Für dieses Jahr haben die führenden MMO-Publisher ihr Pulver wohl schon verschossen. Obwohl der große Knall ausgeblieben ist, haben sie über das Jahr hinweg doch genügend Krach gemacht, um die kleineren Studios komplett zu übertönen. Die haben aber, so scheint es, die Zeit genutzt und ein wenig an dem gearbeitet, was die Großen längst nicht mehr im Programm haben: Innovation und Tiefgang.
In der Branche der Online-Spiele geht es ein wenig zu wie in der Musikindustrie. Dort ist man entweder unglaublich berühmt, kann sich vor Angeboten und Fans kaum retten oder man lebt am Rande der Armutsgrenze und geigt in der U-Bahn, um irgendwie über die Runden zu kommen. Das Erstaunliche dabei: Erfolg und Talent haben recht wenig miteinander zu tun und so mancher U-Bahn-Fiedler würde David Garrett möglicherweise die Show stehlen, wenn man ihn denn mal auf die Bühne ließe.
Antworten, die niemand hören will, zu Fragen, die niemand gestellt hat
Doch wie in der Musikbranche blockieren auch bei den Spielen die Mächtigen den Zugang zum Erfolg, ziehen mit ihren üppigen Marketingbudgets die Aufmerksamkeit der Spielermassen an, lassen atemberaubende CGI-Trailer produzieren und finanzieren den Magazinen diverse Hochglanz-Sonderausgaben mit Infos, die niemand braucht, zu Titeln, die unter normalen Umständen keiner mehr spielen würde.
Bleibt der Spieler Xsyon zu lange fern, zieht er fortan als plündernd als Zombie durch die Lande.Und eigentlich könnte uns diese brachenübliche Form der Geldverschwendung auch furchtbar egal sein, würde sie nicht dazu führen, dass viele kleine Titel ein ewiges Schattendasein führen, weil die Mehrheit der Spieler nicht einmal erfährt, dass es sie überhaupt gibt. Umso bedauerlicher erscheint das immer dann, wenn man hört, mit welch kreativen und liebevollen Details manche Straßenmusikanten der Gaming-Branche ihre Werke versehen.
Xsyon - einfach nur leben
So ist das auch mit Xsyon, einem postapokalyptischen Survival-Sandbox-MMO, dessen mäßiger Erfolg kaum auf die Qualität des Spiels zurückzuführen ist. Denn die ist durchaus annehmbar und die Macher liefern dem Spieler exakt das, was sie versprechen: “Du weißt nichts. Du hast vergessen, was hinter dir liegt, und über die Zukunft, die vor dir liegt, hast du noch nichts gelernt. Du bist eine verlorene Seele in einer öden Welt mit kaum mehr als einem Hemd am Leib.”
Theoretisch auch nichts anderes als das irrsinnig erfolgreiche DayZ - und doch finden sich in letzterem mittlerweile Millionen Spieler, während in Xsyon allenfalls ein gutes Dutzend versucht, die Wildnis urbar zu machen. Genügend allerdings, damit das Spiel offensichtlich weiterhin betrieben und ausgebaut werden kann. Und das geschieht nicht unbedacht, sondern mit einer Kreativität, an der sich die großen Studios durchaus ein gutes Beispiel nehmen sollten.
Je gnadenloser eine virtuelle Welt ist, desto eher findet man Gleichgesinnte und Freunde.Die Wüste lebt
Denn statt eine typisch leblose MMO-Welt zu simulieren, versuchen sich die Jungs von Notorious Games daran, die Welt lebendig zu machen. Dazu gehören Jahreszeiten ebenso wie virtuelle Tiere, die sich doch wie reale verhalten. Und in Zukunft verhalten sie sich nicht nur so, sondern sind obendrein den “Naturgesetzen” von Xsyon unterworfen.
Die sind Teil eines äußerst komplexen Programms, das dafür sorgt, dass sich bestimmte Tiere paaren und Herden bilden, die durchs Land ziehen. Wird die Population zu groß für die kargen Verhältnisse der Umgebung, spalten sich kleinere Gruppen ab und ziehen weiter in entlegenere Landstriche. Und da jede Region ihre ganz spezifischen Lebensbedingungen aufweist, möchte und kann sich nicht jede Tierart überall ansiedeln.
Zahmere oder domestizierte Tiere werden dabei die Nähe der letzten überlebenden Menschen suchen, während es die wilderen Geschöpfe weg von der Zivilisation in die Bergregionen zieht. Betreten sie dabei verstrahltes Gebiet, kann es auch schon mal vorkommen, dass ihre Nachkommen in mutierter Form zurückkehren und über die Menschen herfallen.

























ja sieht ganz gut aus...problem bei sandboxern ist halt dass sie meist so zeitintensiv sind... da rechne ich mir mehr chance aus mit einem neverwinter wo man "mal schnell" einen dungeon/quest/mod an nem abend mit ein paar freunden durchspielen kann...und ständig neuen nachschub bekommt durch den user generated content - wenn ich an die mods in skyrim und nwn 1 u 2 denke JAUZAAAA
Was ich allerdings nicht verstehe...gerade solche kleinen, unbekannten Studios müssten doch ne Trail anbieten um Spieler anzulocken. 40 Dollar für etwas mehr oder weniger unbekanntes gibt man halt nicht mal so nebenbei aus.
Das gleiche gilt für Darkfall. Gerade mit 2.0 könnte es interessant werden. Aber ohne Trial....?
Du und WoW, hätte ich jetzt so nicht gedacht, nicht negativ gemeint :D
voodjin hat glaube ich so ziemlich jedes mmo gespielt
ähnlich wie viele andere ...
ich hab beispielsweise auch wow bis wotlk gespielt und das gameplay ist (leider) immer noch das flüssigste und classic wow dürften immer noch viele veteranen hinterherweinen >.<
Du und WoW, hätte ich jetzt so nicht gedacht, nicht negativ gemeint :D
Vom hörensagen kenne ich noch viele mehr. Ich hab mich aber nur auf die bezogen, die ich aus erster Hand kenne. Sprich, die ich selbst ausgiebig gespielt habe bzw. noch spiele...
Gruß Missy
Ich kenn nur UO und SWG. Bei beiden konnte man auch
Ich kenn nur UO und SWG. Bei beiden konnte man auch als Casual Spaß haben. Und ich würde mal meinen, Gruppen- und Gildensuche ist in einer Sandbox wesentlich einfacher als in Themeparks.
Was du allerdings genau mit "voran kommen" meinst, ist mir auch ein wenig schleierhaft. Wenn du damit meinst, einmal alles gemacht zu haben, dann wird man sich in einer guten Sandbox mit diesem Ziel hoffnugslos übernehmen. Das würde auch erklären, warum du meinst, dass man sehr viel Zeit investieren "muss".
du hast eve vergessen ;)
Aha. Von welchen Sandbox-Spielen redest du da?
Ich kenn nur UO und SWG. Bei beiden konnte man auch als Casual Spaß haben. Und ich würde mal meinen, Gruppen- und Gildensuche ist in einer Sandbox wesentlich einfacher als in Themeparks.
Was du allerdings genau mit "voran kommen" meinst, ist mir auch ein wenig schleierhaft. Wenn du damit meinst, einmal alles gemacht zu haben, dann wird man sich in einer guten Sandbox mit diesem Ziel hoffnugslos übernehmen. Das würde auch erklären, warum du meinst, dass man sehr viel Zeit investieren "muss".
Das nächste große Ding? Wenn dann eher "back to the roots", denn Sandboxen waren schon vor den Themeparks da.
Im Sandbox-MMO ist da viel mehr möglich. Spieler bilden die Fraktionen, führen Krieg und schließen
Im Sandbox-MMO ist da viel mehr möglich. Spieler bilden die Fraktionen, führen Krieg und schließen Frieden, verhandeln, diskutieren und machen Politik. Aber wie interessant ist das? Die Menschen sind auch vorm Rechner nur Menschen. Keine Paladine und edlen Ritter, keine tollen Geschichten, sondern Leute die nach Macht streben und ihre Mitläufer. So sind wir Leute halt. Da wirds gemein und persönlich. Da werden Basen plattgemacht, Gildenforen gehackt und in Fanseitenforen Rufmordkampagnen abgezogen. Ich habe das erlebt als ich vor sehr sehr vielen Jahren das erste in Deutschland populäre Browserspiel gespielt habe, mir fällt nicht einmal mehr der Name ein aber ein Ding mit Raumflotten bauen und Planetensysteme kolonisieren. Dort waren die o.g. Dinge an der Tagesordnung, und wer sich nicht alsbald einer schlagkräftigen Gilde anschloss und den Leuten unterordnete, die dort das Sagen hatten, wurde als Noob regelmäßig "gefarmt".
Also entweder Fatal Vortex oder O-Game. Die waren so vor 7-8 Jahren die dicken Dinger.
Schande über mein Haupt, aber das hab ich beides auch mal so ein Jahr lang gespielt.
Aber gut, dass dus ansprichst. Natürlich sind gerade die Strategie-Browser-Titel schon sowas wie Sandboxen, grade, was den politischen Aspekt angeht.
Ich persönlich halt diese Spieler allerdings mittlerweile für Abkömmlinge des Teufels ;).
Die sollen mal lieber wieder gute Echtzeit-Strategietitel produzieren und nicht den Browserkram.
Das eine ist die viele Zeit, die man hineinstecken muß und die nicht jeder hat oder investieren möchte. Das wurde schon gesagt und viel mehr ist dazu nicht zu sagen.
Das andere ist: wieviel phantastische Geschichte steckt drin? Klar, ein Themepark-MMO simuliert Dynamik wo keine ist. Content, den die Entwickler nicht eingebaut haben, ist halt nicht drin. Man kann sich in der Welt immer nur deren gegenwärtigen politischen Zustand anschauen, ihn aber nicht ernsthaft verändern (ein guter Entwickler tut das aber mit der Zeit). Aber man hat Lore, Geschichten, Fraktionen und das was man da erlebt ist im besten Falle durchdacht und spannend.
Im Sandbox-MMO ist da viel mehr möglich. Spieler bilden die Fraktionen, führen Krieg und schließen Frieden, verhandeln, diskutieren und machen Politik. Aber wie interessant ist das? Die Menschen sind auch vorm Rechner nur Menschen. Keine Paladine und edlen Ritter, keine tollen Geschichten, sondern Leute die nach Macht streben und ihre Mitläufer. So sind wir Leute halt. Da wirds gemein und persönlich. Da werden Basen plattgemacht, Gildenforen gehackt und in Fanseitenforen Rufmordkampagnen abgezogen. Ich habe das erlebt als ich vor sehr sehr vielen Jahren das erste in Deutschland populäre Browserspiel gespielt habe, mir fällt nicht einmal mehr der Name ein aber ein Ding mit Raumflotten bauen und Planetensysteme kolonisieren. Dort waren die o.g. Dinge an der Tagesordnung, und wer sich nicht alsbald einer schlagkräftigen Gilde anschloss und den Leuten unterordnete, die dort das Sagen hatten, wurde als Noob regelmäßig "gefarmt".
Sowas muß ich persönlich in meiner Freizeit nicht haben. Die muß ich nicht mit Dingen vertun, über die ich mich noch ärgere. Wo mir Leute ansagen was Phase ist, die nur im Spiel der große Mogo sind aber im RL nichts auf der Reihe haben (irgendwoher muß die Zeit ja kommen, um sowas zu machen).
Ich will niemandem den Spaß daran verderben, aber mir persönlich macht es keinen.
Gruß Missy
GW2 ist absolut nicht so gut, wie ich mir erhofft hatte, aber es ist das einzige Themenpark-MMO, in dem man ganz gechillt ohne Monatskosten auf einem guten Welten-Niveau spielen kann und nicht alle paar Tage reinschauen muss und das WvWvW ist DAoC in die Moderne transportiert. Hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß und mit dem erweiterten Zyklus der Schlachten wirds auch noch spannender werden.