In den meisten Branchen neigt man dazu, Konkurrenten mindestens zu fürchten. Und wenn man es sich erlauben kann, nimmt man den Kampf auf, übernimmt den Feind und zerlegt ihn oder schaltet ihn irgendwie juristisch aus. Dabei gibt es doch einen schlauen Spruch, nach dem Konkurrenz eigentlich eine ziemlich belebende Sache sein kann.

Das ungeschriebene Gesetz

Versucht ein Studio, einen Fuß mit einem neuen Titel in ein umkämpftes Genre zu bekommen, ist schon der Versuch mit Verachtung zu strafen und das Spiel mit der sarkastischen Killer-Bezeichnung zu verstehen. Entsprechend schwer haben es “WoW-Killer”, “LoL-Killer” und “Minecraft-Killer” auch am Markt, denn wer sie spielt, gilt als ziemlich uncool.

Entsprechend hatte sich auch früh schon ein Widerstand gegen Funcoms jüngsten Bemühungen gebildet, mit Conan Exiles das Entwicklerglück mal im Survival-Genre zu versuchen. Mit seinem WoW-Killer Age of Conan sei man gescheitert, so der Spott aus einigen Winkeln der Community, so versuche man es jetzt eben mal mit einem ARK-Killer.

Wiped! - Die MMO-Woche - Konkurrenz belebt das Geschäft

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Für die einen auch nach Jahren noch das Nonplusultra, für die anderen eine sterile Welt, in der Spieler nur Zaungäste sind, die nichts wirklich verändern können.
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Kampf der Gleichgültigkeit

Dabei ist es in der Unterhaltungsbranche gar nicht angebracht, sich allzu abfällig über etwaige Herausforderer auszulassen, denn wenn die Welt der Spiele eines braucht, dann ist es eine starke Konkurrenzsituation. Was mit einem Genre passiert, in dem die Konkurrenz nach einem Erfolg über einen zu langen Zeitraum fehlt, können wir an der ziemlich trübseligen MMO-Ecke beobachten: Der Platzhirsch hat es nicht nötig, die Gewinne im Sinne der Spieler zu investieren, die ihrem Hobby immer gleichgültiger gegenüberstehen.

Im Gegenteil wirkt ein regelmäßiger frischer Wind in einem Genre Wunder, wie man aktuell bei den Survival-Games feststellen kann, wo man erfreulicherweise etwas offener ist als in der MMO-Community. Binnen einer Woche nach Start in den Early Access auf Steam, hatte Funcom 320.000 Exemplare verkauft und die bis dahin aufgelaufenen Entwicklungskosten komplett eingespielt.

Im Zweifel einfach beides

Und obwohl der Partner, der die offiziellen Server stellen sollte, nicht wie versprochen liefern konnte und man lange auf Privatserver angewiesen war, trieben sich über 50.000 Spieler gleichzeitig in Conan Exiles herum - so viele, wie vor kurzem noch in ARK: Survival Evolved. Und wer nun denkt, das Dino-Survival-Game hätte unter dem starken Auftritt der Exilanten gelitten, hat im vorigen Absatz nicht aufgepasst.

Gleichzeitig mit der Erfolgsmeldung Funcoms verzeichnete ARK nämlich einen gewaltigen Sprung der Spielerzahlen auf über 80.000. Rekordwert bis dato und ein Zeichen dafür, dass die neue Hoffnung am Survival-Himmel die Lust am Zocken noch verstärkt hat und zahlreiche Fans des einen Titels auch im anderen unterwegs sind.

Der eine oder andere mag es auch schon an sich selbst beobachtet haben: Ein neues, gutes Game weckt die Lust am Zocken generell, nicht nur die auf den bestimmten Titel. Und wenn ich begeistert meinen Freunden von einem interessanten Spiel erzähle oder auf Twitch daraus streame, wirke ich als Multiplikator und meine Freunde kommen aus ihren Löchern gekrochen und zocken gleich begeistert mit.

ARK: Survival Evolved - unter Zugzwang

Und obwohl nun der Genre-Platzhirsch, in diesem Falle ARK: Survival Evolved, von der neu ausgelösten Begeisterung profitiert, gerät Studio WildCard plötzlich unter Zugzwang. Zwar hatte man das Spiel auch in den vergangenen Monaten immer fein mit neuen, teilweise wirklich genialen Inhalten versehen, unangenehme Baustellen allerdings scheinen seit langer Zeit unbeachtet zu bleiben.

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Ein Fan hatte neulich einen passenden Vergleich bemüht: ARK wirke bisweilen wie ein Wolkenkratzer, auf den immer neue Stockwerke gesetzt werden, während man die unfertigen darunter zusehends vernachlässigt. Und so spaßig ARK mit all seinen Möglichkeiten im PvE und auf Privatservern auch ist, es krankt in technischer Hinsicht ebenso wie in Bezug auf das PvP, das man High-Tech und Server-Transfers geopfert hat.

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