Eine turbulente Woche liegt hinter der Games-Branche und jenen, die in ihr arbeiten müssen. Einer der Gründerväter sieht sich entfremdet von seinem einstigen Hobby, ein Community-Manager erstmals im Rampenlicht, ein Chefentwickler am Steuerrad der Titanic und ein erfolgsverwöhnter Manager herausgefordert vom Genre an sich. Langweilig wird es diesmal also gewiss nicht. Aber lest am besten selbst.

Heute geht es unter anderem um das MMO Star Wars: The Old Republic

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Unreal und Unity, Cry und Lumberyard, das sind nur ein paar Namen mächtiger Engines, die man als Entwickler heutzutage nutzen kann und die einem Dinge eröffnen, von denen man vor ein paar Jahren noch nicht zu träumen gewagt hätte. Auch ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse kann man damit binnen weniger Wochen beeindruckende virtuelle Realitäten erschaffen.

Der Gründervater spielt nicht mehr

Doch Technik ist eben nicht alles und ein solches Konstrukt, auch wenn es schön anzusehen ist und Physik enthält, noch lange kein Spiel und erst recht keine Welt. Viele Veteranen wurmt das so sehr, dass sie das Interesse an ihrem einstigen Hobby verloren haben. Und das gilt nicht nur für Spieler, die seit Jahren nichts mehr zocken, es gilt auch für Entwickler. Auch Raph Koster, einer der Gründervater des Genres und einer der wenigen Experten, die wirklich wissen, wie man eine virtuelle Welt erschafft, stellt sich aktuell die Frage, was eigentlich mit dem Genre los ist.

Man habe ihm gewiss nie unterstellen können, so der Altmeister, dass er keine Leidenschaft entwickle gegenüber MMO-Games. Und doch könne er aktuell kein einziges genießen. Seine Inspirationen holte er sich derzeit auch von außerhalb des Genres, das seiner Ansicht nach zum Stillstand gekommen sei.

Spielspaß? Fehlanzeige!

Und tatsächlich finden sich viele Veteranen in seinen Worten wieder. Klar, da draußen gibt es ein paar nette Titel, die noch regelmäßig erweitert werden und mit denen man seine Zeit totschlagen kann. Doch virtuellen Welten sind ESO, FFXIV, GW2 und WoW nicht und waren es auch nie. Es sind Randerscheinungen, Irrläufer, die das Genre vom rechten Wege direkt ins Verderben gelenkt haben.

Auch ich bin MMORPG-Fan, doch genau wie Raph Koster kann auch ich mich aktuell mit keinem einzigen Spiel da draußen anfreunden. Im Gegenteil. Wo auch immer ich einlogge, überkommen mich in kürzester Zeit Trauer und Wut über die offensichtliche Unfähigkeit der Entwickler, über all die Rückschritte, die man in den letzten zwei Jahrzehnten gemacht hat.

Wo sind all die Milliarden hin?

Wir haben heute mehr Rechenpower denn je, wir haben einen starken Mobilfunk, wir haben KI-Systeme, die selbstständig Dota lernen, Termine beim Friseur machen und Jobs ersetzen können. Und doch sind NPC in unseren Online-Welten fast allesamt unbeseelt, stehen in der Ecke herum oder folgen ohne Sinn und Verstand einer Handvoll vorgegebenen Pfaden.

Die Technik ist um ein Vielfaches stärker als noch vor ein paar Jahren. Mächtige Engines nehmen die unangenehmen Aufgaben bei der Entwicklung von Spielen ab. Die Games-Branche schreibt jedes Quartal Milliardenumsätze. Und doch wird uns in jedem Spiel die gleiche KI vorgesetzt wie vor 30 Jahren, falls es überhaupt eine KI gibt - bei Spielen wie Fortnite spart man sich die Arbeit gleich komplett.

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