Suchen wir letztlich doch den Grind?
Dass schon jetzt so große Teile der Community gegen den wöchentlich limitierten Erfahrungszuwachs protestieren, gibt allerdings zu denken. Immerhin sollte das System doch eigentlich dazu dienen, die Stärke der Spieler etwas auszubalancieren und langsameren Zeitgenossen die Chance zu geben, zu den Grindfreudigen aufzuschließen. Doch jetzt ist niemand so recht begeistert und jeder fühlt sich, auch vor dem Hintergrund monatlicher Gebühren, eingeschränkt.
Dabei hassen wir doch eigentlich das ewige Grinden – die Wiederholung immer gleicher Abläufe. Warum zum Teufel wollen wir uns dann nicht damit abfinden, dass man seinen Charakter lediglich 16 Stunden pro Woche in einer Onlinewelt voranbringen kann. Ist das nicht genug? Man kann ja auch noch andere Dinge tun als Leveln, oder?
Können ja – mögen scheinbar nicht, denn meistens entsteht die Motivation, am Ausbau des Charakters im Spiel zu arbeiten, aus einer Art von Konkurrenzdruck – ausgeübt von Gegnern im PvP oder den Kollegen in der Gilde, die man auf der Jagd natürlich ungern ausbremsen möchte. Fehlt dieser Druck, macht ein MMOG keinen Spaß, wird der Grind zur unerträglichen Last. Fehlt hingegen die generelle Möglichkeit zu grinden, kommt Frust auf und das Gefühl etwas zu verpassen. Hier besteht für die Entwickler unbedingter Forschungsbedarf, denn wer den Grind mit Bedacht einzusetzen versteht, wird die Spieler langfristig binden.
Tera – auf der Jagd nach dem Thron
Und genau mit diesem kritischen Element scheint man im Bluehole Studio zu experimentieren. Zwar sind für Tera ausreichend Quests angekündigt, doch wirkt es so, als sei das Gameplay dennoch stark auf die gruppenbasierte Jagd nach Monstern ausgerichtet. Gleichzeitig versucht man den Grindfaktor dabei möglichst geschickt zu kaschieren. Die Abschaffung der Zielaufschaltung könnte in dieser Hinsicht eine kleine Revolution einläuten.
Wenn das Jagen in MMOs endlich wieder zur Herausforderung wird, bekommt der Spieler kaum Gelegenheit, das Abenteuer als Grinden zu empfinden. Wenn ein Spiel zusätzlich noch ein Ziel in Aussicht stellt - in Fall von Tera die Möglichkeit Städte zu erobern und zum König aufzusteigen – wird das der Motivation einen weiteren Schub geben.
Wir haben, trotz des derzeitigen Trends zur Mittelmäßigkeit, die Hoffnung auf eine Revolution des Onlinespiels auf jeden Fall noch nicht verloren. Und so begeben wir uns auch in der kommenden Woche wieder auf die Suche nach der perfekten Welt. Bis dahin wisst ihr ja, was gespielt wird.






















