Wie viele vielversprechende Projekte stecken aktuell eigentlich im Early Access? Dutzende auf jeden Fall. Und wie viele davon werden jemals vollendet? Eine Handvoll nur, wenn überhaupt. Dabei sind es nicht mal technische Probleme allein, die ein Release verhindern. Vielmehr sind es die Entwickler, die das Crowdfunding-Konzept pervertiert haben.

Was ist eigentlich Star Citizen? Erhaltet einen Überblick im folgenden Video:

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Bei den Solo-Games gibt es sie noch: Projekte, die im Early Access auf Steam vorgestellt werden und die nach einigen Monaten des Testens und Feintunings qualitativ ordentlich vom Stapel laufen. Battle Brothers ist so ein Spiel oder Everspace, um mal zwei deutsche Titel zu nennen, die es ziemlich weit gebracht haben. Dabei hätten sie es sogar noch weiter bringen können, wären die Entwickler nur gierig genug gewesen, hätten weiter Versprechungen gemacht, Träume geweckt und den Hype geschürt.

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Denn tatsächlich lohnt es sich für ein Studio heutzutage nicht mehr, ein Spiel aus dem Early Access zu nehmen und zu veröffentlichen. Dann nämlich geht die Steam-Community mehrheitlich davon aus, dass sich nicht mehr viel ändern wird, dass keine weiteren Elemente ins Spiel gebracht werden. Die Folge: Die Verkäufe brechen ein, das Projekt verschwindet langsam irgendwo in den Untiefen der Steam-Bibliothek.

Das gilt noch viel mehr für Online- und MMO-Games. Beginnend mit dem Aufschlagen auf Kickstarter finden die ziemlich schnell eine Community, die gemeinsam mit den Entwicklern zu träumen bereit ist und die Geld ins Projekt schiebt. Das Verrückte dabei ist: Je länger die Entwicklungsphase läuft, je opulenter geträumt wird und je weiter die Veröffentlichung noch scheint, desto größer die Bereitschaft mancher Fans, regelmäßig Geld in “ihr Hobby” zu investieren.

Wiped! - Die MMO-Woche - Lieber ein Ende mit Schrecken?

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Die Vision hinter Star Citizen hat epische Ausmaße angenommen und Chris Roberts profitiert davon Monat für Monat. Doch wehe, wenn das Release kommt.
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Das soll es jetzt gewesen sein?

Mit Hobby ist dabei nicht länger das Bedürfnis gemeint, ein Spiel auch tatsächlich zu spielen. Es ist eher die vage Erfahrung, einen Traum davon zu leben und Teil von etwas Bedeutsamen zu sein. Und dass das Spiel bedeutsam wird, davon ist man immer überzeugter, je mehr Geld man ins Projekt gesteckt hat. Man schützt sich selbst, so lange und so gut es geht, vor der Erkenntnis, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben.

Bei einem Teil jeder Fangemeinde kommt diese Erkenntnis stets in jenem Augenblick, in dem man das fertige Produkt auf dem Tisch hat und im besten Falle feststellt, dass es vielleicht ganz in Ordnung ist, jedoch kaum den eigenen Erwartungen und Träumen entspricht, die man über die lange Phase des Wartens aufgebaut hat. Kurzum: Mit dem Release kommt die Ernüchterung, gefolgt vom Niedergang eines Spiels.

Star Citizen - der neue Renner

Das weiß auch Chris Roberts, der sein ursprüngliches Kickstarter-Vorhaben von Star Citizen als einem zeitgemäßen Nachfolger zur Wing-Commander-Saga ziemlich schnell mit erweiterten Zielen in die Endlosigkeit ausgedehnt hat. So etwas funktioniert ja auch ganz prima, wenn man erst den Pfad in Richtung MMORPG beschritten hat. Verrückte Ideen, auf die Fans anspringen, gibt es schließlich genug.

Fünf Jahre ist es nun schon her, dass ich meinen finanziellen Beitrag dafür geleistet habe, mal mit einem modernen Rechner Raumschiffe in kleine Sonnen zu verwandeln. Damals rechnete ich damit, in etwa zwei Jahren einen spaßigen Wing-Commander-Nachfolger zu bekommen. Mittlerweile habe ich das Rechnen aufgegeben. Star Citizen ist zum Endlosprojekt geworden, aktuell wartet man auf das “Release” von Alpha-Version 3.0, die nun demnächst mal starten soll.

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