Stell dir vor, es ist Black Friday und es gibt nichts, was man kaufen möchte. Zumindest unser Kolumnist hat mal wieder nichts gefunden, das ihn vom Hocker gehauen hätte. Und Spiele, in denen man dann noch Loot-Kisten angeboten bekommt, fallen für den Sturkopf schon aus Prinzip flach. Aber vielleicht wird ja bald alles besser, denn während die Community noch den Zwergenaufstand probt, bekommen die Publisher unerwartet Druck aus ganz anderer Richtung.

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Wenn ich nur laut genug auf Reddit protestiere, also Caps-Lock-Flames spamme und damit drohe, dass ich nie wieder ein Spiel von ihnen anrühren werde, zeigen sich Publisher mit Sicherheit einsichtig. Dann entfernen sie Pay-to-win-Elemente und schaffen auch die Loot-Kisten wieder ab. Immerhin steht die Zufriedenheit der Kunden an erster Stelle. Sollte man meinen.

Wen interessiert schon der harte Kern?

Tatsächlich sieht es aber ganz anders aus in der Branche: Die Publisher interessiert es einen feuchten Kehricht, was die schreiende Community da von sich gibt. Protestierende Hardcore-Gamer verstehen sich selbst gerne als richtig wichtig, tatsächlich aber sind viele Publisher froh, wenn ihnen die ungemütlichen Querulanten den Rücken kehren.

Was zählt, sind die Zahlen und so lange sich die virtuelle Katze im Sack von den ahnungslosen Massen derart gut verkauft, wird sie eben in unzähligen Farben, Formen und Werten angeboten. Dabei ist die Chance, gerade an die begehrte Zeile Code zu kommen, bei manchen Beutestücken so hoch wie die, mit einem Rubbellos Millionär zu werden.

Kein Kinderkram

Und doch ballert die Community weiterhin Unmengen an Kohle in diese Truhen, Säcke, Kartensets, Lamas oder welche Erscheinung sich die Experten da auch immer ausgedacht haben mögen. Sie ballern so viel, dass die damit erzielten Umsätze alle anderen Formen der Monetarisierung wirtschaftlich uninteressant erscheinen lassen.

Kein Wunder, zielt diese Variante doch klar auf die Psychologie potentieller Kunden ab. Zu denen gehören nicht nur reife Menschen, die in der Lage sein könnten, das System zu durchblicken, sondern auch Heranwachsende. Und genau das hat nun auch einige Behörden auf den Plan gerufen, die bislang nicht sonderlich beliebt waren - und zwar weder bei den Spielern, noch bei den Publishern.

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