. “Wiped!”, wie es im Fachjargon so schön heißt.

Doch ganz so düster wie das letzte Jahr sieht das neue nicht aus. Auch wenn sich die großen westlichen Studios mehrheitlich von den MMOs abgewendet haben - in Asien läuft die Produktion ebenso auf Hochtouren wie in die Indie-Szene. Dort können die Studios dank des Crowdfundings erstmals wirklich komplett unabhängig von Investoren und in Zusammenarbeit mit den Spielern entwickeln. Nebenbei werden Finanzierungsrekorde aufgestellt, die noch vor wenigen Jahren kein Mensch für möglich gehalten hätte.

Doch Geld ist bekanntlich längst nicht alles, was man für die Entwicklung eines grandiosen Titels braucht und so mancher Entwickler ist irgendwo auf dem langen, steinigen Weg über eines der unzähligen Hindernisse gestolpert und musste das Projekt einstellen. Schauen wir mal, welche Titel die besten Chancen haben, es über die Ziellinie zu schaffen.

Blade & Soul & Black Desert

Absolut keinen Zweifel haben wir daran, dass Blade & Soul im kommenden Jahr bei uns aufschlagen wird. Das liegt natürlich vor allem daran, dass das Martial-Arts-MMO bereits vor dreieinhalb Jahren von NCSoft in Südkorea veröffentlicht wurde. Mit gutem Erfolg, wie man sagen muss, denn dort hat sich das Spiel recht gut etabliert und wird vor allem von Spielern bevorzugt, denen es auf etwas anspruchsvollere Kämpfe ankommt. Die Welt allerdings ist durch und durch ein Themepark - mit all seinen Einschränkungen. Blade & Soul wird kostenlos spielbar sein und via Mikrotransaktionen finanziert.

Anders sieht das dann bei Black Desert aus, das ebenfalls in Südkorea veröffentlicht wurde und im ersten Quartal 2016 voll lokalisiert bei uns erscheinen wird. Diese Welt ist komplett offen, kennt keine Instanzen und punktet mit Komplexität und allen erdenklichen Sandbox-Funktionen, von denen natürlich noch niemand sagen kann, wie gut sie in der Praxis funktionieren werden. Ein echter Lichtblick ist übrigens das Geschäftsmodell, denn anders als die verhunzte südkoreanische Pay-To-Win-Variante wird das Spiel für 30 Euro zu kaufen sein und ohne Monatsabo und fiese Finanzierungskniffe auskommen - vergleichbar mit dem Geschäftsmodell von Guild Wars 2.

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