Bereits in der letzten Ausgabe hatte sich unser Kolumnist die diesjährige E3 und ihre Themen vorgeknöpft. Doch die Flut von Nachrichten aus Los Angeles ebbte auch in den vergangenen Tagen nicht ab und so liefert er uns diesmal die Fortsetzung des kleinen Rundumschlags zu den Ankündigungen der großen Häuser.

Eines muss man den meisten größeren Studios ja lassen: Sie haben gelernt, sich zu inszenieren. Auf den großen Bühnen der E3 hauen sie dem Publikum einen Knaller nach dem anderen um die Ohren, lösen besonders bei der Gruppe der sogenannten Influencer, den “Beeinflussern” von YouTube und Twitch Schnappatmung aus, indem sie ihren markigen Worten reichlich opulente Filmschnipsel folgen lassen, die in Windeseile viral gehen und den Hype ankurbeln.

Wenn es also nach den Präsentationen ginge, uns Gamern stünden einige wundervolle Jahre bevor, in denen kaum Langeweile aufkommen dürfte. Doch leider wissen wir längst, dass die Ergebnisse, mit denen die Studios zum Release mal aufwarten, nicht einmal im Ansatz das bieten werden, was wir uns in unserer derart angeregten Fantasie so ausmalen.

The Elder Scrolls VI - des Kaisers neue Kleider

Bestes Beispiel dafür ist wohl einmal mehr Bethesda. Die Jungs haben mit dem “Official E3 Announcement Teaser” einmal mehr den Vogel abgeschossen. Nicht einmal 30 Sekunden Überflug über eine karge Landschaft, teilweise noch verborgen von dicken Nebelschwaden - so also sieht The Elder Scrolls 6 aus.

The Elder Scrolls 6 - Official E3 Announcement Teaser2 weitere Videos

Doch die Fans scheinen sich an diesem Hauch von Nichts gar nicht zu stören. Im Gegenteil: Auf der E3 summten sie das minimal veränderte musikalische Motiv der Reihe mit und dem einen oder anderen trieb es dabei gar die Tränen in die Augen. Und statt sich im Anschluss über den doch ziemlich kargen Auftritt zu beschweren, hauten die Analysten sofort ihre Theorien dazu raus, was das Spiel denn so alles bieten würde.

Island im Nebel

Da wird über den Flug an sich ebenso spekuliert wie über die Landschaft, die sich wohl über vier Ebenen erstrecken soll mit teilweise großen Höhenunterschieden. In der Ferne werden eine Burg und ein Hafenstädtchen ausgemacht, wobei es sich aber auch um Geröll handeln könnte. Einige Experten erkennen in der Landschaft ganz klar die andere Seite des Ozeans von Nurn wieder, also gar nicht Tamriel sondern Akavir. Ein wenig Island ist sicherlich mit drin und eine Prise Game of Thrones.

Weitere Infos zu den Ortschaften von The Elder Scrolls zeigt euch die folgende Bilderstrecke:

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(17 Bilder)

Was auch immer da bei Bethesda geköchelt wird - für derartige Begeisterungsstürme ist es angesichts der hauchdünnen Informationslage wahrlich noch zu früh. Doch vielleicht bin ich auch einfach nicht Fanboy genug, was Bethesdas irgendwie gräulich-erdfarbene Welt betrifft, die auf mich stets ein wenig steril gewirkt hat und wie eine seltsame Mischung aus allen namhaften Fantasy-Szenarien.

The Elder Scrolls Online - mehr vom Gleichen

Ganz ähnlich sieht das auch mit The Elder Scrolls Online aus. Das ist sicherlich kein schlechtes MMO, allerdings geht mir dessen Ausrichtung doch zu sehr in Richtung Solo-Abenteuer für Freunde gepflegter Questexzesse. Doch klar - als solches hat es seine Existenzberechtigung und seine ziemlich aktive Fangemeinde, die eigentlich nicht mehr verlangt, als regelmäßig etwas mehr vom Gleichen geliefert zu bekommen.

ZeniMax packt Hircine Bloodmoon aus und lässt die Werwölfe los. Konservative Fans werden sich darauf sicher freuen.

Und genau das haben die Bethesda-Kollegen von ZeniMax wohl auch vor. Der nächste DLC für ESO trägt den Namen Wolfhunter und bringt zwei neue Dungeons ins Spiel, speziell für Freunde der Lykanthropie, also mit reichlich Werwölfen und vielleicht Hircine selbst, Prinz der Daedra und oberster Jägermeister von Nirn.

Ebenfalls noch in diesem Jahr soll dann der Murkmire-DLC kommen, mit dem die Spieler in die Heimat der Argonier reisen werden, um dort das Vertrauen der Stämme zu gewinnen. Es bietet also eine komplett neue Umgebung samt unzähliger Quests, Bosse und allem, was sonst noch so zu einer Erweiterung gehört. Wer bislang keinen Spaß an ESO hatte, wird seinen Weg nach Tamriel wohl auch kaum mit Wolfhunter und Murkmire finden, doch welche großartigen Alternativen bietet die Themepark-Sparte heutzutage schon noch?

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