Nachdem unser Kolumnist in der vergangenen Woche auf einem aktiven Vulkan, irgendwo zwischen dem Nordatlantik und dem Arktischem Ozean gestrandet war, hat er mittlerweile den Weg zurück gefunden und sich darangemacht, den Stapel Neuigkeiten abzuarbeiten, der sich auf seinem Schreibtisch türmt. Entsprechend halten wir uns diesmal nicht mit Vorgeplänkel auf und kommen gleich zur Sache.

The Division - das hätte man wissen müssen

Und wie so oft sind es nicht nur gute Nachrichten, die sich da angesammelt haben. Insbesondere Ubisofts Online-Shooter The Division kommt nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Exploits, Glitches, Cheats - eine stetig wachsende Gruppe von Spielern nutzt die ganze Palette unlauterer Möglichkeiten und ist damit drauf und dran, das Spiel vollends zu ruinieren.

Mittlerweile mischen sich auch namhafte Experten in die Diskussion ein und zeigen auf, wo die Entwickler geschlafen haben. Das Netzwerkdatenbankmodell basiert offenbar auf dem gleichen, clientseitigen System, das Ubisoft auch für herkömmliche Spiele einsetzt. Und in diesem System vertraut der Server den Daten, die vom jeweiligen Client geschickt werden. Ein Anfängerfehler, der nicht hätte passieren dürfen, der möglicherweise auch dem Zeitdruck geschuldet ist, den Ubisoft permanent auf die beteiligten Studios ausgeübt hatte.

Aus der Traum

Wer also ein wenig im Client herumfummelt, kann so kräftig an den Werten schrauben, dass selbst Neo neidisch geworden wäre. Ein Debakel, denn damit dürfte es für Ubisoft schwierig bis unmöglich sein, den Cheatern jemals Herr zu werden. The Division steuert damit, zumindest am PC, zwangsläufig auf eine Katastrophe zu und Ubisoft gleich mit.

Immerhin wollte Ubisoft mit dem Online-Shooter endlich einen dauerhaft erfolgreichen Titel etablieren, eine Art Destiny. Mit stabiler Spielerschaft wäre das eine narrensichere Einnahmquelle geworden, die einen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten über Wasser halten kann. Nun jedoch reiht sich The Division nahtlos ein in das problembehaftete Portfolio des Publishers, dem damit ganz schwierige Zeiten bevorstehen dürften.

Black Desert - Farmerbanden ohne Cooldown

Auch bei MMO-Neuzugang Black Desert gibt es aktuell Probleme mit Cheatern. Nachdem es lange Zeit nur Gerüchte darüber gab, dass bestimmte Spielergruppen unlauteres Spiel trieben, sind nun auch die ersten Beweisvideos aufgetaucht, in denen manche mutmaßliche Goldfarmer offensichtlich Skills spammen können, die normalerweise Cooldown-Zeiten von mehreren Minuten haben.

Bei Daum selbst hat man von den Vorgängen mittlerweile Wind bekommen und scheint, die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen zu wollen. Im Gegenteil: Man hat der Bekämpfung der Cheater nun oberste Priorität eingeräumt und verspricht, eingereichte Videobeweise von solch illegalen Aktivitäten umgehend zu bearbeiten und zu belohnen. Ein weiteres Beispiel dafür, dass bei Daum Europe offenbar gute Leute sitzen.

Eine gesunde Quote

Interessant ist derweil auch eine Studie, die sich das Geschäftsmodell von Black Desert etwas genauer vorknöpft. Demnach nutzten weniger als 20 % der Spieler überhaupt das Angebot im Shop von Daum. Allerdings ist es offenbar genau diese Gruppe, die das Spiel weiterempfiehlt und Freunde mit in die Welt holt, also für Wachstum und Entwicklung sorgt.
Insgesamt eine wohl recht gesunde Quote, zumindest aus Spielersicht. Denn dass nicht einmal 20 % der Spielerschaft über den Kaufpreis hinaus Geld ins Spiel steckt, liegt nur teilweise an den doch recht teuren Kosmetika. Tatsächlich ist es in Black Desert nämlich gar nicht nötig, noch einmal nachzulegen - ob man nun Gelegenheitsspieler ist oder zur Spitze gehören möchte. Und solch fairen Bedingungen ist es letztlich zu verdanken, dass ein solches Spiel langfristig floriert keine Talfahrt hinlegt wie ArcheAge und Konsorten.

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Zu viel des Guten

Gleichzeitig muss jedoch gewährleistet sein, dass Black Desert auch die Updates bekommt, die es braucht, um sich endlich von der Crafting- und Handelssimulation zu einer vollständigen Sandbox zu mausern. Doch damit hat es zumindest Daum nicht ganz so eilig. Aus gutem Grund, wie Project Manager Daniel Loehr aktuell erklärte.

Man plane Valencia häppchenweise und vorsichtig zu erweitern. Das Spiel sei ziemlich fordern und schon jetzt schwer zu verstehen mit all seinen Mechaniken, so Loehr. Entsprechend möchte man, dass sich die Spieler den noch tiefgreifenderen Inhalten Schritt für Schritt nähern. Immerhin genügt ein Blick auf die südkoreanische Version, um einen Eindruck zu bekommen, wohin die Reise noch gehen wird.

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