In den letzten Jahren ist immer mal wieder die Frage aufgekommen, warum uns die Branche nicht einfach mal ein richtig ordentliches Western-Game beschert. Immerhin eröffnet das Szenario unglaublich viele interessante Möglichkeiten, von denen Rockstar damals mit Red Dead Redemption allenfalls einen kleinen Teil ausgespielt hatte. Es ist auf jeden Fall noch Luft nach oben im Wilden Westen.

Cowboy und Indianer - das war wohl das erste Rollenspiel, das ich in meinem Leben gespielt hatte. Live, versteht sich. Ich war sechs Jahre alt, gerade eingeschult und ziemlich stolz auf meinen Cowboyhut samt Weste, vor allem aber auf meine erste Waffe - einen silbernen Colt mit effektvoller Zündblättchenmunition. Das alles machte besonders viel Spaß, weil damals auf allen drei verfügbaren Programmen, die der heimische Röhrenfernseher hergab, Western rauf und runter liefen.

Danke, Kevin...!

Western von gestern, Rauchende Colts, die ganzen US-Produktionen sowie unzählige Italo-Streifen und natürlich die Verfilmungen nach Karl May gaben uns Kindern der 80er genügend Stoff, um die abgemähten Kornfelder zur Prärie werden zu lassen und die armen, bisweilen etwas irritierten Rindviecher von Bauer Rehwald zur Büffelherde.

Wann und warum das alles im Laufe der 80er Jahre ein Ende fand, wissen wohl nur Filmemacher und Programmchefs der Fernsehsender. Spätestens als dann Kevin Costner 1990 mit dem Wolf tanzte und gehörig auf die Tränendrüse drückte, die weder Cowboys noch Indianer hätten haben dürfen, war offensichtlich, dass unser geliebter klassischer Schubladen-Western ein für allemal gestorben war. Kein Wunder also, dass die Vertreter jüngerer Generationen in dieser Hinsicht ziemliche Greenhorns sind und keine Ahnung haben von Skalps und Blauen Bohnen.

Wiped! - Die MMO-Woche - Westworld

alle Bilderstrecken
Weitere Bilder zuWiped! - Die MMO-Woche
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 53/541/1
Rockstar bringt den Wilden Westen zurück auf den Fernseher.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Alles muss man selber machen...

Umso mutiger, dass Rockstar 2004 tatsächlich das Experiment wagte, einen Western-Shooter namens Red Dead Revolver zu veröffentlichen und 2010 dann das legendäre Red Dead Redemption - eine Art Grand Theft Auto im Wilden Westen. Ein Projekt, das bis heute gefeiert wird, gerade weil es in all den Jahren quasi konkurrenzlos geblieben ist.

Ein Projekt auch, das unsere Fantasie anregt und uns seither davon träumen lässt, dass Entwickler sich inspirieren lassen und vielleicht sogar den Mut haben, das grandiose Western-Szenario auch endlich mal im Multiplayer sinnvoll umzusetzen - im Idealfall sogar als MMORPG. Doch welcher Publisher sollte sich schon an ein solch riskantes Projekt heranwagen, bedenkt man die desolate Lage, in der das Genre ohnehin schon steckt?

Red Dead Redemption 2 - Erster Trailer

PC oder Leben!

Mittlerweile jedoch bedarf es nicht einmal mehr eines MMO-Publishers, um ein solches Projekt zu stemmen. Die Technik ist ausgereifter, die Engines sind besser und Rockstar hat mit Grand Theft Auto V derart viel Multiplayer-Erfahrung gesammelt, dass man sich jetzt offensichtlich auch zutraut, Red Dead Redemption 2 bis zum “Herbst 2017” zum “Fundament einer brandneuen Online-Multiplayer-Erfahrung” zu machen - in offener Umgebung, irgendwo im Kernland des nordamerikanischen Kontinents, versteht sich.

Was sich bei Red Dead Redemption leider nicht von selbst versteht, ist eine Umsetzung für PC. Während Xbox One und PS4 explizit als Plattformen erwähnt werden, ist vom PC bislang nichts zu lesen. Doch die PC-Zocker unter den Western-Fans feuern bereits die ersten Schüsse in Richtung des Publishers und werden diesmal wohl nicht eher Ruhe geben, bis die Rockstars endlich zur Vernunft kommen und das Spiel hoffentlich ordentlich portieren.

Rockstar Games - Mehr als GTA: Die Geschichte von Rockstar Games

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (29 Bilder)

Hide and Shriek - das schnelle Geld

Keine Sorgen müssen sich PC-Spieler machen, wenn es um Titel aus dem Hause Funcom geht. Der MMO-Publisher hat schon traditionell eher das PC-Publikum im Blick. So auch beim kürzlich erst angekündigten und jetzt schon veröffentlichten Hide and Shriek, das, wie schon das Mini-Adventure “The Park”, im verrückten Universum von The Secret World angesiedelt ist.

Ein MMO ist Hide and Shriek natürlich nicht. Vielmehr handelt es sich um eine inoffizielle Neuauflage des uralten Kultspiels Spy vs. Spy, das ich bereits 1984 auf dem C64 zockte - damals, als noch Western im Fernsehen liefen. In Hide and Shriek irren zwei Spieler durch eine Schule und legen allerlei Fallen aus, die für den einen oder anderen Nervenzusammenbruch sorgen sollen.

Klingt nach nicht sonderlich viel Tiefgang? Hat es auch nicht, ist aber ein ziemlich lustiges Spiel für zwischendurch - und natürlich für Streamer, die ihren Zuschauern ein paar peinliche Reaktionen gönnen. Und der Clou - Hide and Shriek kostet lächerliche 6,00 Euro. Das sind in Worten tatsächlich sechs und ein Grund mehr, sich das Spiel zu holen. Denn nicht nur unterstützt man damit Funcoms Idee vom günstigen Game, man hilft auch noch dem norwegischen Publisher selbst, der momentan eine harte finanzielle Dürrezeit überstehen muss, bis im kommenden Januar dann der Early Access von Conan Exiles beginnt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis: