Falls Sie sich über die Google-Suche hierher verirrt haben, dann suchen Sie bitte gleich weiter, denn hier geht es ausnahmsweise mal nicht um Jan Böhmermann und Recep Tayyip Edoğan, sondern um zwei ganz andere Protagonisten, die sich jedoch auch mit Politik und Comedy beschäftigen - zumindest im weitesten Sinne.

Erinnert sich noch jemand an Derek Smart? Genau, das ist jener Herr, der sich zum Vertreter des kleinen Crowdfunding-Mannes erhoben hatte, um eine Vendetta gegen Chris Roberts zu führen. Letzterer hat immerhin schon jetzt 112 Millionen Dollar von den Fans eingesammelt, ohne bislang ein auch nur ansatzweise fertiges Spiel geliefert zu haben.

Oh, dieser Krach, die Angriffe und Belästigungen!

Ein gefundenes Fressen für einen streitlustigen Mann wie Derek Smart, der Roberts und vor allem dessen angeblich geheimgehaltenen Gattin unterstellt, einen Großteil des Geldes zu veruntreuen und am Ende nichts von dem zu liefern, was man den Unterstützern im Laufe der Kampagne versprochen hatte. Schmähkritik im weitesten Sinne also, die nach Ansicht seiner eigenen Kritiker lediglich dem Zwecke diene, Smarts eigenem Spiel die nötige Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Wiped! - Die MMO-Woche - Schmähkritik

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Smarts Vorwurf, Roberts' Projekt sei nichts als Blendwerk und Vaporware, hat Star Citizen nicht geschadet. Und nun steht der Kritiker obendrein selbst in der Kritik.
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Das heißt Line of Defense und sollte eigentlich über das Early-Access-Programm auf Steam einen gehörigen Schub bekommen. Eigentlich, weil Derek Smart das als MMO bezeichnete Spiel wieder aus dem Steam-Programm entfernen möchte. Er sei den Krach leid, die Angriffe, die Belästigungen und Ablenkungen auf Steam.

Die Plattform sei zu groß für Valve geworden sei, um den asozialen Außenseitern Herr zu werden, die sich dort niedergelassen hätten und ihre “Review-Bombardierung” betrieben, so der Entwickler in seiner Begründung. Fakt ist: Mit nur 21 positiven und 122 negativen Bewertungen ist Line of Defense selbst für ein Early-Access-Spiel mittlerweile als “sehr negativ” bewertet und dürfte sich auf Steam ohnehin kaum noch vermarkten lassen. Der “Schmähschuss” gegen Chris Roberts und sein Star Citizen, so scheint es, ist letztlich gewaltig nach hinten losgegangen.

Rust - du spielst, was du bist

Was auch immer Derek Smart von Steam halten mag - ohne die Plattform wäre die Indie-Branche heute längst nicht dort, wo sie ist und die Entwickler von Spielen wie ARK: Survival Evolved oder Rust hätten kaum das Budget, das sie haben. Für die Entwickler von letztgenanntem ist die Steam-Anbindung mittlerweile sogar so wichtig geworden, dass man sie mit dem Design verknüpft.

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Internethelden aufgepasst: In Rust gibt es jetzt auch Frauen - und zwar so richtig echte…
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Und das hat aktuell für eine hitzige Debatte gesorgt, denn in Rust darf man sich das Geschlecht seines Avatars tatsächlich nicht mehr aussuchen - es ist an die Steam-ID gebunden und wird zufällig festgelegt. Während ein Teil der Community damit keine Probleme zu haben scheint und die Geschlechtervergabe sogar begrüßt, weil sie Irreführungen unterbinde, fühlt sich das andere Lager bevormundet.

Problematisch wird die Festlegung vor allem für Rollenspieler und für Frauen, die bewusst einen männlichen Charakter auswählen, um den unbestritten häufigen Belästigungen aus dem Wege zu gehen, die sie in Onlinespielen erleben, wenn gewisse Individuen herausfinden, dass ein weibliches Wesen am Keyboard sitzt. In Rust können sich die liebestollen Internethelden künftig überhaupt nicht mehr sicher sein, mit wem sie es zu tun haben.

Ascent: The Space Game - funkt S.O.S.

Leider geht es längst nicht allen Indie-Titeln so gut wie ARK oder Rust. So hat Ascent: The Space Game mittlerweile Probleme mit der Finanzierung, obwohl oder gerade weil es bereits eine halbe Ewigkeit das Early-Access-Programm durchläuft und eine kleine Community aufgebaut hat. Die jedoch generiert keine nennenswerten Einnahmen mehr für den Architekten der Sandbox.

Entsprechend sieht sich der Entwickler des Spiels, James Hicks, gezwungen, Ascent offiziell zu veröffentlichen - ob nun fertig oder nicht. Das Spiel, so Hicks, sei ohnehin in einer ziemlich guten Verfassung - anders als seine Finanzen. Er betreibe den Testserver noch immer ohne Einkommen von zu Hause und könne das auch ewig so machen - dann jedoch nie in Vollzeit an dem Spiel arbeiten. Doch genau das wolle er lieber tun, als mit etwas reich zu werden, hinter dem er nicht stehe.

Steam, so der Entwickler weiter, werde derzeit überflutet von Indie-Titeln, die allesamt auf den gleichen Markt abzielten und die schiere Masse an Spielen ließe keinen Raum für Wachstum, während der größte Teil der potentiellen Spielerbasis noch nie von Ascent: The Space Game gehört habe. Mit dem Release könnte sich das, so die letzte Hoffnung, endlich ändern. Wie groß jedoch die Chance für Ascent ist, neben EVE, Elite und Star Citizen zu überleben, steht in den Sternen.

The Black Death - sichere dir den Schwarzen Tod!

Nicht aus dem Early Access heraus, sondern geradewegs hinein soll hingegen The Black Death ab der kommenden Woche geschickt werden. Und tatsächlich entwickelt sich die Survival-Sandbox ziemlich prächtig, und fügt mit dem jüngsten Update noch einmal drei Klassen hinzu, von denen sich auch diesmal wieder zwei vorwiegend zivilen Aufgaben widmen.

Das aktuelle Video zeigt, dass sich The Black Death zumindest technisch nicht hinter den großen Projekten verstecken muss, allerdings tritt es mindestens in Konkurrenz zu Gloria Victis und Life is Feudal, die thematisch und atmosphärisch ähnlich aufgestellt sind. Doch beim Marketing hat The Black Death dann wieder die Nase vorn, heißt es aktuell doch: “Auch du kannst frühen Zugang zur Pest bekommen.” Wer kann da schon nein sagen?

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