Wie schwierig kann es sein, echt innovative Elemente in einen Titel zu bringen? Ist es wirklich so unmöglich, gegen Cheater vorzugehen, wie die Publisher gerne behaupten? Und kann man aus einem Spiel mal eben so zwei Spiele machen? Drei Fragen, mit denen sich die MMO-Community derzeit beschäftigt. Anlass genug für uns, in die Diskussion einzusteigen.

Der grandiose Trailer zu Update 2.57b

Es ist bisweilen faszinierend, wie emsig in manchen Studios daran gearbeitet wird, alte Games mit neuen Inhalten zu versehen. Das Ziel ist klar: Veteranen halten, Abtrünnige zur Rückkehr bewegen und hier und da ein paar Interessierte anlocken. Standen früher ein, manchmal zwei Updates pro Jahr auf dem Plan, kommen die Inhaltspatches jetzt oft monatlich, stets begleitet von mindestens einem neuen Filmclip.

In dem rauscht die Kamera meist in rasantem Tempo über die neuen Landschaften hinweg, präsentiert in schnellen Schnitten ein paar neue Monster und einen neuen Boss, irgendwo in einer der unzähligen Dungeon-Instanzen. Als Bonus gibt es ab und an noch eine Klasse oder zumindest ein paar neue Skills mit viel Bling-Bling. Glauben die Publisher tatsächlich, dass sie damit noch bei irgendjemandem auf Begeisterung stoßen?

Reine Effekthascherei

Hunderte solcher Trailer zu Dutzenden von MMOs haben uns derart müde gemacht, dass man sie sich eigentlich gar nicht mehr ansehen möchte, weil man ohnehin schon genau weiß, was sie zeigen. Und einen Grund, ins beworbene Paradies zurückzukehren, liefern sie sicher nicht. Im Gegenteil - sie zeigen nur umso deutlicher, dass der Publisher den Titel eigentlich längst abgeschrieben hat.

Denn die gelieferten Elemente sind meist nichts anderes als aufgesetzte Inhalte, die ein paar Modder an einem verlängerten Wochenende entwerfen könnten. Am Spiel selbst ändert sich meist nichts - das bleibt im Kern genauso marode und flach wie zehn Patches zuvor. Aber das ist auch kein Wunder, denn von jenen Entwickler, die den Titel einst gebastelt hatten und die in der Lage wären, tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen, hat man sich kurz nach Release schon verabschiedet.

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ARK: Survival Evolved - im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Umso erstaunlicher, welche Sprünge so manches Indie-Studio mit weniger als zehn Mitarbeitern hinlegt, wenn es um neue Inhalte geht, die tatsächlich welche sind und nicht nur aufgesetzte Effekthascherei. So auch beim neuen Clip zu ARK: Survival Evolved, dem vierten innerhalb eines Monats. Der bringt mal wieder ein neues Tier ins Spiel - den berühmt-berüchtigten Terrorvogel, der sich, wie die meisten Wesen in ARK, zähmen, züchten und reiten lässt. Wobei der tierische Neuzugang nicht einmal das faszinierendste Element in diesem Patch ist.

Es ist vielmehr der Enterhaken, mit dem sich im Spiel selbst so unglaublich viel anstellen lässt, dass man als Spieler tatsächlich geneigt ist, sofort einzuloggen und die Möglichkeiten und die Physik des innovativen neuen Werkzeugs in der Welt zu erkunden - am nächstbesten Dino, an den Bauwerken des unliebsamen Nachbarn oder gleich an jenem höchstpersönlich.

Dicker Fisch am Haken

Wenn man mich derzeit also fragt, warum ich derzeit lieber durch ARK: Suvival Evolved turne als mir Update elfundneunzig eines einschlägigen MMOs reinzuziehen, dann liefert dieser Trailer die Antwort: Weil ich eben lieber alte Feinde an den Haken nehme, in einen Käfig sperre und dort betäubt halte, bis sie mir 100 Metallbarren als Auslöse zahlen. Weil ich ein verdammter Rollenspieler bin und mir die meisten MMO(RPG)s absolut keine Möglichkeit mehr geben, diese Leidenschaft auszuleben.

Und ich bin mit meiner Neigung wohl nicht allein, schaut man sich die aktuellen Zahlen an, nach denen ARK: Survival Evolved auf PC und Xbox zusammen mittlerweile fast 200.000 Spieler pro Tag zählt - Tendenz rasant steigend. Außerdem steht das PS4-Release noch aus, weil Sony derzeit keine Early-Access-Versionen vorsieht.

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