Eine gute Engine, ein ordentlich besetztes Team und ausreichend Budget - damit muss sich doch ein erfolgreiches Game basteln lassen. Doch so einfach, wie es sich die Publisher oft machen, ist es nicht. Gute Unterhaltung lässt sich nicht auf eine Formel reduzieren und ein Team ist immer nur so stark wie der Kopf, der es leitet.

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Dass im Hause Epic ein paar Leute sitzen, die in ihrer Freizeit ab und zu League of Legends, Dota oder SMITE zocken, steht wohl außer Frage. Und wenn man schon ein paar Entwickler hat, die sich ein wenig mit diesem irrsinnig erfolgreichen Genre auskennen und mit einer modernen, eigenen Engine, mit der sich so etwas viel besser und vor allem hübscher umsetzen ließe, liegt der Gedankengang durchaus nahe, schnell mal einen eigenen Beitrag zum MOBA-Hype zu leisten.

Paragon - lieber ein Ende mit Schrecken...

So geschehen mit Paragon, mit dem die Jungs von Epic Games endlich wieder aus dem Schattendasein einer Engine-Schmiede heraustreten wollten. Doch daraus wurde nichts. Paragon, so hübsch es auch anzusehen sein mag, es steckt weder echtes Herzblut dahinter noch ein roter Faden. Es mangelte dem Entwicklerteam spürbar an Sachkenntnis.

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Wer bereits bei einem der großen Titel aktiv war, sah keinen Grund, zu Epics Spiel zu wechseln. Allenfalls ein paar Gelegenheitsspieler verirrten sich hin und wieder dorthin. Zu wenige, um den Epics personellen Einsatz zu rechtfertigen. Und so kam jetzt, was kommen musste: Epic Games gab zu, dass man keine brauchbaren Ideen mehr hinsichtlich der Rettung von Paragon habe und das Spiel daher abschalten werde.

Des einen Freud ist des anderen Leid, und so nutzte das Community-Team hinter SMITE die Gelegenheit, heimatlose Paragon-Spieler ins eigene Spiel einzuladen, nicht ohne noch flugs über fünf Jahre zu spotten, die sich das “EPIC GAME” gehalten habe. Doch tatsächlich war Epics Entscheidung schon lange überfällig, denn im MOBA-Genre sind die Territorien längst abgesteckt.

Fortnite - aus der Not eine Tugend gemacht

Da ist kein Platz mehr für Mittelmäßigkeit. Da ist überhaupt gar kein Platz mehr, denn die großen drei Titel bewegen sich auf einem Niveau, das kein neuer Titel auf Anhieb erreichen wird, zudem die Spielerzahlen im Genre aktuell schon rückläufig sind, was nicht zuletzt am Senkrechtstarter PlayerUnknown's Battlegrounds liegt.

Und wie es der Zufall so will, hatte man bei Epic Games auch bei letzterem ordentlich abgekupfert und dem ebenfalls mäßig erfolgreichen PvE-Spiel Fortnite einen Battle-Royale-Modus draufgepackt. Anders als ein MOBA-Game ist das PUBG-Prinzip jedoch äußerst einfach umzusetzen und ziemlich beliebig anpassbar.

Vom Absteiger zum Überflieger

Epic Games ist also tatsächlich wieder im Geschäft, wenngleich der Erfolg von Fortnite wegen der ziemlich dreisten Trittbrettfahrerei nicht ganz so verdient erscheint wie bei einer kompletten Eigenentwicklung. Die Entwickler, die man von PARAGON nun abziehen kann, dürften auf jeden Fall ihren Beitrag zum Ausbau von Fortnite leisten.

Das Spiel hat PUBG immerhin schon jetzt in mancherlei Hinsicht überholt und versprüht mit seinem etwas bunteren Auftritt und einigen zusätzlichen Mechaniken einen besonderen Charme. Das ist aber auch kein Wunder. Techniker und Artisten gibt es bei Epic schließlich genügend. Und wenn man jetzt noch einen kreativen Spielmechanik-Theoretiker anheuert, klappts vielleicht auch mal mit einem ganz eigenen Spiel.

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