Die erste Januarwoche ist verstrichen und die Branche ist vollends aus dem Winterschlaf erwacht. Die Entwickler sitzen wieder an ihren Rechnern und versuchen, sich und ihre Projekte ins Gespräch zu bringen - nicht in jedem Falle mit der gewünschten Wirkung. Schauen wir mal, was sich in der Branche und der dazugehörigen Community so tut.

Die geballte Aufmerksamkeit aller auch nur entfernt an Games interessierten Menschen traf in dieser Woche einmal mehr den VR-Pionier Oculus VR. Dort veröffentlichte man gleich zwei Nachrichten. Die erste: Mehr als 100 Spiele sollen im Laufe des Jahres insgesamt für das Oculus Rift erscheinen. Die Fans müssen sich also bald gar nicht mehr mit den Bundle-Titeln EVE: Valkyrie und Lucky’s Tale begnügen.

Der schöne Schein

Eine schöne Nachricht, wenngleich nur bedingt interessant, da die meisten Spieler wohl ohnehin eher für Titel wie Elite: Dangerous, War Thunder und Star Citizen zur Haube greifen, sich also gar nicht mal vorrangig für die exklusiven VR-Games interessieren, die allesamt noch beweisen müssen, dass sie neben dem tollen Effekt auch noch ein Mindestmaß an Spielspaß bieten.

Viel interessanter hingegen die zweite Nachricht aus Irvine: Anders als von manchen Experten vorausgesagt, kostet die VR-Haube satte 699 Euro. Das sei, so Palmer Luckey geradezu “unverschämt günstig”, vor allem im Vergleich zu anderen Mainstream-Geräten wie Smartphones und Fernsehern, die oft weniger könnten als das Oculus Rift.

Die virtuelle Realität liegt jenseits realer Schmerzgrenzen

Die Spielergemeinde hingegen sieht das ganz anders. 700 Euro liegen weit jenseits der Schmerzgrenze des durchschnittlichen Spielers und jenseits dessen, was man vorab hätte erwarten können. Immerhin wurden das DK2 als Vorabversion des Rift für Entwickler und Enthusiasten für rund 350 Dollar verkauft - also für die Hälfte dessen, was die finale Version nun kosten soll. Mit einem Preis von 399 Dollar hätte man vielleicht noch leben können.

Die Konsequenz, die sich aus dieser Entscheidung ergibt: Die VR-Revolution muss warten. Zumindest wird sie ausgebremst und Oculus VR als bisheriger Vorreiter riskiert, seine Pole Position an einen der zahlreichen Konkurrenten zu verlieren. Die werden nun mit Sicherheit alles tun, um das “unverschämt günstige” Angebot aus Irvine deutlich zu toppen. Schön - dann lehnen wir uns einfach zurück, schauen der kommenden Preisschlacht auf herkömmlichen Monitoren zu und lassen EVE: Valkyrie und die anderen 100 Games, die in diesem Jahr fürs Oculus Rift erscheinen sollen, einfach noch ein wenig warten.

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Black Desert oder Blade & Soul - das ist hier die Frage

Schließlich ist es ja nicht so, als hätten wir in diesem Jahr nichts zu tun. Bereits am 19. Januar erscheint immerhin Blade & Soul, NCSofts dreieinhalb Jahre altes, aber in Südkorea extrem erfolgreiches Martial-Arts-MMO. In den Wochen darauf folgt dann irgendwann Black Desert, zu dem es vorab noch eine weitere Beta-Phase geben wird.

Doch welchem der beiden Titel soll man nun den Vorzug geben? Welcher Titel ist besser, welcher hat die interessanteren Features? Das sind die Fragen, die uns in diesen Tagen immer wieder gestellt werden. Bis die beiden Titel veröffentlicht sind und wir ausführliche Tests geschrieben haben, ist es zu spät und manch einer hat schon wieder viel Geld in einem der beiden Titel versenkt. Entsprechend an dieser Stelle mal die vorläufigeAntwort in der gebotenen Kürze:

Helden und Generäle

Blade & Soul ist ein Themepark-MMO durch und durch, das durch Martial-Arts-Kämpfe punkten kann, die dem Spieler tatsächlich mehr Skill und Übung abverlangen als die meisten anderen MMOs. Manche Klassen haben eine extrem steile Lernkurve und sind schwierig zu meistern. Der Fokus von Blade & Soul liegt auf PvP-Begegnungen in der Arena und einer netten Geschichte, die aus einem Wuxia-Streifen stammen könnte. Die Welt ist instanziert, wie man das von den meisten Themepark-MMOs gewohnt ist. Blade & Soul wird zum Release kostenlos angeboten und sein Erfolg steht und fällt mit der Umsetzung des Item-Shops.

» Lest auch unser aktuelles Special zu Blade & Soul

Black Desert sieht besser aus als Blade & Soul, kostet einmalig knapp 30 Euro und ist dafür ohne Abo spielbar. Es bietet zahlreiche Sandbox-Elemente und ebenfalls ein freies Kampfsystem, das jedoch auf Anhieb etwas weniger anspruchsvoll erscheint als das von Blade & Soul. Der Spieler findet eine komplett offene Welt vor - aus einem Guss und ohne Instanzen. Anders als beim Konkurrenten liegt der Fokus hier auf einem tiefgreifenden Crafting-System samt angebundenem Housing und dynamischem Markt. Im High-End-Bereich kämpfen Gilden im Wochenrhythmus um die Herrschaft über Burgen und die angebundenen Regionen.

Beide Titel haben einen geniales Charakter-Generator, jede Menge Langzeitpotential und bieten allerhand Möglichkeiten, virtuell zu schuften. Während man in Blade & Soul seine Zeit jedoch vor allem in den Ausbau des virtuellen Charakters und der realen Skills steckt, ackert man in Blade & Soul im Idealfall für die Spielergemeinschaft und wird ohne eine starke Gilde wenig Freude finden.

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