Sea of Thieves - auf allen Kanälen

Ein ganz eigenes Konzept haben dagegen die Jungs von Rare auf die Beine gestellt, oder sagen wir besser: zu Wasser gelassen. Die gerade beendete Closed Beta hat auf jeden Fall eingeschlagen wie eine Bombe und lag auf Twitch zeitweise ganz vorne. Erwartet uns hier also tatsächlich ein neuer Online-Knaller?

Tatsächlich hat Microsoft-Studio Rare in Sachen Community-Aufbau ganze Arbeit geleistet und schwere Geschütze aufgefahren. Wie auch immer man das im Einzelfall geregelt hat und mit welchem Budget - die wichtigsten Streamer und “Influencer” waren bei der Closed Beta mit im Boot, darunter auch Gronkh mit seiner Armada an Viewern. Gleichzeitig war der Zugang nicht so offen, dass man als interessierter Spieler mal eben so unverbindlich selber in See hätte stechen können. Das hat die Zuschauerzahlen auch über Tage hinweg auf ziemlich hohem Niveau gehalten.

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Stecht in See, aber bitte nicht zu tief!

Wer jedoch ein wenig genauer hingeschaut hat, dem wird kaum entgangen sein, dass die Closed Beta von Sea of Thieves eher das Gerüst eines Spiels war. Sea of Thieves wirkt wie eine Sandbox, in der der Sand nicht sonderlich tief reicht und mit jedem Neustart geebnet wird. Auch was den Content betrifft, scheint man recht oberflächlich zu bleiben. NPC-Schiffe wird es gar nicht geben, Rare verlässt sich hier darauf, dass sich die Spieler selbst beschäftigen. Dabei sind gute Sandbox-Games in der Theorie eigentlich gar keine reinen PvP-Spiele, sondern bieten eher eine gesunde Mischung aus PvE und PvP.

In Sea of Thieves allerdings gibt es stets nur eine Möglichkeit: den Kampf. Und damit der eine ordentliche Balance findet, müssen die Entwickler noch reihenweise Mechaniken ins Spiel einbinden und Grundlagen schaffen, die man derzeit noch nicht erkennen kann. Dazu kommt, dass es sich bei der Beute grundsätzlich um Kosmetisches handelt. Auf Dauer und für weniger ästhetisch orientierte Spieler ist das nicht sonderlich motivierend.

Sea of Thieves hat Potential, das steht fest, erscheint in seiner jetzigen Form jedoch noch unausgegoren und keinesfalls 70 Euro wert. Selbst Naval Action und Blackwake sind da schon weiter. Das hatten übrigens die meisten großen Streamer und Influencer während ihrer bisweilen seltsam aufgesetzt wirkenden Sitzungen versäumt zu erwähnen. Warum bloß?

Star Citizen - bewegte Bilder

Selbst die ewige Baustelle Star Citizen ist da aktuell schon weiter und bei dem glaubt niemand mehr an ein Release in diesem, nicht einmal im nächsten Jahr. Doch das ist eben der Preis, den man als Spieler zu zahlen hat, wenn ein Spiel tatsächlich alle erdenklichen Features bieten soll und das möglichst auf höchstem technischen Niveau.

Und trotz aller Verzögerung und der Kritik über die exzessiven Verkäufe aller möglichen künftigen Inhalte, kommt man nicht umhin, Chris Roberts Respekt zu zollen für das, was er bisher auf die Beine gestellt hat. Star Citizen wird in Modulbauweise errichtet, jedes Puzzlestück für sich. Ob und wie sich die Einzelteile am Ende ins Gesamtbild einfügen werden, ob etwas fehlt oder das Kunstwerk unter seinem eigenen Gewicht in sich zusammenfällt, ist noch nicht absehbar, aber sie nehmen mittlerweile sichtbar Form an.

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Das kann man entweder als Unterstützer des Projekts in der laufenden Alpha 3.0 selbst erkunden oder im aktuellen “Feature Trailer” verfolgen. Der, das muss man dem Team hinter Star Citizen lassen, ziemlich gut und unverfälscht zeigt, in welchem Stadium sich die einzelnen Module befinden.

Ashes of Creation - 15 Minuten hübsch anzusehen

Einen ganz ähnlichen Einblick bietet aktuell auch Ashes of Creation, das schon seit einer ganzen Weile als eines der schöneren und technisch besseren Indie-MMO-Projekte in der Entwicklung auffällt. Kein Wunder also, dass die Kollegen von IGN eingeladen wurden, sich den bisherigen Entwicklungsstand einmal anzuschauen und ein kleines Video davon zu drehen.

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Das umfasst 15 Minuten und zeigt, dass die Entwickler tatsächlich zu ihrem Wort stehen und die Dungeons offen und uninstanziert halten. Das mag zwar einen Teil der Community abschrecken, da sie ausgeprägte Konflikte in den Dungeons befürchten, jedoch kann ich versprechen, dass eine solche Freiheit ungeahnt interessante Möglichkeiten der Interaktion bietet, sofern die Entwickler für entsprechende Schutzmechanismen sorgen. Welche das sein könnte, ist aber schon wieder ein anderes Thema und soll ein andermal erzählt werden.

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