In wenigen Tage beginnt die große Sause in Köln. Publisher aus aller Herren Länder bereiten sich jetzt darauf vor, die letzten Geheimnisse ihrer Arbeit in kultigen Interviews, spannenden Vorführungen und epischen Videos zu verraten. Doch bevor die Medien mit all dem neuen Material geflutet werden, wollen wir noch auf die vergangene Woche zurückblicken, in der vor allem eine Frage immer wieder gestellt wurde: Welche Elemente muss ein MMOG bieten, damit es sich so nennen darf?
Machen wir uns nichts vor - würden wir auf der Straße wahllos Passanten fragen, für was die Abkürzungen MMO, MMOG oder gar MMORPG stehen, die meisten würde uns nur ungläubig anstarren und es wäre schon großartig, wenn überhaupt jeder Zehnte grob sagen könnte, dass damit wohl irgendeine Art von Computerspiel gemeint sein muss.
Ein Genre weicht auf
Trotz der großen Erfolge, die die Branche zunehmend feiert, sind wir sind Freaks, Nerds und Außenseiter, die meist besser damit fahren, wenn sie ihr liebstes Hobby auf Familienfeiern oder Klassentreffen gar nicht erst erwähnen. Erst recht nicht sollte man in der Öffentlichkeit über Detailfragen diskutieren - dafür gibt es schließlich Teamspeak und Wiped.
Hier darf ausgesprochen werden, was sonst nur für Stirnrunzeln sorgt, und hier weiß jeder, wie sich ein Massively Mutiplayer Online Roleplaying Game definiert und welche Spiele diesem Genre zuzuordnen sind. Oder etwa nicht? Die exzessive Verwendung dieser Begrifflichkeit gibt zumindest manchem Genre-Veteranen in letzter Zeit Anlass zur Sorge.
Da erzählte mir ein Bekannter doch neulich, dass er jetzt auch unter die MMOG-Spieler gegangen sei und ihm Minecraft wirklich viel Spaß bereite. Und mit einem anderen liege ich schon seit einer halben Ewigkeit darüber im Streit, weil er steif und fest behauptet, seine tägliches Facebook-Daddelei, allen voran die Klickorgie FarmVille, machte ihn zum MMOler.
Vom Geheimtipp hochgearbeitet: die Zombie-Mod DayZ.Rekord für einen gefüllten Chatraum
Dabei tragen nicht einmal die Spieler die Schuld an all den Missverständnissen, von denen unser Genre gebeutelt wird. Bisweilen sind es die Entwickler selbst, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie eben doch “nur” an einem reinen Onlinespiel arbeiten. Und dann wären da noch die Jungs vom Marketing, die immer gerne auf einen Zug aufspringen, der ja ganz offensichtlich in Richtung Erfolg fährt.
Das Traurige daran ist, dass diese Hoffnung nicht einmal unbegründet ist. Wahrscheinlich wäre World of Tanks nie so bekannt geworden, wenn man ihm nicht das beinahe heilige “World of” im Namen mitgegeben und es sogar offiziell im Guiness Buch der Rekorde als MMO mit den meisten gleichzeitig eingeloggten Spieler auf einem Server eingetragen hätte - ein Titel, den auch FarmVille hätte beanspruchen können.
WarZ - massive Übertreibung
Und so verwundert es kaum, dass auch die Macher von WarZ ihren DayZ-Ableger klar als MMO verstanden wissen wollen. Immerhin bewegt man sich ja in einer persistenten Umgebung, die man sich mit vielen anderen Spielern auf dem Server mehr oder weniger freiwillig teilt. Die Server, das kündigten die Entwickler jetzt an, kann man als Spieler auch mieten. Sie beherbergen dann zwischen 70 und 250 Überlebenskämpfern.
Doch so persistent ein solcher Server auch sein mag - als “massively” kann man diesen Multiplayer-Modus längst noch nicht bezeichnen. Insbesondere zerstört die Möglichkeit eigene Server zu mieten klar den Grundgedanken eines MMOGs, in dem man eine für alle Spieler gleichermaßen bedeutsame Welt bewohnen und möglicherweise verändern will.
























